Neben sozialen Faktoren spielt auch das Erbgut eine Rolle, wenn Männer sich als Frauen fühlen, berichten australische Forscher.
Mitunter denken Eltern, sie könnten es ihren Söhnen ausreden, wenn diese sich sehnlich wünschen, ein Mädchen zu sein.
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Die transsexuelle israelische Sängerin Dana International gewann 1998 den Eurovision Song Contest. (© Foto: dpa)
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Doch Sexualwissenschaftler vermuten längst, dass neben sozialen auch biologische Faktoren eine Rolle spielen, wenn kleine Jungen gerne die Unterwäsche ihrer Mutter anziehen, wenn sie in der Pubertät mit Neid auf die wachsenden Brüste der Mädchen blicken und wenn sie sich schließlich - oft nach einem langen Leidensweg - als Erwachsene für eine Umoperation zur Frau entscheiden.
Nun präsentieren Wissenschaftler aus Australien erstmals handfeste genetische Ursachen für Mann-zu-Frau-Transsexualität.
Die Forscher vom Prince Henry's Institute of Medical Research untersuchten die Gene von 112 weiblichen Transsexuellen, die als Mann geboren worden waren, sowie die von 258 gewöhnlichen Männern. In dieser bisher größten genetischen Studie zum Thema fanden sie heraus, dass die Transsexuellen häufig ein übermäßig langes Gen für den Androgenrezeptor besitzen - für ein Molekül also, das im Körper die Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron vermittelt.
Ein langes Gen ist weniger tüchtig als ein kurzes. "Im Mutterleib könnten die Kinder daher weniger Testosteron ausgesetzt gewesen sein", vermuten die Forscher um Vincent Harley in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry: Das Gehirn sei deshalb während der Fötal-Entwicklung feminisiert worden.
Dieser Interpretation stimmt auch Bernd Meyenburg von der Universität Frankfurt zu. Sie decke sich mit bisherigen Vermutungen. Der Experte für Transsexualität warnt allerdings davor, gleich zu Hormonkur und Skalpell zu greifen, sobald der Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung auftritt. Hintergrund seien auch nicht immer die Gene.
Wenn Jungen sich mit Mädchen identifizieren, liege das oft daran, dass ihre Mutter "emotional abwesend" sei - weil sie an Depressionen leidet zum Beispiel. "Die Transsexualität ist dann ein Ausdruck des Wunsches, die Nähe zur Mutter wiederherzustellen", sagt Meyenburg.
(SZ vom 28.10.2008/mcs)
Vor der EM in Polen und der Ukraine
...wäre ehrlicher.
Es werden immer weniger Tageszeitungen gekauft und verwundern tut es eigentlich nicht: Die Qualität ging nach unten und die Quantität nach oben. Hat man doch heutzutage die schöne copy-paste-Funktion. Da sind Artikel schneller getippt als mit den Augen gezwinkert.
Hier ein Pressemitteilung: copy, paste. Da noch ein Zitat, das ganz gut aussieht: copy, paste. Vielleicht passt noch eine andere Mitteilung dazu: copy, paste und hübsche Übergänge schreiben und fertig sind 2 Seiten Story.
So etwas, wie Recherche, nachfragen, nachhaken, hinterfragen sind journalistische Tugenden von gestern geworden. Dinosaurier die den Copy-Paste-Klimawandel nicht überlebt haben. Und somit steht in einer Tageszeitung das Gleiche, wie in einer anderen Tageszeitung. Die tatsächliche Informationsmenge nimmt ab, strebt gegen Null, während die nichtssagenden Presseveröffentlichungssätze zunehmen.
Früher war das Interessante daran, eine bestimmte Zeitung zu kaufen das, dass man wusste, die vertreten eine bestimmte Meinung, die fragen nach und hinterfragen Fakten; Da erfährt man etwas, das man in anderen Zeitungen nicht erfährt; Ein Thema wird von einer Seite beleuchtet, von der es von anderen nicht beleuchtet wird... Ja früher... da unterschied sich die Boulevard-Presse von der ernsteren nicht nur durch die Dicke der Überschriften. Doch gestern ist vorbei. Heute gibts ja copy-paste.
Brave new world.
Manche Menschen reden viel und gerne und auch gerne am Thema vorbei - wie z.B. Herr Meyenburg. Die Süddeutsche merkt das nicht, denn das hätte ja wissenschaftliche Arbeit erfordert.
Für Herr Bernd Meyenburg ist so ziemlich alles eine psychische Störung - und ganz besonders Homosexualität, die häufigste Form der Geschlechtsidentitässtörung (laut Meyenburg, Zucker und Bradley, u.a.). Kinder, die eine GIS (Geschlechtsidentitätsstörung) diagnostiziert bekommen, sind nur zu max. 5% transsexuell (!), aber zum überwiegenden Teil homosexuelle Jungs (laut Zucker und Bradley), weshalb auch Herr Meyenburg meint: Die Mehrzahl der Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindesalter stellt eine Vorstufe der Homosexualität dar." und Frau S. Becker: Anders als früher wird heute die frühe Manifestation der Geschlechtsidentitätsstörung und die sexuelle Orientierung auf Männer als zusammengehörend gesehen. ... angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Jungen mit manifester Geschlechtsidentitätsstörung in der Kindheit später homosexuell .... wird" Wenn also Herr Meyenburg über Kinder mit GIS spricht, so meint er nicht-transsexuelle homosexuelle Jungs (zu etwa 50%). 95% der Kinder, die eine GIS diagnostiziert bekommen, sind ja garnicht transsexuell.
Abgesehen davon weiß seit etwa 10 Jahren, dass bei transsexuellen menschen das Geschlecht des Gehirns von dem der Genitalien abweicht, es sich also mitnichten um eine psychische Störung handelt. Auch hier wäre es sinnvoll, bevor man einen etwas senilen "Spezialisten" befragt, doch zuerst einmal zu recherchieren und sich die 2 Untersuchungen von Zhou et al und von Stalla et al mal anzuschauen und diese mit diesen neuen Erkenntnissen zu vergleichen. Man stellt fest: Tatsächlich, Transsexualität ist KEINE psychische Störung, sondern angeboren.
"Sie sind ihr Gehirn", sagt Manfred Spitzer doch immer so gerne. Dies soll für alle Menschen gelten, doch nicht für transsexuelle Menschen, denn die sind ihre Genitalien.
Wir SIND aber nun mal unser Gehirn und wenn dieses weiblich ist, dann sind wir weiblich und wenn es männlich ist, dann sind wir männlich. Ist diese Logik zu simpel um selbst von Journalisten verstanden zu werden?
Aber dazu müsste man ja nachdenken, recherchieren, arbeiten - anstatt einfach ungeprüft Zitate uns Aussagen zu übernehmen. Minderheiten schlecht zu machen und sie ins Lächerliche zu ziehen hat ja zudem eine lange Tradition In Deutschland und die ist ja auch was wert.
Ich finde es ja interessant, dass wieder einmal eine Studie besagt: Transsexualität ist angeboren. Folgendes wundert mich dann doch: Wann werden die Deutschen begreifen, dass - ausgehend von der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass das Gehirn das wichtigste Organ des Menschen ist und nicht etwa ein Penis - wenn ein Mensch mit dem gehirn einer Frau und Penis geboren wurde dieser Mensch nicht gebürtig ein Mann sein kann, sondern als Mädchen mit Penis und Hoden geboren wurde. Das tolle ist: Diese Mädchen sagen das dann auch... daher rührt der Satz "Ich bin ein Mädchen" bzw. "ich bin im falschen Körper geboren". Diese Wahrheit als wahrheit ernstzunehmen wäre einmal etwas, meinen sie nicht? Ich finde es ist Teil der Diskriminierung und Menschenverachtung gegenüber transsexuellen Menschen, wenn man dies nicht anerkennt, da - wie oben schon geschrieben - das Gehirn das wichtigste organ des Menschen ist - wenn es sich geschlechtlich entwickelt, eben auch das wichtigste Geschlechtsorgan. Es gibt Mädchen, die mit Penis und Hoden geboren werden - das wäre die sinnvolle Erkenntnis auch aus dieser Studie (es gibt ja derer zahlreiche in den letzten Jahren und sie kommen immer zum selben Ergebnis). Wenn man zudem weiss, dass Mädchen, die miit Penis und Hoden geboren werden heute noch von Menschen wie Herrn Meyenburg als psychisch identitätsgestörte Jungs behandelt werden (dazu auch interessant: der besagte Mann ist ein Kollege von Kenneth Zucker, einem Kanadier, der an Kindern reparative Therapien durchführt), wenn man weiss, dass die Tortur für transsexuelle Menschen erst mit der geschlechtlichen Fehlzuordnung beginnt, dann sollte man darüber nachdenken ob es im Jahr 2008 nicht einmal an der Zeit wäre aus ethisch-moralischen Gründen und im Sinner der Menschenrechte endlich anzuerkennen, dass es Mädchen gibt, die mit Penis und Hoden geboren werden und Jungs, die mit Gebärmutter und Vagina auf die Welt kommen. Erst dann werden die psychischen Grausamkeiten, die Fehlzuordnungen, die Transphobie in Deutschland enden.
Wenn dann irgendwann einmal auch Redkteuere nicht weiter Überschriften schreiben wie "wenn Männer sich als Frauen fühlen", sondern bemerken, dass sie hier geschlechtlich fehlzuordnen und es sich eigentlich um gebürtige Frauen handelt, dann waären wir der Wahrnehmung transsexueller Menschen ein Stück näher.
Welche Negativauswirkungen geschlechtliche Fehlzuordnungen (wie eine gebürtige transsexuelle Frau zum Mann zu erklären, obwohl sie lediglich mit Penis