Informationen von US-Satelliten sind künftig geheim. Das erschwert die Vorhersage von Meteoriten-Einschlägen - mit gravierenden Folgen.
Bei der Suche nach Himmelskörpern, die mit der Erde kollidieren könnten, müssen Wissenschaftler künftig auf die Hilfe von Spionagesatelliten verzichten.
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Die Folgen eines Meteoriten-Einschlags können gravierend sein: Der Canon Diabolo im US-Bundesstaat Arizona ist mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer der größte der Welt. (© Foto: dpa)
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Das amerikanische Militär hat überraschend eine Vereinbarung gekündigt, die Astronomen bislang Zugriff auf entsprechende Daten aus dem Weltraum erlaubt hatte. Die Forscher fürchten nun, dass die Vorhersage von Meteoriten-Einschlägen dadurch deutlich erschwert wird.
Tag und Nacht überwacht eine ganze Armada von Infrarot-Satelliten im Auftrag des Pentagons die Erde. Eigentliche Aufgabe der militärischen Späher ist es, feindliche Raketenstarts sowie größere Explosionen, etwa von Atombomben, ausfindig zu machen.
Den Militärspähern entgeht aber auch nicht, wenn ein Meteorit in die Erdatmosphäre eindringt und sich dabei stark erhitzt oder explodiert. Hunderte solcher kosmischen Einschläge hat das Pentagon in den vergangenen Jahren entdeckt und die Daten meist umgehend an die Wissenschaftler weitergegeben, berichtet der Onlinedienst Space.com.
Die Experten konnten daraus Zeit und Ort des Einschlags, aber auch die Höhe einer möglichen Explosion und die dabei freigesetzte Energie bestimmen. Da viele Einschläge über den Ozeanen oder während des Tages passieren - und somit für irdische Beobachter unsichtbar sind -, können nur Satelliten die Auswirkungen im Detail erkunden.
"Die militärischen Systeme waren extrem nützlich", sagt der kanadische Astronom Peter Brown der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature. "Wissenschaftler haben davon sehr profitiert."
So gelang es Brown und Kollegen nicht nur, anhand der Daten die jährliche Zahl der Einschläge von Himmelskörpern abzuschätzen. Mithilfe der Bahndaten konnten die Forscher auch Teile von Meteoriten aufspüren, die den Erdboden erreicht hatten - zuletzt gelang ein solcher Fund im Dezember 2008 in der Sahara.
Warum das US-Militär die wissenschaftlichen Daten nun, nach 15 Jahren freiem Zugang, plötzlich als geheim einstuft, ist noch unklar. Möglicherweise hängt die Entscheidung mit dem Start einer neuen, zehn Milliarden Dollar teuren Generation von Aufklärungssatelliten zusammen.
Über deren stark elliptische Umlaufbahnen und offenbar ungeahnte Beobachtungsmöglichkeiten soll möglichst wenig öffentlich bekannt werden.
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(SZ vom 17.06.2009/gal)
Proteste gegen ACTA
Ich finde es sowiso immer sehr erstaunlich wie offen die westlichen Militärs mit geheimnissen umgehen. Jeder weis seit N24 wann wiviel und auf welche weise die US Armee ihre Panzer Baut/Umbaut usw.
Die technischen Daten des Eurofigther samt Avionic...offengelegt
GPS frei zugänglich...
whatever, wir wissen es und der potenzielle Feind auch. Die schöne friedliche Zeit nach dem Sowjeteinbruch ist vorbei, etwas mehr Geheimhaltung würde uns gut tun.
der größte der Welt" ??? Schon 'mal im Nördlinger Ries gewesen?
"Das erschwert die Vorhersage von Meteoriten-Einschlägen - mit gravierenden Folgen."
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Diese Überschrift kann nur jemand geschrieben haben, der den Inhalt des Artikels nicht verdaut hat. Diese Art von Beobachtungssatelliten stellen fest, dass schnelle 'Geschosse' schon durch die Erdatmosphäre flitzen, denn sie schauen nach unten. Sie halten keine Ausschau ins 'Weltall', ob da etwas Gefährliches im Anflug sein könnte. Es geht daher nicht um 'Vorhersage' sondern mehr um einen 'Nachklapp'.
klasse Kommentar. Die Militärs wissen doch immer am besten Bescheid...
"Bei der Suche nach Himmelskörpern, die mit der Erde kollidieren könnten, müssen Wissenschaftler künftig auf die Hilfe von Spionagesatelliten verzichten."
und dann:
"Den Militärspähern entgeht aber auch nicht, wenn ein Meteorit in die Erdatmosphäre eindringt und sich dabei stark erhitzt oder explodiert."
Die Astronomen suchen also Himmelskörper, die der Erde Gefahr bringen dadurch, dass sie die Einschläge bzw. die Infrarotsignaturen der schon Eingetroffenen registrieren? Wenn ein richtiger 'Hammer' aus dem All einschlägt, hilft das den Astronomen auch nicht mehr.
Die verordnete aktuelle Geheimhaltungsorder ist wohl eher darauf zurückzuführen, dass geheim bleiben soll, wo genau man beobachtet und was zu erkennen das Militär begehrt. Hier entdecken wir im Grunde nur eine aufkommende Krise, denn ggf. liegen schon Informationen vor, die es dem Militär norwendig erscheinen lassen, eben diese nicht offenzulegen meint ...
Kuni