Genetikern ist es gelungen, das Erbgut des vor mehr als 10.000 Jahren ausgestorbenen Wollmammuts zu etwa 70 Prozent zu rekonstruieren.
Aus prähistorischen Haarbüscheln haben amerikanische Genetiker genügend Erbgut isoliert, um den genetischen Bauplan des ausgestorbenen Wollhaarmammuts zu entziffern.
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Vor 10.000 Jahren ausgestorben - das Wollmammut. (© Quelle: ExhibitEase LLC/Steven W. Marcus)
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Die Wissenschaftler sammelten für ihre DNS-Analyse Haarproben von zwei Mammuts, die etwa 20.000 beziehungsweise fast 60.000 Jahren im Eis eingefroren waren. Aus den Haaren konnten sie nach ihren Schätzungen etwa 70 Prozent des Mammut-Erbguts rekonstruieren.
Zuvor war es lediglich gelungen, kleine Teile des Mammutgenoms auszulesen. Bei der neuen Untersuchung kam heraus, dass Mammut und Elefant enger miteinander verwandt sind als Mensch und Schimpanse.
Das folgert die Arbeitsgruppe um den Bioinformatiker Webb Miller von der Pennsylvania State University aus der Zahl der Unterschiede zwischen den Genomen (Nature, Bd.456, S.387, 2008).
Bisher wurde meist versucht, Erbgut ausgestorbener Spezies aus Knochenstücken zu gewinnen. Haare seien jedoch eine weitaus bessere Erbgut-Quelle, sagt Michael Hofreiter vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Sie seien weniger mit Bakterien verunreinigt.
Vor einigen Jahren hatten Hofreiter und Kollegen Teile der Erbgutinformationen von ausgestorbenen Höhlenbären veröffentlicht. Zurzeit arbeitet er an der Entzifferung des Neandertalergenoms. Wie das Team um Miller bezeichnet er die aktuelle Sequenz als "Entwurf", der als Basis für weiter Forschungsarbeiten dienen werde. Aber bereits dieser rohe Datensatz eröffnet Einblicke in das Wirken der Evolution.
(SZ vom 20.11.2008/mcs)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Wenn ich die bei uns gebräuchlichen Buchstaben kenne und die deutsche Sprache einigermaßen beherrsche, habe ich noch lange nicht Kants Kritik der reinen Vernunft verstanden