Von Wiebke Rögener

Wer viel Feinstaub einatmet, hat ein erhöhtes Risiko, mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall im Krankenhaus zu landen.

Beim Thema Feinstaub sind Prognosen einfach: Er wird auch dieses Jahr wieder große Diskussionen auslösen, und zwar bald. Die Stadt München zum Beispiel hatte bis zum 5. März schon 32-mal den Grenzwert für die Feinstaubbelastung an Verkehrsstraßen überschritten - 35 Verstöße pro Jahr sind erlaubt.

Feinstaub

Ein Feinstaub-Russpartikel in 13.000-facher Vergrößerung. (© Foto: ddp)

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Inzwischen weiß auch die Wissenschaft noch genauer zu belegen, welche Gefahr die Partikel in der Luft darstellen.

So nehmen zum Beispiel Klinikeinweisungen älterer Menschen wegen Atemwegserkrankungen oder Herzrhythmusstörungen an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung deutlich zu.

Francesca Dominici von der Johns Hopkins University in Baltimore hat die Folgen gemeinsam mit Kollegen in mehr als 200 städtischen Bezirken der USA untersucht. Dabei richteten die Wissenschaftler ihr Augenmerk speziell auf sehr kleine Staubpartikel mit weniger als 2, 5 Mikrometer Durchmesser, von Fachleuten als PM2.5 bezeichnet. Sie können beim Einatmen bis in die Lungenbläschen vordringen.

Zwei Jahre lang wurde in den Untersuchungsgebieten täglich erfasst, wie viele dieser Staubteilchen in der Luft schwebten und wie viele über 65-Jährige ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Besonders fürs Herz ist der feine Dreck bedrohlich: Das Risiko für Herzversagen stieg um etwa 1,3 Prozent, wenn die Feinstaubmenge pro Kubikmeter Luft sich am selben Tag um zehn Mikrogramm erhöhte (JAMA, Bd.295, S.1127, 2006).

Frauen scheinen überdurchschnittlich gefährdet zu sein

"Die Wirkung etwas größerer Staubpartikel, die als PM10 bezeichnet werden, ist schon länger und besser untersucht", sagt Joachim Heinrich, Leiter der Umweltepidemiologie am GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit bei München. So verfolgte eine Studie in fünf Europäischen Städten das Schicksal von Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt hatten.

Je mehr Staub die Betroffenen danach ausgesetzt waren, desto größer war ihr Risiko, erneut mit Herzproblemen ins Krankenhaus zu müssen. "Aber es gibt auch immer mehr Belege für Gesundheitsschäden durch kleine Partikel", betont Heinrich.

Dazu gehört eine Studie aus Los Angeles. Sie zeigt, dass Menschen, die längere Zeit PM2.5-Staub einatmen, häufiger an Arteriosklerose leiden. Frauen scheinen dabei überdurchschnittlich gefährdet zu sein. Auch Diabetiker leiden besonders unter der Luftverschmutzung.

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