Österreich und Ungarn können den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen weiterhin untersagen. Ein Versuch der Europäischen Kommission, das Verbot aufzuheben, ist an den Umweltministern gescheitert.

Österreich und Ungarn, die bisher bereits den Anbau von Genpflanzen untersagen, können das Verbot aufrechterhalten. Die Europäische Kommission hatte den Umweltministern der EU vorgeschlagen, die Anbauverbote unter anderem für die genetisch veränderte Sorte MON 810 des US-Konzerns Monsanto aufzuheben.

Bild vergrößern

Österreich und Ungarn können den Anbau von genetisch veränderten Pflanzen weiterhin verbieten. (© Foto: dpa)

Anzeige

Die Umweltminister stimmten in Brüssel jedoch mehrheitlich gegen die Abschaffung der Anbauverbote. Österreich und Ungarn lassen den Anbau von Genmais, der gegen den Schädling Maiszünsler resistent ist, wegen ökologischer Bedenken nicht zu.

Auch der deutsche Ressortchef Sigmar Gabriel (SPD) unterstützte Österreich und Ungarn - gegen den ausdrücklichen Wunsch des CDU-geführten Bundesforschungsministeriums.

"Ich kann den gesellschaftlichen Mehrwert der Produkte von (dem US-Konzern) Monsanto nicht erkennen", sagte Gabriel. Eine mögliche Abhängigkeit der Landwirte liege "auf der Hand". Gabriel äußerte auch massive Zweifel am aktuellen Zulassungsverfahren in der EU für Genpflanzen.

Das Votum hat Signalwirkung auch für Deutschland: Die Bundesregierung lässt derzeit ein Anbauverbot für MON 810 prüfen. Umweltschützer sehen in dem Genmais eine Gefahr für den Öko-Landbau und für Schmetterlinge.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte zuvor eine Debatte über gentechnikfreie Regionen in Deutschland ausgelöst.

"Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, dass wir in Deutschland über gentechnikfreie Regionen sprechen, aber gentechnikfreie Mitgliedstaaten nicht zulassen", sagte Gabriel.

Leser empfehlen 

(AP/dpa/AFP/mcs)