Gesundheit Autos befördern den Infarkt
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Feinste Abgaspartikel in der Luft erhöhen das Risiko fürs Herz. Aber auch der Ärger über Raser, Stau oder missachtete Vorfahrt kann lebensgefährlich werden.
Der Straßenverkehr birgt mehr Gefahren, als die Unfallstatistik der Bundesanstalt für Straßenwesen ausweist. Denn zu den Opfern zählen nicht nur die 6600 Verkehrstoten und die rund 470000 Menschen, die 2003 in Deutschland bei Autounfällen verletzt wurden. Auch viele Herzinfarkte werden offenbar durch den Straßenverkehr ausgelöst.
Autoabgase in Kalkutta, Indien.
(Foto: Foto: AP)Das zeigt eine Studie des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg (1). Das Team unter Leitung der Epidemiologin Annette Peters fragte knapp 700Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten, was sie in den Stunden und Tagen zuvor getan hatten.
Das dreifache Risiko
Dabei zeigte sich: Häufig waren die Patienten, kurz bevor die Symptome einsetzten, mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, war in der Stunde nach einer Auto- oder Busfahrt fast um das Dreifache erhöht.
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Ein Teil der Fälle geht sicher auf die Erbitterung über Raser, Stau oder missachtete Vorfahrt zurück. Doch dieser Verdruss allein kann es nicht sein, meinen die Forscher. Denn auch wer ruhig in öffentlichen Verkehrsmitteln sitzt, ist Infarkt-gefährdet. Sie haben daher vor allem Abgase im Verdacht.
Die Luft in Autos ist weit schädlicher als abseits der Straße
So enthält die Luft in Autos und Bussen weit mehr Schadstoffpartikel als nur hundert Meter abseits der Straße. Vor allem feinste Partikel machten dem Herzen zu schaffen, meinen die Forscher.
So zeigte eine US-Studie an gesunden Autobahnpolizisten kürzlich, dass solche winzigen Teilchen in der Fahrzeugluft den Herzschlag beeinflussen sowie die Mengen der roten Blutkörperchen und verschiedener Entzündungsfaktoren im Blut erhöhen (2).
"Etwa acht Prozent aller Infarkte werden durch den Straßenverkehr ausgelöst", schließt Peters aus den Zahlen. Wie viele davon auf Schadstoffe zurückgehen, können die GSF-Forscher noch nicht sagen. Aber Peters betont: "Unsere Studie macht deutlich, dass Infarktgefährdete auf jeden Fall von einer Reduzierung der Schadstoffe, zum Beispiel durch Rußpartikel-Filter, profitieren."
(1)New England Journal of Medicine, Bd.351, S.1721, 2004. (2)American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Bd.169, S.934, 2004