Gesundheitsrisiko Büro "Das ist schon sehr bedenklich"

Die Bundesregierung verlegte sich darauf, analysieren zu lassen, was Drucker in die Luft pusten - nachzulesen in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Februar 2009. Das Umweltbundesamt soll bis Ende 2010 Methoden entwickeln, um zu klären, was in der je nach Fabrikat unterschiedlichen Mischung aus Ruß, Eisen, anderen Schwermetallen und flüchtigen organischen Chemikalien drinsteckt. Die Stiftung Nano-Control verweist darauf, dass man nach der Analyse eines so komplexen Stoffgemischs noch nicht wissen wird, ob und wie es die Gesundheit schädigt. Dafür sind Studien zur biologischen Wirkung der Druckeremissionen nötig, wurde bei einem Expertentreffen in Freiburg 2008 festgestellt.

Aus Spenden wurden nun kleinere Wirkungsstudien finanziert. Die ersten Ergebnisse, die jetzt vorliegen, sind nicht geeignet, Bedenken zu zerstreuen. Wissenschaftler des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene (IUK) der Uniklinik Freiburg, das Mersch-Sundermann inzwischen leitet, untersuchten die Wirkung der Druckerabluft auf Kulturen menschlicher Lungenzellen. "Wir haben je einen Drucker in einer einen Kubikmeter großen Kammer laufen lassen und die Abluft direkt auf Kulturen von Lungenepithelzellen geleitet", sagt Richard Gminski vom IUK. Das sind die Zellen, die die Lungenbläschen auskleiden. Damit sind die Freiburger Versuche deutlich näher an der Realität als frühere Experimente, bei denen Zellkulturen einfach Tonerstaub zugefügt wurde.

Die Freiburger Forscher prüften, ob die Lungenzellen nach einer Stunde im Druckerdunst sogenannte Mikronuklei bildeten. Diese entstehen, wenn bei der Zellteilung etwas schiefläuft und die Chromosomen nicht korrekt zwischen den beiden neu gebildeten Zellkernen aufgeteilt werden. Es ist ein anerkanntes Standardverfahren, um Erbgut schädigende Effekte von Chemikalien zu messen - je mehr Mikronuklei, desto größer die Gefahr für die Gene.

Die Wissenschaftler wurden fündig: Die Emissionen eines Drucker-Typs ließen sogar fast so viele Mikronuklei entstehen wie bei Begasung der Zellen mit Formaldehyd. "Das ist schon sehr bedenklich", sagt Gminski. "Besonders Drucker, die sehr viele feine und ultrafeine Partikel ausstoßen, scheinen die DNS zu schädigen." Zugleich betont er, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handelt. "Man kann daraus nicht kurzerhand folgern, dass Laserdrucker Krebs auslösen", sagt er. "Doch sind die Ergebnisse ein wichtiger Hinweis auf Chromosomenschäden durch Laserdruckeremissionen - und damit auf eine mutagene Wirkung. Dem müssen wir unbedingt weiter nachgehen."