Gefahr einer Pandemie USA rufen Gesundheits-Alarm aus

In den USA und Kanada sind 24 Fälle der von Mexiko ausgehenden Schweinegrippe bestätigt worden. In Europa gibt es erstmals Verdachtsfälle.

Die US-Regierung hat nach dem immer stärkeren Übergreifen der mexikanischen Schweinegrippe auf die USA den öffentlichen Gesundheits-Alarmzustand ausgerufen. Bislang wurden 20 Fälle von Schweinegrippe bei Menschen von den US-Behörden bestätigt: davon acht in New York, sieben im Bundesstaat Kalifornien, je zwei in den Bundesstaaten Texas und Kansas sowie einer in Ohio. Auch Kanada bestätigte erstmals vier Erkrankungen. In Europa gibt es jetzt erstmals Verdachtsfälle.

Künftig würden alle Reisenden, die aus betroffenen Gebieten kämen, untersucht, sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano. US-Präsident Barak Obama zeigte sich über die Ausbreitung der Schweinegrippe in den USA besorgt. Der Präsident verfolge die Entwicklung genau und habe eine "sehr aktive, aggressive und abgestimmte Antwort" auf die Verbreitung des gefährlichen Virus angeordnet, sagte sein Berater John Brennan.

New Yorker Schule betroffen

Kurz zuvor hatte Bürgermeister Michael Bloomberg am Sonntag mitgeteilt, dass acht Schüler eines Privatgymnasiums positiv auf das Virus getestet worden seien. Anders als in Mexiko seien die Symptome jedoch mild.

Die Schule soll am Montag geschlossen bleiben. Insgesamt hatten mehr als 100 der 2700 Schüler der St. Francis Preparatory School im Stadtteil Queens über grippeähnliche Symptome geklagt. Die städtische Gesundheitsbehörde stellte bereits am Samstag bei acht von neun Proben Influenza des Typs A fest. Die US-Gesundheitsbehörde CDC in Atlanta habe in weiteren Tests den Verdacht bestätigt, dass es sich tatsächlich um die Schweinegrippe handele, sagte Bloomberg. Einige der Schüler hatten vor kurzem Cancun in Mexiko besucht.

Verdacht in Spanien, Frankreich und Schottland

Die spanische Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez hat das Auftreten dreier Verdachtsfälle der Schweinegrippe in Spanien bestätigt. Die Fälle seien in Bilbao, Valencia und Almansa aufgetreten, so die Ministerin nach Informationen der Süddeutschen Zeitung. Die drei Personen seien in den vergangenen Tagen von Mexikoreisen zurückgekehrt und hätten sich nach dem Auftreten erster Symptome in ärztliche Behandlung gegeben.

Sie seien in guter Verfassung, befänden sich aber aus Sicherheitsgründen in Quarantäne. Ob es sich tatsächlich um den Erreger der Schweinegrippe handle, sei noch unklar. In Frankreich wurden vier Menschen unter Beobachtung gestellt, die ebenfalls kürzlich in Mexiko waren. Auch Schottland meldeten mehrere Verdachtsfälle.

86 Tote in Mexiko

In Mexiko sterben immer mehr Menschen an der neuen Form der Schweinegrippe. Mittlerweile seien bis zu 86 Menschen dem Virus erlegen, sagte Gesundheitsminister Jose Angel Cordova am Samstag. Vermutlich 1300 Menschen hätten sich zudem inzwischen infiziert.

Die Regierung ordnete an, alle Schulen in der 20-Millionen-Einwohner-Metropole Mexiko-Stadt, den umliegenden Gebieten sowie dem Bundesstaat San Luis Potosi bis zum 6. Mai geschlossen zu halten, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Cordova rief außerdem dazu auf, alle Kneipen, Diskotheken, Stadien, Kinos und Kirchen zu schließen.

Verdacht in London nicht bestätigt

In London wurde ein Mitglied des Kabinenpersonals einer aus Mexiko kommenden Passagiermaschine mit grippeähnlichen Symptomen vorsichtshalber in ein Krankenhaus eingeliefert, doch der Verdacht bestätigte sich nicht: "Alle Tests sind negativ ausgefallen", sagte ein Sprecher des Londoner Northwick Park Hospitals am Sonntag.

Verdacht in Neuseeland und Israel

In Neuseeland ist bei zehn Schüler nach einer Mexikoreise das Influenzavirus festgestellt worden, wie Gesundheitsminister Tony Ryall mitteilte. Es handele sich wahrscheinlich um die Schweinegrippe, sagte er. Keiner der Schüler sei schwer erkrankt, offenbar seien sie schon wieder auf dem Weg der Besserung. Insgesamt seien 13 erkrankte Schüler, die am Samstag aus Mexiko zurückgekehrt waren, untersucht worden. Die Ergebnisse würden an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weitergeleitet. Weitere Verdachtsfälle gibt es in Israel.

Auf der Internet-Seite des Robert Koch-Instituts in Berlin hieß es, derzeit lasse sich noch nicht einschätzen, welche Bedeutung das Geschehen für Deutschland habe. Es sei aber grundsätzlich nicht auszuschließen, dass einzelne Influenzafälle durch Reisende eingeschleppt würden.

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