Das Umweltbundesamt warnt vor gefährlichem Quecksilber in Energiesparlampen. Die Verbraucherzentrale klagt: "Der Staat hat bei der Produktsicherheit offenbar geschlafen."
Wenn Energiesparlampen zerbrechen, können gefährliche Quecksilberdämpfe entstehen, hat das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau am Donnerstag gewarnt. Noch fünf Stunden später könne über den Scherben viel von dem Schwermetall in der Luft hängen. Bei einer Stichprobe mit zwei handelsüblichen Modellen war der Richtwert um das 20-fache überschritten, ab dem das UBA das sofortige Beseitigen der Ursache empfiehlt. Kinder und Schwangere sowie Haustiere sollten sich daher von zerbrochenen Energiesparlampen fernhalten. "Wir haben Konzentrationen in der Luft gefunden, mit denen wir nicht zufrieden sein können", sagt die zuständige UBA-Mitarbeiterin Christiane Markard. "Aber wir haben in einer Stichprobe auch nur den schlimmsten Fall untersucht, dass die Splitter liegen bleiben."
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Gefährliche Quecksilberdämpfe: Wenn Energiesparlampen zerbrechen, sollte man sofort gut lüften. (© dpa)
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Bis Ende Januar sollen jetzt weitere Tests erfolgen, in denen das Amt andere Modelle zerbrechen lässt und vor allem prüft, was beim Aufräumen der Scherben passiert. Auf seiner Webseite empfiehlt das UBA, zuerst den Raum 15 Minuten lang kräftig zu lüften und ihn so lange zu verlassen. Dann sollen die Splitter mit einem Stück Karton zusammengeschoben und mit Handschuhen in ein verschließbares Glas gelegt werden, das später entsorgt wird. Dann seien "keine Gesundheitsschäden zu erwarten".
Verbraucherschützer fordern wegen der Warnung des UBA ein Aussetzen des EU-Verbots für herkömmliche Glühbirnen, von denen nur noch Modelle bis 60Watt verkauft werden. "Der Staat hat bei der Produktsicherheit (der Energiesparlampen, d. Red) offenbar geschlafen", klagte der Vorstand des Bundesverband der Verbraucherzentralen, Gerd Billen. Der Hersteller von Energiesparlampen Megaman forderte unterdessen, in allen Lampen flüssige durch feste Quecksilber-Verbindungen zu ersetzen. Ob das einen Vorteil bietet, wenn eingeschaltete Lampen zerbrechen, ist jedoch ungeklärt: Das Quecksilber wird in beiden Fällen zu einem Gas erhitzt.
"Die richtige und notwendige Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent gegenüber Glühbirnen muss einhergehen mit sicheren Produkten", sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Er forderte die Industrie auf, mehr Energiesparlampen anzubieten, die dank einer Kunststoff-Ummantelung vor dem Zerbrechen geschützt sind. Den Verbrauchern riet er, für Kinderzimmer solche Produkte zu kaufen oder andere sparsame Lampen etwa mit LED- oder Halogentechnik einzusetzen.
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(SZ vom 03.12.2010/segi)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Ich habe mir einen mächtigen Vorrat an normalen Glühbirnen angelegt. Der reicht noch hundert Jahre - diese dämlichen Sparlampen mit ihrem furchtbaren Design und Licht braucht kein Mensch - ich zumindest nicht.
Quecksilber in Energiesparlampen stirbt (unsachgemäße Handhabung von Gegenständen hat in der Evolution immer zu Selektion geführt) wird dadurch wesentlich mehr CO2 eingespart als durch die Benutzung der Lampe anstatt Glühlampen.
Beim Betrieb von Glühlampen wird über die Kohleverbrennung (auch im Energiemix), über die durchschnittliche Lebensdauer einer Energiesparlampe betrachtet, mehr Quecksilber freigesetzt als eine solche enthält.
Der Wahn unserer CO2-Sparexperten (auch Mutti) hat dazu geführt Glühbirnen langsam zu verbieten und nicht richtig dahinter zu schauen, wodurch sie eigentlich ersetzt werden (Produktionsaufwand: Elektronik, Inhaltsstoffe; Entsorgung).
Naja, die Industrielobby gibt es ja auch noch, die unsere Politiker nasführt und die Bevölkerung mit vera...ht.
Jetzt wird zwar Energie gespart durch den Bürger, aber ebenso Quecksilber in die Gegend diffundiert. Man frage nur einmal den Mann auf der Straße, was er über die Entsorgung dieser Energiesparlampen weiß. Zu 90% niente !
Man kann gerne auch 'mal in die Behälter schauen, in denen die ausgebrannten Neonröhren bis Energiesparlampen gesammelt werden: *Glasschrott*.
Als Ergänzung zu dem Artikel der SZ hier:
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&dig=2010%2F12%2F03%2Fa0089&cHash=c19c4b3963
Eine durchschnittliche Energiesparlampe enthält ganze 5 mg Quecksilber und das auch nicht in reiner Form sondern üblicherweise als Amalgam. Zum Vergleich - ein Fieberthermometer mit dem Generationen groß wurden, enthielt über 1 g reines Quecksilber.
Damit kann man sich beim besten Willen nicht vergiften oder irgendeine Gesundheitsgefährdung provozieren.
Das nun schon das UBA auf den grün/esoterischen Zug aufspringt, verwundert mich schon, bei den sogenannten "Verbraucherschützern" hingegen weniger.
Ulrich
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