Von Markus C. Schulte von Drach

Australische und amerikanische Forscher haben in Mäuseembryos ein Gen aus der DNS des ausgestorbenen Tasmanischen Tigers zum Leben erweckt.

Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, ein Gen aus dem Erbgut einer ausgestorbenen Art in einem noch lebenden Tier zu reaktivieren.

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Wie die Forscher um Andrew Pask von der University of Melbourne berichten, konnten sie DNS aus dem Erbgut des ausgerotteten Tasmanischen Tigers in Mäusen "zum Leben erwecken".

Die Wissenschaftler hatten ein bestimmtes Gen aus dem Erbgut des ausgestorbenen Beuteltieres isoliert, das sie aus drei in Alkohol konservierten Beutelwolf-Embryos und dem Fell eines erwachsenen Tieres gewonnen hatten.

Dann verpflanzten sie dieses in Mäuseembryos, wo es seinen Zweck erfüllte: Es schaltete die Gene für die Kollagenbildung an, die für den Aufbau von Knorpel und Knochen notwendig ist. Trotz des fremden Erbguts entwickelten sich die Nager-Embryos.

Bereits zuvor hatten Wissenschaftler im Labor Gene aus dem Erbgut ausgestorbener Arten in Zell-Linien eingebracht. "Auf diese Weise kann man jedoch nicht genau sagen, was die Gene tun und wie sie funktionieren", erklärte Pask dem Fachmagazin New Scientist.

Die Forscher sehen in ihrer Arbeit allerdings keine Technik, um ganze Beutelwölfe zu klonen und die Art auf diese Weise wiederauferstehen zu lassen. Dazu ist die Qualität der verfügbaren DNS zu schlecht.

Sie halten es jedoch für möglich, mit ihrer Methode auch Informationen über andere Arten zu erhalten, von denen besseres Material vorhanden ist. Das gilt etwa für Mammuts, Neandertaler und sogar manche Dinosaurier. Man könnte zum Beispiel die Funktion von Genen überprüfen, die zwar Neandertaler besitzen, moderne Menschen jedoch nicht.

Doch Mike Archer von der University of New South Wales, Sydney, hofft, dass die Technik seiner Kollegen tatsächlich dazu führen könnte, vor nicht allzu langer Zeit ausgestorbene Arten zu klonen.

Der Tasmanische Tiger (Thylacinus cynocephalus), der auch Tasmanischer Wolf, Beuteltiger oder Beutelwolf genannt wurde, ist seit 1936 ausgestorben, als das letzte Exemplar im Hobart Zoo gestorben war. In freier Wildbahn wurde der Beutelwolf bereits Anfang der zwanziger Jahre ausgerottet. Embryos und Gewebeproben von einigen Tieren waren jedoch in Alkohol konserviert worden.

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(sueddeutsche.de/cat)