Die CSU streitet mit ihrer Schwesterpartei CDU und der FDP über die Grüne Gentechnik. Nun schalten sich auch die Wissenschafts-Akademien ein - zum Ärger der Umweltverbände.
Die Grüne Gentechnik, also der Anbau und die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen, ist einer der Konfliktpunkte in den Koalitionsverhandlungen von Union und FDP. CDU und FDP wollen die Technologie fördern; die CSU hat sich der Meinung der meisten Verbraucher angeschlossen und lehnt den Anbau von Gentech-Pflanzen ab. Sie will jedes Bundesland selbst entscheiden lassen.
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Genveränderter Mais - ein Politikum (© Foto: AP)
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Am Dienstag haben sich auch die großen deutschen Wissenschafts-Akademien in die Diskussion eingeschaltet. In einer gemeinsamen Stellungnahme plädieren die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften Acatech und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften "für eine neue Politik in der Grünen Gentechnik".
Demnach "wird die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen durch die implementierten politischen Rahmenbedingungen sehr stark eingeschränkt". Die Akademien forden deshalb eine Novellierung des Gentechnikgesetzes: Geändert werden müsse insbesondere die Regelung, wonach jeder, der Gentech-Pflanzen anbaut, für alle etwaigen Schäden haften muss. Die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände von Feldern mit Gentech-Mais zu konventionellen Feldern (150 Meter) und zu ökologischen Maisfeldern (300 Meter) müssten verringert werden.
Zudem halten es die Wissenschaftler für eine Verletzung der Grundrechte, dass derzeit in einem öffentlich zugänglichen Standortregister angegeben werden muss, wo genau wer welche gentechnisch veränderten Pflanzen anbaut. "Die Daten werden in hohem Maße missbräuchlich verwendet und haben zu einer Vielzahl von Feldzerstörungen beigetragen", kritisieren sie.
Genau vor einer solchen Änderung des Gentechnikgesetzes warnt der ökologische Anbauverband Bioland: "Union und FDP dürfen die Interessen der Gentechnik-Industrie nicht über den Schutz der Bevölkerung stellen," betont Bioland-Präsident Thomas Dosch.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace überreichte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner eine Liste mit 10.000 Unterschriften gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Am Dienstag war bei den Verhandlungen in der Arbeitsgruppe Landwirtschaft, Umwelt, Verbraucherschutz, in der Ilse Aigner die Position der CSU vertritt, keine Einigung absehbar.
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(SZ vom 14.10.2009/gal)
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"Man muss nur dafür sorgen, dass der Käufer des Produktes keine Unterscheidungsmöglichkeiten und, als non plus ultra, natürlich auch keine Ausweichmöglichkeit auf ein anderes Produkt mehr hat... "
Also eine Monopolstellung schaffen - ja dann wird man natürlich einen solchen Martmechanismus herstellen können... Problem an der Geschichte ist nur, das wir in Europa ein sehr gut funktionierendes Kartellrecht haben und Bauern zwischen zig Saatgutanbietern Weltweit wählen können. Also ist dein Beitrag doch nur ein Ammenmärchen mit dem möchtegern Ökos argumentieren weil ihnen die wirklich guten Argumente gegen Genpflanzen zu anstrengend/kompliziert sind...
@|337:
Man muss nur dafür sorgen, dass der Käufer des Produktes keine Unterscheidungsmöglichkeiten und, als non plus ultra, natürlich auch keine Ausweichmöglichkeit auf ein anderes Produkt mehr hat...
Kannst du mal bitte kurz den Marktmechanismus erläutern der es ermöglicht, dass ein Produkt für den eine negative Nachfrage vorliegt dennoch am Markt eine Führerschaft übernimmt obwohl Substituts- und Ausgleichsprodukte vorliegen?
Ich glaub ich hab grad nen Thema für meine Doktorarbeit gefunden...
Die Bevölkerung will diese Lebensmittel nicht, die Bauern wollen sie deshalb nicht anbauen... wo liegt also das Problem?
Klar, dass da die Industrie und die Politik versucht, schnellstmöglich vollendete Tatsachen zu schaffen, von wegen "Jetzt ist es aber zu spät und damit egal". Und das mit der "Kennteichnungspflicht" bekommen die Lobbyisten auch noch in den Griff.
Diesen "Mechanismus" wir doch alle noch von den Atomkraftwerken (Endlagerung etc.)
Es hat schon seinen Grund, warum es bei uns keine Volksentscheide gibt...
Man sollte sich mal von dem Gedanken verabschieden, dass Gene gleich Krankheiten sind. Alle Planzen, die wir essen bestehen aus Genen und nur weil an den Genen etwas verändert wird ist das nicht sofort eine Gefahr für den Menschen.
DIe Auswirkungen auf das Biotop müssen natürlich berücksichtigt werden und kann, wie schon oft geschehen, vom Menschen nicht zu 100% vorhergesehen werden. Allerdings bietet die grüne Gentechnik auch allerlei Möglichkeiten, die nicht ignoriert werden können. Natürlich kann man aber auch nicht erwarten, dass innerhalb kürzester Zeit der Welthunger gestillt werden kann aber was wenn nicht die grüne Gentechnik hat das Potential dazu.
Man muss sicherlich vorsichtig mit gezielten genetischen Veränderungen umgehen aber prinzipell verteufeln sollte man sie nicht. Verbieten wäre eine Katastrophe: es war schon immer so und wird immer so sein, dass der Mensch das was technisch möglich ist auch irgendwann umgesetzt werden wird. Daher denke ich, dass es besser unter staatlicher Aufsicht geschehen sollte als unkontrolliert auf unbekannten Feldern.
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