Aus Amerika eingeschleppte Maiswurzelbohrer bedrohen die Ernte in Süddeutschland. Landwirte haben nur geringe Möglichkeiten, um sich gegen den hartnäckigen Schädling zu wehren.
Der Albtraum aller Maisbauern ist zurück. 34 Exemplare des Maiswurzelbohrers gingen Anfang dieser Woche in Baden-Württemberg in die Falle, zwei weitere in Bayern.
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Der Schrecken der Maisbauern hat den Winter überlebt: Der gefürchtete Maiswurzelbohrer bedroht erneut die Ernte in Deutschland. (© Foto: ddp)
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Der weltweit gefährlichste Maisschädling war im vergangenen Sommer erstmals in Deutschland gefunden worden und wurde mit Notmaßnahmen, wie etwa dem Versprühen von Gift, bekämpft. Dennoch hat der Käfer den Winter in Deutschland überlebt.
In Amerika verursacht der Maiswurzelbohrer jährlich Schäden von rund einer Milliarde Dollar. Die Larven fressen zunächst die Wurzelhaare der Maispflanzen und bohren sich später in die Wurzeln. Dadurch können die Pflanzen weniger Nährstoffe aufnehmen und knicken um. Auf betroffenen Feldern vernichtet der aus Südamerika eingeschleppte Käfer häufig bis zu 80 Prozent der Ernte.
Wo der Schädling im vergangenen Jahr auftrat, errichtete das Bundesamt für Verbraucherschutz Sicherheitszonen und verordnete den Einsatz des Pestizids Clothianidin. Es umgibt die Saatkörner mit einer schützenden Hülle.
Aufschrei der Imker
Doch als süddeutsche Landwirte das Insektizid bei der Aussaat von Mais in diesem Frühjahr einsetzen, lösten sie eine ökologische Katastrophe aus. Wegen einer mangelhaften Beize haftete das Pflanzenschutzmittel nicht ausreichend an den Maiskörnern. Es wurde vom Wind weg getragen und setzte sich auf Blüten ab.
Dort kamen Bienen mit dem Gift in Kontakt - 330 Millionen Honigbienen in etwa 11.500 Völkern verendeten. Es kam zu einem Aufschrei der Imker und das Bundesamt entzog daraufhin Clothianidin die Zulassung für den Einsatz auf Maisfeldern. Die Maisbauern hoffen nun, dass die Hersteller der Insektizide die Beize verbessern, damit sie das Mittel im kommenden Jahr gefahrlos wieder einsetzen können.
Beim Braunschweiger Julius-Kühn-Institut gibt es jedoch Zweifel, "dass es die Hersteller bis zur nächsten Saison schaffen werden, die Beize ausreichend zu verbessern", sagt Udo Heimbach vom Institut für Pflanzenschutz. "Da vergeht wichtige Zeit, in der wir gegen den Maiswurzelbohrer wenig in der Hand haben."
Eine Alternative zu dem Insektizid wäre gentechnisch veränderter Mais, der einen Giftstoff gegen den Maiswurzelbohrer produziert. Doch dieser wird von Teilen der Bevölkerung nicht akzeptiert.
Weiterer Dauerschädling
Statt auf Insektengifte und Gentechnik zu setzen, könnten die Bauern der Maiswurzelbohrer-Plage auch mit einem einfachen, traditionellen Mittel Herr werden. Würden die Landwirte statt einer Mais-Monokultur abwechselnd Mais und etwa im folgenden Jahr Weizen anbauen, fänden die Larven ein Jahr lang keine Nahrung - die Schäden wären im Folgejahr minimal.
"Doch das würde für viele Landwirte den Ruin bedeuten", sagt Heimbach. "Viele Bauern sind ausschließlich für Mais-Monokulturen ausgerüstet und müssten für den Weizenanbau neue Maschinen anschaffen." Das Resultat: "Der Maiswurzelbohrer wird genauso wie der Borkenkäfer zum Dauerschädling in Deutschland", sagt Heimbach. Der Albtraum hat also erst begonnen.
(SZ vom 24.07.2008/gal)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
Komme gerade von einer 80km-Fahrradtour im Dachauer Hinterland zurueck. Gesehen habe ich 2 Schmetterlinge (1 Kohlweissling, 1 "Kleiner Fuchs"), Laufkaefer keine.
Aber das gab es zu sehen: Riesige neue Siloanlagen zur Kraftfuttergewinnung aus Mais, das die MilchÜBERproduktion steigern soll und neue Grossstallungen zur Milchviehhaltung .
Das erfordert Investitionen, die sich bei dem derzeitigen Milchpreisverfall nicht rechnen, so wird die "Jungbauernschaft" wieder streiken und die Milch zusammen mit den riesigen Guellemengen auf die Felder ausbringen (Endstation Grundwasser).
@didifri
Zitat: "Wer schädigt die Natur mehr? Wer den Anbau Maiszünslerresistenten Maissorten verhindert oder der Anbauer von Gen-Mais? "
Auch das gab es heute zu sehen: Ueberall Plakate mit der Aufschrift: "Wir bayerischen Bauern lehnen den Einsatz genveraenderten Saatgutes ab." Also, die Landwirtschaft selbst ist der "Verhinderer", und nicht irgendwelche gruenen "Hundegassifuehrer". Dafuer bringen die Landwirte dann Insektizide aus, die jetzt zur Katastrophe gefuehrt haben.
"Unqualifiziertes Nachplappern des gängigen Mainstreams hilft hier leider nicht weiter... "
ja wenn die Argumente ausgehen und die Tatsachen nicht gesehen werden, bleiben nur die Standardkillersprüche. Schade.
Unqualifiziertes Nachplappern des gängigen Mainstreams hilft hier leider nicht weiter...
Sicher kein Hüsterchen dafür Tiersterben und zumindestens Allergie beim menschen - Spätfolgen sind nur teilweise erforscht.. Außerden zurück zur Leibeigenschaft von der Saatgutindustrie. Wer's mag
Leicht verwirrt? Sie können offenbar nicht zwischen Privat- und öffentlichem Eigentum unterscheiden?
Wer schädigt die Natur mehr? Wer den Anbau Maiszünslerresistenten Maissorten verhindert oder der Anbauer von Gen-Mais? Nachweislich hat noch nie hat jemand wegen Genmais ein Hüstelchen gekriegt, noch nie eine Heiserkeit, noch nie ein Fieber.
Paging