Mit ihrer Zulassung der Genkartoffel Amflora hat die EU-Kommission gegen den erklärten Willen der Bevölkerung entschieden. Das führt zu Verunsicherung und Ablehung.
Die Genkartoffel Amflora hat es geschafft. 13 Jahre lang hatte sich der BASF-Konzern vergeblich um eine Zulassung bemüht, doch von sofort an darf die Kartoffel kommerziell in der EU angebaut werden. Das hat die EU-Kommission am Dienstag entschieden - und damit lautstarke Proteste ausgelöst: bei Umweltaktivisten, aber auch bei Bürgern. Denn die Behörde hat gegen den erklärten Willen der Bevölkerung entschieden. Der Beschluss zeigt: Die europäische Politik zur grünen Gentechnik, also dem Bereich, der sich mit Pflanzen befasst, steckt in einem Dilemma.
Im Mai 2009 hatte die Anplfanzung der Kartoffel in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. (© Foto: ddp)
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Was die Politiker "oben" entscheiden, deckt sich nicht mit dem, was die Menschen "unten" empfinden. Oben hat man Regeln erlassen, um die grüne Gentechnik möglichst gefahrlos zu befördern. Europa gibt sich technikfreundlich und weltoffen. Unten aber wächst der Widerstand.
Gentechnik-Kritiker warnen vor Gefahren für Mensch und Umwelt, wenn Pflanzen sich unkontrolliert ausbreiten. Speziell die Genkartoffel gefährde zudem die Gesundheit, weil sich angeblich Resistenzen gegen Antibiotika bilden könnten. Natürlich machen sich Bürger, die das hören, Sorgen. Da nützt es auch nichts, dass die zuständige EU-Behörde Efsa mehrfach die Sicherheit geprüft hat. Denn diese Behörde hat den Ruf, ausgesprochen industriefreundlich zu sein. Kann man ihr vertrauen? Wie soll der normale Mensch das wissen? Verunsicherung führt zu Ablehnung.
Aus dem Dilemma gibt es nur einen Ausweg. Das Zulassungsverfahren muss komplett neu gestaltet werden. So, dass es über jeden Zweifel erhaben ist. Nur dann hat die Gentechnik in Europa eine Chance. Politik gegen Bürger zu machen, ist jedenfalls keine Lösung.
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Verfassungsrichter rügen Billig-Professuren
liest du hier: 04.03.2010 08:49:59
Und nochmal nen kleiner Nachtrag: Wenn keiner die Kartoffel braucht oder will kann BASF uns ja auch schlecht zwingen sie zu kaufen und wird damit wohl ziemliche Verluste machen, oder? Könnte natürlich auch sein, dass einige Bauern sich denken "det is mein Ding" und die Pflanze kaufen und anbauen... nur dann wäre dein "Niemand-will-das" Argument dahin...
so far
Nur mal so am Rande erwähnt - wo du dich so schön echauvierst, das Menschen durch den Verzehr von Amflora Schaden nehmen werden - es ist eine Nutzpflanze die zu Industriegütern wie Leim, Papieraditiven, Folie etc. verarbeitet wird. Für den Vehrzehr ist die Kartoffel ob ihres hohen Stärkegehalts nicht geeignet weil sie bestenfalls bitter und mehlig schmecken dürfte... ;-)
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"Keiner braucht Amflora. Die Bauern nicht, die Stärke-Industrie nicht, die Verbraucher nicht. Keiner? Doch. Der Chemiekonzern BASF braucht sie. Nicht um damit großartig Geld zu verdienen. Sondern um mitspielen zu können auf dem Gebiet der Agro-Gentechnik. Denn im Gegensatz zu den Global Playern wie Monsanto, Pioneer, Syngenta oder Bayer hat BASF auf diesem Sektor bislang nichts zu bieten. Ludwigshafen hechelt hinterher.
Angesichts des Konkurrenzdrucks kam nicht nur dem Konzern die Vernunft abhanden, sondern die Industrieinteressen verstellten auch dem neuen EU-Gesundheitskommissar John Dalli den Blick auf die Realität. ..." www.fr-online.de/top_news/2374493_Kommentar-zur-Genkartoffel-Keiner-braucht-Amflora-ausser-BASF.html
auf solche Industriekommissare, die sich dazu noch wahrheitswidrig "Gesundheits"kommissare nennen, kann die Bevölkerung der EU verzichten, sie vertreten ganz dezidiert nicht deren Interessen.
Paging