Geschichte der Medici "Malaria hatten sie alle"

Die Geschichte, die sie am liebsten erzählt, ist die des Großherzog Francesco I. und seiner Geliebten und späteren Ehefrau Bianca Cappello. Francesco, 1541 geboren, war der älteste Sohn Cosimos I. und dessen Ehefrau Eleonora di Toledo. Er galt als verschroben und eigenbrötlerisch, seine Liebe galt nicht der Politik, sondern der Alchimie. Er musste aus politischen Gründen die blasse, schüchterne Johanna, die jüngste Tochter des habsburgischen Kaisers Ferdinand I. heiraten, mit der ihn nicht einmal Freundschaft verband und die ihm trotzdem sieben Kinder gebar.

Sie litt unter einer Schiefstellung des Beckens, die jede Niederkunft zur Qual machte; während der achten Schwangerschaft starb sie nach einem Sturz, bei dem ihre Gebärmutter zerriss. Schon bald nach ihrem Tod heiratete Francesco seine Geliebte, eine üppige rothaarige Witwe, die ihm ein weiteres Kind gebar. Die Liaison erregte das höchste Missfallen seines jüngeren Bruders Ferdinando, der schon als 13-Jähriger zum Kardinal ernannt worden war.

Nach einem gemeinsamen Abendessen mit dem Kardinal Ferdinando am 8. Oktober 1587 wurden Francesco und Bianca von heftigem Unwohlsein befallen; neun Tage später starben sie im Abstand nur weniger Stunden. Natürlich kursierten sofort Gerüchte, die beiden seien vergiftet worden. Ferdinando ließ die Leichen von einem Arzt seines Vertrauens obduzieren, der konstatierte Malaria als Todesursache. "Malaria hatten sie alle", sagt Donatella Lippi, "aber das war sicherlich nicht die Todesursache." Auffällig war, dass bei einer ersten Exhumierung im Jahr 1857 der Körper Francescos außerordentlich gut erhalten war; der Leichnam Biancas wurde bis heute nicht gefunden.

Als die Gebeine 1947 ein weiteres Mal exhumiert wurden, wurden sämtliche Gewebereste entfernt und nur die blanken Knochen wieder bestattet. Als Lippi 2005 die Gebeine abermals in Augenschein nahm, gab es deshalb keine Möglichkeit, die These einer Vergiftung wissenschaftlich zu überprüfen, weil sich die meisten Gifte nur in Haaren oder Weichteilen nachweisen lassen.

Aber Lippi entdeckte in alten Dokumenten Hinweise darauf, dass die Eingeweide Francescos und Biancas in Tongefäßen in der Krypta der Kirche Santa Maria a Bonistallo beigesetzt worden waren. Dort entdeckte sie tatsächlich Fragmente der Gefäße mit Geweberesten, die sich durch eine DNA-Analyse eindeutig Francesco I. zuordnen ließen. Und in diesen Geweberesten fanden sich Spuren von Arsen - ein später Nachweis für die Mordtat des frommen Kardinals, der nach dem Tod seines Bruders den Purpur ablegte und sich selbst zum Großherzog ausrufen ließ.