Giftiges Spielzeug aus China Gift-Ware auch in Deutschland

Erneut müssen Spielwaren aus China aus den Regalen genommen werden. Kinder, die Teile der Produkte verschluckt hatten, seien ins Koma gefallen.

Giftiges Spielzeug aus China ist auch in Deutschland im Umlauf. Das rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerium teilte mit, die Kreativkästen "Bindeez" und "Aqua Dots" seien auch nach Rheinland-Pfalz gelangt und würden mittlerweile aus den Regalen genommen. Eltern wurden aufgerufen, die Spielsachen nicht ihren Kindern zu überlassen.

Giftiges Spielzeug aus China

Giftiges Spielzeug in Deutschland: Neben den "Aqua Dots" werden in Rheinland-Pfalz auch die Kreativkästen "Bindeez" aus den Regalen genommen.

(Foto: Foto: AFP)

In China bestätigten die Behörden, dass die Spiele giftige Substanzen enthielten und verhängten einen Exportstopp. Das Textilunternehmen Peek & Cloppenburg rief derweil tausende Kinderhosen wegen eines verbotenen Farbstoffs zurück.

Das Verbraucherschutzministerium in Mainz rief Eltern dazu auf, die Spielzeuge mit Namen "Bindeez" und "Aqua Dots" zum Händler zurückzubringen. In den USA waren Kinder, die die Plastikperlen der Spiele verschluckt hatten, ins Koma gefallen. Auch in Australien hatten Kinder nach dem Verschlucken von Kugeln ähnlicher Spiele das Bewusstsein verloren.

Die US-Verbraucherschutzbehörde hatte daraufhin am Mittwoch 4,2 Millionen der Kreativkästen zurückgerufen, bei denen Kinder mit Perlen Mosaikbilder legen können, die dann mit Wasser zusammengeklebt werden. "Die Beschichtung der Perlen, durch die diese beim Kontakt mit Wasser zusammenkleben, enthält eine Chemikalie, die nach dem Verschlucken giftig werden kann", hieß es in der Warnung der Behörde.

Kinder, die die Kugeln verschlucken, könnten "ins Koma fallen, Atemstillstand oder Anfälle erleiden".

Ebenfalls am Mittwoch hatten die Behörden Australiens ein landesweites Verbot des Spielzeugkastens "Bindeez" verhängt, da die Perlen eine Substanz freigaben, die auch unter dem Namen K. O.-Tropfen bekannt ist. Drei Kinder mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil sie nach dem Verschlucken der Perlen bewusstlos wurden.

Peek & Cloppenburg teilte am Freitag mit, die von der Firma verkauften blauschwarzen Jeans für Jungen von Größe 92 bis 176 seien mit einem verbotenen Farbstoff behandelt worden. Aus dem Azo-Farbstoff könnten geringe Mengen von sogenannten aromatischen Aminen freigesetzt werden, die krebserregend sein können. Allerdings gebe es keinen Nachweis, dass auch das Tragen entsprechend gefärbter Textilien krank mache.

Die chinesischen Behörden verhängten am Freitag ein Ausfuhrverbot für "Aqua Dots"-Kreativsets für Kinder und leiteten eine Untersuchung ein. Das Produkt des australischen Unternehmens Moose sei in der Fabrik Wangqi in der südchinesischen Stadt Shenzhen hergestellt worden, zitierte Xinhua die zuständigen Aufsichtsbehörden.

Im Rahmen seiner Untersuchung habe China die USA gebeten, Hilfestellung bei der Ermittlung der festgestellten giftigen Chemikalien zu leisten, hieß es weiter.

China ist der weltgrößte Spielzeugexporteur. Im vergangenen Jahr lieferte es 22 Milliarden Spielzeuge ins Ausland. Spielzeug und andere Produkte "Made in China" gerieten in den vergangenen Monaten immer wieder wegen möglicher Gesundheitsrisiken in die Schlagzeilen. So wurden in den USA seit August mehr als 21 Millionen chinesische Spielzeuge und andere Produkte wegen zu hohen Bleigehaltes zurückgerufen. Behörden und Organisationen erhöhten die Zahl der Produkttests.

In Berlin kritisierte die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen mangelnde Kontrollen der deutschen Behörden. "Bundesregierung und Bundesländer verletzen sträflich ihre Kontrollpflichten und überlassen die Lösung allein den Unternehmen, die allein entscheiden, wann sie handeln oder nicht", hieß es in einer Mitteilung der Fraktion.