Viele Rädertierchenarten haben nie Sex und überleben trotzdem seit Jahrmillionen. Wissenschaftler haben nun herausgefunden warum.

Viele Rädertierchenarten haben nie Sex. Trotzdem überleben sie seit Jahrmillionen. Das verwundert Wissenschaftler seit langem, denn nach gängiger Lehrmeinung sind Tiere, die sich asexuell vermehren, besonders anfällig für Parasiten und Krankheitserreger und sterben irgendwann aus.

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Das millimetergrosse Rädertierchen Bdelloida. Wenn die Rädertierchen von Parasiten angegriffen werden, trocknen sie aus und lassen sich vom Wind wegtragen. (© Foto: Kent Loeffler/Kathie T. Hodge/C.G. Wilson/ddp)

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Jetzt haben Forscher der Cornell University durchschaut, wie Bdelloida-Rädertierchen trotzdem überleben: Werden sie von Parasiten befallen, lassen sie sich austrocknen und vom Wind verwehen (Science, online).

Als die Forscher einige Rädertierchen im Labor mit einem tödlichen Pilz infizierten, rafften diese rasch alle dahin. Trockneten die bis zu drei Millimeter großen Tiere aber aus, starben die Pilze. Die Rädertierchen selbst können Jahre lang so überleben. Trägt der Wind sie fort, erobern sie neue Lebensräume.

Fast alle Tiere vermehren sich dagegen sexuell. Biologen sehen den Grund dafür darin, dass sich das Erbgut der Lebewesen so stets neu durchmischt: Jedes Tier entwickelt ein individuelles Immunsystem. Wenn sich ein neuer Parasit ausbreitet, gibt es meist einige Tiere, die zufällig gegen ihn resistent sind - die Art überlebt. Die Bdelloida vermehren sich hingegen über die sogenannte Jungfernzeugung, ein Vorgang ähnlich dem Klonen; alle Individuen haben also ein ähnliches Immunsystem.

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(SZ vom 29.01.2010/fdr/dmo)