Gates-Spende 287 Millionen Dollar für Suche nach Aids-Impfstoff

Microsoft-Gründer Bill Gates will mit seiner Spende unabhängig arbeitende Wissenschaftler im Kampf gegen das HI-Virus unterstützen - darunter auch deutsche Forscher.

Mit 287 Millionen Dollar (226,9 Millionen Euro) will Microsoft-Gründer Bill Gates den Kampf gegen Aids unterstützen.

Bill und Melinda Gates

(Foto: Foto: dpa)

Mit der großzügigen Spende sollen bisher von der Pharmaindustrie unabhängig arbeitende Wissenschaftler-Teams gemeinsam die Suche nach einem Impfstoff gegen die Immunschwäche-Krankheit vorantreiben, wie die Bill und Melinda Gates Stiftung bekannt gab.

Das Geld soll über einen Zeitraum von fünf Jahren an 16 Wissenschaftler-Teams in verschiedenen Ländern vergeben werden. Es sei die bisher größte Investition einer privaten Stiftung, hieß es.

Auch der deutscher Aidsforscher Hagen von Briesen und sein Team am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Forschung in St. Ingbert (Saarland) werden von der Stiftung für ihre Arbeit gefördert.

Aus Stiftungskreisen wurde bestätigt, dass die Deutschen 7,5 Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) für ihren Einsatz an der Entwicklung eines Aids-Impfstoffes erhalten sollen.

Von Briesen war an der ersten deutschen Isolierung eines HI-Virus beteiligt und hatte später bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNAIDS, der UN-Agentur zum Kampf gegen HIV/Aids gearbeitet.

Außer der Gates-Spende bekommt das Team um von Briesen zusätzlich mehr etwa zwei Millionen Euro von der saarländischen Landesregierung und dem Fraunhofer-Institut.

Bisher wurde die Suche nach einem Impfstoff gegen das tödliche Aids-Virus HIV von kleinen unabhängig voneinander arbeitenden Forscherteams betrieben. Die Gates-Spende solle es den rund 165 Wissenschaftlern ermöglichen, durch Datenaustausch und Vergleich von Ergebnissen enger zusammen zu arbeiten.

Gefördert werden soll die Suche nach innovativen Techniken, wie beispielsweise die Produktion von neutralisierenden Anti-Körpern. Darüber hinaus sollen zentrale Laboratorien gegründet werden, über die die Teams offen Daten austauschen können. Dort sollen auch Standards entwickelt werden, anhand derer die Ergebnisse verglichen werden können.

Das Fehlen dieser Standards habe bisher der effektiven Suche nach einem Aids- Impfstoff im Wege gestanden, hieß es von Seiten der Stiftung.

Die Gates-Stiftung hatte bereits zuvor die Erforschung des HI-Virus großzügig unterstützt: Inklusive der jüngsten Spende sind es bisher 528 Millionen Dollar. Um die Finanzierung müssen sich Bill Gates und seine Frau Melinda keine Sorgen machen: Im vergangenen Monat hatte der US-Investor Warren E. Buffett 31 Milliarden Dollar aus seinem Vermögen der Gates-Stiftung gegeben.