Seit mehr als 150 Jahren versuchen Wissenschaftler zu klären, seit wann es Menschen gibt und woher wir kommen. Aber lässt sich das überhaupt herausfinden?
Nachdem Charles Darwin 1859 aufgrund seiner Evolutionstheorie zu der Erkenntnis gekommen war, dass der Mensch vom Affen abstammt, haben Forscher nach dem "Missing Link" gesucht - dem fehlenden Bindeglied zwischen dem Homo sapiens und seinen nichtmenschlichen Vorfahren. Und tatsächlich wurden seitdem immer wieder versteinerte Knochen von Urzeitmenschen mit Eigenschaften entdeckt, die als "primitiv" betrachtet wurden.
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Homo erectus, einer der Vorfahren des modernen Menschen. Oder? (© Foto: dpa)
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Jeder Fund eines Fossils, das sich von der Anatomie her irgendwie zwischen den modernen Menschen und den Affen einordnen ließ, wurde anschließend in die Entwicklungslinie der Hominiden (Familie der Menschenaffen) eingereiht, in der Hoffnung, irgendwann einmal eine gewissermaßen nahtlose Abfolge zu erhalten.
So war der Entdecker des Java-Menschen, der Niederländer Eugene Dubois, 1891 davon überzeugt, der heute als Homo erectus (der aufrechte Mensch) bezeichnete Urmensch sei das Bindeglied zwischen Mensch und Affe. 1924 sah der Australier Raymond Dart in einem Kinderschädel, der am Rand der Kalahari entdeckt worden war, einen noch älteren Vorfahren des Menschen: den Australopithecus africanus (afrikanischer Südaffe). Bereits 1856 waren bei Düsseldorf die Überreste des Neandertalers entdeckt worden - jahrzehntelang stritten die Experten darüber, ob es sich um einen Urmenschen handelte oder nicht.
Bis 1960 schließlich versuchten die Wissenschaftler, etliche weitere Funde einzuordnen: So gab es den Homo heidelbergensis, den H. rhodesiensis, den H. aurignaciensis, H. soloensis, H. primigenius asiaticus, Australopithecus transvaalensis, Sinanthropus pekinensis (Peking-Mensch), Zinjanthropus boisei und weitere mehr.
Dann trat F. Clark Howell von der University of Chicago auf den Plan mit dem Vorschlag, alle Funde auf zwei Gattungen zu verteilen: Den moderneren Homo und den älteren Australopithecus. Trotz der Unterschiede, die die einzelne Skelette aufwiesen, wurden danach etliche Fossilien zum Homo erectus zusammengefasst. Und es schien klar zu sein, dass die Entwicklungslinie vom Australopithecus africanus über den Homo erectus zum Neandertaler und uns geführt hatte.
Doch mit jeder darauffolgenden Entdeckung von potentiellen menschlichen Ahnen begann die Diskussion um die Zuordnung von Neuem. Als Jonathan Leakey in der Olduvai-Schlucht in Tansania fossile Schädelknochen fand, wurde wieder eine völlig neue Art vorgestellt, die genau in die Lücke zwischen A. africanus und H. erectus zu passen schien: Homo habilis (der geschickte Mensch).
Danach sahen sich die Paläoanthropologen erneut gezwungen, ihre Entdeckungen aufgrund der Unterschiede in der Antanomie der Skelette verschiedenen Arten zuzuordnen. Es traten auf: H. ergaster, H. louisleakeyi, H. rudolfensis, H. microcranus, H. antecessor und schließlich Homo floresiensis, der berühmte, umstrittene Hobbit von der indonesischen Insel Flores.
Ursprünge im Dunkeln
Und neben der berühmten "Lucy", die der Amerikaner Donald Johanson 1974 im Afar-Dreieck in Äthiopien entdeckt und als Australopithecus afarensis bezeichnet hatte, wurden etliche weitere Australopithecinen entdeckt: A. amensis, A. walkeri, A. praegens, A. aethiopicus und Ardipithecus ramidus. Dazu kam 1999 ein Zeitgenosse "Lucys", der Kenyanthropus playtops aus Kenia, auch "Flat Faced Man" genannt, von der manche Wissenschaftler glauben, es handele sich nicht um eine eigene Gattung, sondern ebenfalls um eine Australopithecinen-Art.
Geht man weiter zurück bis in die Zeit vor sechs bis zehn Millionen Jahren, in der sich die mehr menschenähnlichen Ur-Affen von ihren mehr affenähnlichen Verwandten abgespalten haben sollen, so sind der Sahelanthropus tchadensis und Orrorin tugenensis heiße Kandidaten auf die Position als unser ältester Vorfahr.
Doch allein die Vielfalt der eindeutigen und mutmaßlichen Hominiden-Arten, die in den vergangenen zehn Jahren die Erde bevölkert und deren fossile Überreste man entdeckt hat, belegen, wie schwierig es ist, unsere Vorfahren in eine eindeutige Abstammungslinie zu stellen. Klar scheint, dass Homo sapiens, der moderne Mensch, vor etwa 160.000 Jahren entstanden sein dürfte - und es herrscht große Einigkeit, dass unser direkter Vorfahre ein Homo erectus war.
Doch dann lassen sich die Verhältnisse nicht mehr so einfach entschlüsseln. Das liegt vor allem in der extrem geringen Zahl der Funde, die in der Regel nur Bruchstücke von Skeletten darstellen - und zwar von nicht mehr als einigen tausend Individuen. Alle diese Fossilien zusammen würden in einen Altkleiderkontainer passen. Und die Urmenschen, zu denen sie gehören, lebten verteilt über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren.
Dazu kommt, dass einige Menschenarten zeitgleich gelebt haben. So ist zum Beispiel nicht entschieden, ob "Lucy" in die direkte Linie zwischen den Affen und uns gehört, oder doch der "Flat Faced Man". Und es könnte auch ein ganz anderer Zeitgenosse dieser Australopithecinen gewesen sein, der bislang noch gar nicht entdeckt wurde.
Das Gleiche gilt für die Zeit vor etwa zwei Millionen Jahren. Damals lebten mehrere Menschenarten gleichzeitig in Afrika. Wie viele es tatsächlich waren, werden wir vielleicht niemals erfahren. Denn Fossilien tauchen nicht gleichmäßig verteilt in aller Welt auf, sondern in erster Linie an bestimmten Orten, wo die Bedingungen dazu führten, dass die Knochen der Frühmenschen versteinerten.
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"Abgesehen davon, dass Makroevolution noch nicht beobachtet und auch nicht schlüssig anhand von Fossilien nachvollzogen werden konnte"
Wie kommen Sie auf diese Behauptungen? Beides ist falsch, außer Sie meinen die Unmöglichkeit, daß sich ein Forscher mal so eben für 2 Millionen Jahre neben ein Gehege stellt und die Entwicklung biologischer Arten mitstenografiert.
"das der Beginn des Lebens mit dieser Theorie ( Wahrscheinlichkeitsrechnung - mögliche Mutationen in einer begrenzten Zeit) nicht erklärbar ist"
Ebenso falsch. Darwin mußte mit diesem Einwand noch kämpfen, weil man damals das Alter der Erde für deutlich kürzer hielt. Aber die heute bekannten 4 Milliarden Jahre bieten der Evolution mehr als genügend Spielraum.
"Sogar Dawkins benötigt einen Uhrmacher, also eine bewusste Intelligenz :-)"
Offenbar haben Sie von Dawkins Buch lediglich den Titel gelesen, denn ansonsten wüßten Sie, daß er darin genau das Gegenteil darstellt.
"Alle Funde innerhalb von 8 Millionen Jahren, passen in eine Kiste."
Keine Kiste, ein Altkleidercontainer voll. Und es handelt sich um mehrere tausend Individuen. Das ist eine Menge Material, andere Forschungszweige müssen ihre Theorien auf deutlich weniger aufbauen.
"Da finde ich es wirklich lustig mehr als eine Hypothese daraus zu machen. Auch wenn es sich vielleicht schlüssig anhört und es viele behaupten, ist es nicht bewiesen und bleibt eine Hypothese."
Offenbar haben Sie von wissenschaftlicher Erkenntnistheorie keine Ahnung. Hypothesen sind etwas anderes als Theorien. Außerdem können naturwissenschaftliche Theorien prinzipiell nicht bewiesen, sondern nur widerlegt werden. Die Evolutionstheorie ist das umfassend belegte (nicht bewiesene!) Standardmodell der Biologie. Wenn Sie es widerlegen wollen, zeigen Sie uns das Fossil eines Vogels aus dem Kambrium, eines Säugetieres aus dem Devon oder eines Hominiden aus der Trias. Dann müßte die Biologie in der Tat von vorne anfangen.
Ja, ja die Evolutionstheorie und ihre Ableger. Abgesehen davon, dass Makroevolution noch nicht beobachtet und auch nicht schlüssig anhand von Fossilien nachvollzogen werden konnte, das der Beginn des Lebens mit dieser Theorie ( Wahrscheinlichkeitsrechnung - mögliche Mutationen in einer begrenzten Zeit) nicht erklärbar ist, bin ich mit ihr schon einverstanden. Sogar Dawkins benötigt einen Uhrmacher, also eine bewusste Intelligenz :-)
Wie sogar in diesem Beitrag erwähnt wurde. Alle Funde innerhalb von 8 Millionen Jahren, passen in eine Kiste. Da finde ich es wirklich lustig mehr als eine Hypothese daraus zu machen. Auch wenn es sich vielleicht schlüssig anhört und es viele behaupten, ist es nicht bewiesen und bleibt eine Hypothese.
Liebe User,
bitte bleiben Sie sachlich und gehen Sie respektvoll miteinander um, auch wenn andere Benutzer evtl. eine andere Meinung als Sie haben.
Ihr Moderator
Heiliger Jugovic,
lesen Sie mal an schon recht altes Buch von einem schon länger verstorbenen gläubigen Katholiken: Hoimar v. Dithfurts "Wir sind nicht nur von dieser Welt". Es ist fast so einfach zu lesen wie die Bibel, hinter der Sie Ihre Komplexe verstecken und die Sie vielleicht lesen, jedoch offensichtlich nicht begreifen.
Fanatische Verblendung - wie man sie bei Ihnen beobachten kann - ist ein krankhafter Ersatz für Gottesglauben. Christlich verbrämte "Taliban" schaden dem Glauben mehr, als Menschen, die ihr von "Gott" über den Schöpfungsweg der Evolutions erhaltenes Gehirn benutzen, die Zusammenhänge dieser Schöpfung zu verstehen. Das tut der Ehrfurcht keinen Abbruch.
Entspannen Sie sich und entschlacken Sie Ihr überkommenes Glaubensbild. Sie werden glücklicher und friedvoller leben!
Liebe Grüße
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