Wie die niederländischen Wissenschaftler in einer Befragung feststellten, sind wir jedoch gerade nach eher einfachen Kaufentscheidungen besonders zufrieden mit dem Ergebnis, wenn wir ausführlich darüber nachgedacht hatten. "Umgekehrt waren jene, die am meisten über komplexe Produkte (solche mit vielen Eigenschaften) nachgedacht hatten, am wenigsten mit den gekauften Artikeln zufrieden", berichten die Forscher.
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Schließlich befragten sie Kunden des Möbelhauses Ikea und der niederländischen Kaufhauskette Bijenkorf, die Haushaltsartikel und Kleidung verkauft. Sechs Wochen nach dem Einkauf waren jene, die nach längerem Nachdenken die einfacheren Bijenkorf-Produkte erstanden hatten, besonders zufrieden. Bei den Ikea-Kunden dagegen war es umgekehrt. Hier erfreuten sich besonders jene an den gekauften Möbeln, die zuvor nicht lange überlegt hatten.
Besser eine Nacht drüber schlafen
Die Ergebnisse aus dem Labor der Niederländer bestätigten sich demnach in der freien Wildbahn der Konsumenten: "Bewusste Denker treffen die beste Entscheidung, wenn es um einfache Produkte geht, doch unbewusste Denker sind in der Lage, die beste Wahl unter komplexen Produkten zu treffen", schließen die Forscher.
Dijksterhuis und seine Kollegen gehen davon aus, dass es keinen Grund zu der Annahme gibt, die Effekte des "unbewussten Überlegens" ließen sich nicht verallgemeinern. So könnten sie sich auch auf die Entscheidungen von Politikern oder Managern auswirken. Geht es um komplizierte Angelegenheiten, sollte man auch hier das Denken vielleicht dem Unterbewusstsein überlassen.
Dieser Gedanke ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Allerdings wissen Hirnforscher schon lange, dass unsere Fähigkeiten, über komplizierte Probleme bewusst nachzudenken, stärker eingeschränkt sind, als wir wahrhaben wollen. Das hängt zum Beispiel schlicht und einfach mit den Kapazitäten unseres Arbeitsgedächtnisses zusammen.
Auf der anderen Seite unterschätzen wir die Fähigkeiten unseres Unterbewusstseins. Das ermöglicht uns nicht nur, Auto zu fahren, ohne ständig über die Bedienung der diversen Pedale und Schalter nachzudenken. Es kann viel mehr. Wir bekommen davon nur nicht so viel mit.
Aber manchmal stellen wir doch fest, dass da in unserem Kopf, unbemerkt vom Ich, etwas stattgefunden hat. Wenn wir zum Beispiel eine "Eingebung" haben. Oder uns fällt eine halbe Stunde nach einem Gespräch unvermittelt das Wort ein, nach dem wir erfolglos gesucht hatten. Auch Wissenschaftler und Erfinder berichten immer wieder davon, dass ihnen die Lösung eines Problems erst eingefallen ist, nachdem sie sich etwas anderem zugewandt haben. Verlassen kann man sich darauf natürlich auch nicht.
Auf jeden Fall bestätigen die Erkenntnisse der Psychologen und Hirnforscher einen altbekannten Rat: Wer vor einer schwierigen Entscheidung steht und sie nicht sofort fällen muss, sollte noch eine Nacht darüber schlafen.
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(sueddeutsche.de/als)
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Könnte es nicht auch sein, dass Leute, die nicht lange über eine Kaufentscheidung nachdenken, geringere (oder weniger exakte) Erwartungen an das Produkt haben, das sie erwerben, und einfach deshalb zufriedener mit ihrer Entscheidung sind?