Geologie Versunkener Kontinent

Am Strand von Mauritius im Indischen Ozean haben Wissenschaftler Spuren eines versunkenen Kontinents entdeckt.

(Foto: ddp)

Atlantis ist ein Mythos, aber einen versunkenen Kontinent gibt es wirklich. Mauritia haben Wissenschaftler ihn genannt. Er verschwand bereits vor Millionen von Jahren im Indischen Ozean.

Von Christopher Schrader

Irgendwann vor 61 bis 84 Millionen Jahren ist im Indischen Ozean ein Kontinent versunken, den Wissenschaftler nun Mauritia nennen.

Was von ihm geblieben ist, findet sich heute unter anderem am Strand der tropischen Trauminsel Mauritius.

Dort haben Geoforscher aus Norwegen, England und Deutschland Spuren in neun Millionen Jahre alten Sandkörnern gefunden.

Die Körner selbst sind aus Felsen kleingeschliffen worden, die wiederum aus Magma entstanden, die einst durch einen sogenannten Plume, einen Kanal zum Erdmantel, an die Oberfläche gelangt ist.

Eingeschlossen in den Sandkörnern fanden die Forscher Zirkone, die zwischen 660 Millionen und fast zwei Milliarden Jahren alt sind. Sie müssen tief in einem uralten Kontinent entstanden sein und von aufsteigenden Magmamassen an dessen Oberfläche gebracht, dann mit ihm versunken und schließlich mit Magma wieder nach oben gespült worden sein.

Einer Berechnung der Plattentektonik zufolge könnte Mauritia als schmaler Streifen zwischen Madagaskar und dem späteren Indien entstanden sein. Als er nach Norden driftete, dürfte die Plume dem kleinen Kontinent nicht gut bekommen sein.

Den Forschern zufolge ist die Erdkruste hier besonders dick, womöglich, weil sie die versunkenen Reste von Mauritia bedeckt (Nature Geoscience, online). Der Streifen erstreckt sich demnach heute von Mauritius und Réunion nach Norden zu den Seychellen.