Wird Taubheit irgendwann heilbar sein? US-Forscher haben im Ohr von Mäusen neue Sinneszellen wachsen lassen. Langfristig hoffen sie, auch das Gehör von Menschen verbessern zu können.
Eine gentherapeutische Methode gegen Gehörverlust hat bei Mäusen erste Erfolge gezeigt. Einer Studie zufolge, die in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature veröffentlicht wird, wurde Mäuse-Embryonen ein Gen ins Innenohr injiziert, das gewöhnliche Zellen dazu bringt, sich in Sinneszellen weiterzuentwickeln.
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Zumindest in Mäuseohren ist es Forschern gelungen: Mittels Geninjektion konnten sie hier Sinneszellen nachwachsen lassen. (© Foto: AFP)
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Diese zusätzlichen Zellen könnten bei erwachsenen Tieren zum Erhalt der Hörfähigkeit beitragen, hieß es. Den Wissenschaftlern von der Oregon Health and Science University zufolge könnte die Gentherapie künftig dabei helfen, Erkrankungen des Innenohrs und Gehörverlust beim Menschen behandeln zu können.
Die Sinneszellen in der Gehörschnecke im Innenohr setzen akustische Signale in Nervenimpulse um, die dann zum Gehirn weitergeleitet werden. Eine Schädigung dieser winzigen Haarzellen ist den Angaben zufolge eine der Hauptursachen für Schwerhörigkeit.
Die Sinneszellen können demnach durch Entzündungen, Erbkrankheiten, Lärm, Alterung und verschiedene Medikamente geschädigt werden. Bei Erwachsenen wachsen zerstörte Haarzellen im Ohr in der Regel nicht wieder nach.
Die Forscher betrachten die Bildung funktionaler Sinneszellen daher als einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zu einer Gentherapie für Erkrankungen des Innenohres beim Menschen.
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(AFP/dpa/gal/tob)
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Es kommt immer darauf an, was sie untersuchen möchten. Der Vorteil bei Mäusen ist die Einfachheit be Genmanipulationen. Man kann bei Mäusen relativ leicht bestimmte Gene ein bzw. ausschalten und schauen was dann passiert. Auf diese Weise wurde übrigens ein zur Vermeidung von Brustkrebs relavantes Gen entdeckt. (BRCA-1)... Wenn man es genau nimmt, haben Mäuse und Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar einen gemeinsamen Vorfahren. Desweiteren würde es kaum sinn machen, daß die Natur das Rad zweimal erfindet. Aus diesem Grund haben alle Säugetiere ähnlich aufgebaute Sinnesorgane.
Das beliebteste Versuchstier hat ein Gewicht von 20-30 g, sein Herz hat die Länge von 0,8 cm, der Magen ein Fassungsvermögen von 1,5 ml. Die Rede ist vom Pharmavorkoster des Menschen: Der Maus.
Obwohl diese Daten eindeutig beweisen, daß eine Maus niemals Modellcharakter für den 70.000 Gramm schweren Menschen haben kann, wird mit ihr millionenfach experimentiert - weil sie so billig ist und so handlich. Neben Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten werden Mäuse als »klassische Laboratoriumstiere« beschrieben, »da ihre Zucht, Haltung und Pflege weniger aufwendig ist als die der größeren Tiere«. Ausschließlich wirtschaftliche Aspekte bestimmen demnach diese Auswahl, die mit wissenschaftlicher begründeter Selektion nicht das Geringste zu tun hat. (»Größere Tiere« sind übrigens auch kein Abbild des Menschen und deswegen genauso wenig geeignet.)