Greenpeace zu Schadstoffen in der Kleidung Probleme auch bei der Baumwoll-Produktion

Die aktuell nachgewiesenen Chemikalien sind nur ein Teil der Umweltprobleme, die durch die Bekleidungsindustrie ausgelöst werden. Schon bei der Produktion von Baumwollfasern werden enorme Mengen an Wasser und Pestiziden eingesetzt. Auch beim Färben und Veredeln von Textilien werden erhebliche Wassermengen verbraucht: 200 Tonnen Wasser pro Tonne Kleidung. Dazu kommt eine große Anzahl von Chemikalien und Mischungen: So gibt es beispielsweise über 10.000 verschiedene Farbstoffe, die man zum Färben und Bedrucken nutzen kann.

Diese Umweltbelastungen sind umso ärgerlicher, da die Deutschen mehr Kleidung kaufen, als sie brauchen. In ihren Schränken und Kommoden liegen im Schnitt 20 Teile, die nie getragen werden, kritisiert Greenpeace. Jedes Jahr wird demnach rund eine Million Tonnen Kleidung weggeworfen.

Greenpeace-Untersuchungen hatten bereits im vergangenen Jahr gezeigt, dass Textilchemikalien durch Fabrikabwässer im Herstellungsland und durch die Haushaltswäsche im Absatzland freigesetzt werden. Sechs Modefirmen, darunter Puma, Nike, Adidas, H&M und C&A, kündigten daraufhin die Umstellung auf eine giftfreie Produktion bis 2020 an.

Wer jetzt schon auf ökologische Kriterien beim KIeiderkauf achten will, kann Second-Hand-Kleidung kaufen oder auf Textilien mit Öko-Label zurückgreifen. Eine Liste empfohlener Siegel gibt es hier.

Vermieden werden sollten dagegen Kleidungsstücke, die Hinweise tragen wie: "Separat waschen". Dies ist ein Indiz dafür, dass ihre Farbstoffe besonders schnell ins Wasser gelangen. Auch Jeans im Used-Look sind nicht zu empfehlen. Verantwortlich für den getragenen Look ist das Sandstrahlen, das ein massives Gesundheitsrisiko für Fabrik-Arbeiter darstellt.

Eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse können Sie hier lesen.