GehirngrößeVon 0 bis 11.000.000.000 Neuronen

Viele Lebewesen auf unserem Planeten besitzen Nervenzellen, manche sogar ein Gehirn. Andere kommen ganz ohne Neuronen aus. Eine Übersicht.

Von Monika Offenberger

Gehirngröße – 0 Neuronen

Bakterien brauchen keine Nervenzellen, geschweige denn ein Nervensystem. Dennoch funktionieren Reizerkennung und Informationsverarbeitung bei den Einzellern nach denselben Prinzipien wie bei komplexeren Organismen: Es gibt Elemente zur Sinneswahrnehmung und solche zum Bewegungsantrieb; die Kommunikation läuft über Signalstoffe innerhalb der Zelle. Das Darmbakterium E. coli trägt in seiner Außenhülle mehr als ein Dutzend Typen von Chemorezeptoren, die nahrhafte von giftigen Substanzen unterscheiden können und fortwährend deren Konzentration melden. Andere Einzeller wie das zu den Archäen zählende Halobacterium salinarum orientieren sich mit Hilfe lichtempfindlicher Pigmente, die jenen der menschlichen Retina ähneln. Ein Kurzzeitgedächtnis von wenigen Sekunden erlaubt es den Mikroben, die Stärke zweier aufeinander folgender Reize zu vergleichen und sich wahlweise zur Reizquelle hin oder von ihr weg zu bewegen. Weder Bakterien noch Archäen können lernen.

(Alle Texte von Monika Offenberger)

Bild: SZ-Grafik:Stefan Dimitrov 24. Dezember 2013, 15:552013-12-24 15:55:14 © SZ vom 24.12.2013/mcs