Der Traum ist uralt: Bereits Gilgamesch wollte den Tod überwinden und bis in die frühe Neuzeit dauerte die Suche nach dem Jungbrunnen. Kann die Unsterblichkeit Realität werden?
Der Traum vom ewigen Leben ist offenbar so alt, wie die Menschheit selbst. Bereits die Neandertaler bestatteten ihre Toten mit Grabbeigaben, was darauf hindeutet, dass sie zumindest auf eine Existenz nach dem Tode hofften. Fast alle großen Religionen stellen ihren Anhängern ein Leben im Jenseits in Aussicht.
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Ein Bad im Jungbrunnen macht aus alten Frauen junge Mädchen. Hier eine Darstellung aus dem 16. Jahrhundert von Lucas Cranach dem Jüngeren. (© Foto: oh)
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Bereits im babylonischen Gilgamesch-Epos aus dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung suchte der König von Uruk einen Weg, unsterblich zu werden. Und bis in die frühe Neuzeit dauerte die Suche nach dem mythischen Quell des Lebens, dem Jungbrunnen, von dem schon im dritten Jahrhundert unserer Zeit der Alexanderroman berichtete.
Bislang aber ist es noch niemandem gelungen, das Ziel des ewigen Lebens zu erreichen. Was uns daran hindert, ist - abgesehen von tödlichen Krankheiten und Unfällen - das Altern.
Doch dieser Prozess ist offenbar nicht mehr der alte: Immer mehr Menschen leben immer länger. So lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts noch um die 50 Jahre. Inzwischen können Deutsche mit 75 (Männer) und 81 (Frauen) Lebensjahren rechnen - Tendenz steigend. Allein im vergangenen halben Jahrhundert hat sich die Zahl der Hundertjährigen vervielfacht. Und diese Entwicklung ist in allen Industriestaaten zu beobachten.
Sind die Menschen also bereits auf dem Weg in die Unsterblichkeit? Oder gibt es eine natürliche Grenze, die wir nicht werden überwinden können?
Weniger Krankheiten, weniger Unfälle
Wer über die Zukunftsaussichten nachdenkt, der muss berücksichtigen, welche Ursachen die Zunahme an Lebenszeit in den vergangenen 100 Jahren hatte. Dahinter steckt nicht in erster Linie eine Veränderung des natürlichen Alterungsprozesses. Vielmehr leben viele Menschen heute länger, weil sie ganz einfach Krankheiten oder Unfälle überleben, an denen unsere Vorfahren noch gestorben sind. Zu verdanken haben wir das vor allem der Gesundheitsvorsorge, der medizinischen Versorgung und dem Wissen um zuvor unbekannte Gefahren.
Doch das Altern selbst geht weiter. Und irgendwo knapp jenseits der 100 Jahre scheint derzeit noch eine bisher kaum überwindbare Lebensgrenze zu liegen. So wurde der bislang bekannte älteste Mensch, die Französin Jeanne Calment, auch "nur" 122 Jahre.
Andere Angaben, etwa die zum biblischen Methusalem, der angeblich immerhin 969 Jahre auf dem Buckel hatte, sind mit Vorsicht zu genießen. So gibt es die Theorie, dass ursprünglich nicht Jahre, sondern Mondumläufe gemeint waren. Demnach brachte es auch Methusalem nur auf ein Alter von 78 Jahren - was für antike Verhältnisse immer noch eine stolze Leistung war.
Darüber, was Altern eigentlich ist, herrscht unter Wissenschaftlern noch keine Einigkeit. Eine wichtige Rolle scheint aber auf jeden Fall die Ernährung zu spielen. Ein diätbedingter reduzierter Stoffwechsel, darauf deutet eine Reihe von Studien hin, lässt Organismen langsamer altern.
Beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans etwa kann die normalerweise 30 Tage betragende Lebenserwartung bis auf das Sechsfache wachsen, wenn ein bestimmtes Gen mutiert oder ausgeschaltet wird. Es handelt sich dabei um eine Erbinformation, die für die Versorgung der Zellen mit Blutzucker wichtig ist. Die Tiere sind gewissermaßen auf der Zell-Ebene auf Dauerdiät gesetzt.
Bei Nagetieren konnten Wissenschaftler ähnliche Effekte hervorrufen - sowohl durch Eingriffe in die Gene, als auch durch eine Reduzierung der Nahrungsversorgung. Und auch bei Menschen scheint sich dieser Zusammenhang zu bestätigen. Besonders langlebige Menschen zeigen offenbar eine herabgesetzte Aufnahme des Hormons IGF in die Körperzellen. Der Effekt ähnelt dem einer Hungerkur.
Wachstum oder Wiederherstellung
Den Zusammenhang erklären die Fachleute so: Je mehr Zucker Lebewesen über die Nahrung aufnehmen und verbrennen, desto mehr sogenannte Sauerstoff-Radikale entstehen, die unser Erbgut angreifen und zu Mutationen in der DNA führen.
Nun existieren zwar Reparaturmechanismen. Doch gut versorgte Zellen investieren eher in Wachstum als in die Wiederherstellung beschädigter Gene. Mit der Zeit wächst so die Zahl von nicht reparierten Mutationen. Die Folge: Das Körpergewebe funktioniert nicht mehr richtig, es kann zu degenerativen Erkrankungen kommen.
Einfach die IGF-Aufnahme in die Zellen zu bremsen, ist allerdings keine gute Idee, um die Lebenserwartung zu steigern. Dafür sind die Wechselwirkungen der Hormone im Stoffwechsel viel zu komplex. Stattdessen empfehlen Wissenschaftler, einfach maßvoll zu essen.
Andere denken darüber nach, wie sich die Reparaturmechanismen in den Zellen unterstützen lassen.
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Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
ich möchte nicht ewig leben! Ich bin jetzt in einem Alter wo ich weiß, daß ich nur noch(möglicherweise) ein paar Jährchen auf der Erde verweilen kann. Aber so sicher ist das natürlich nicht.
Und somit denke ich auch (hin und wieder) an den Tag X und was dann auf mich zukommen wird. Bei dem Gedanken kommt schon manchmal ein frösteln auf. (Ich geb's ehrlich zu, dann bin ich ganz froh, daß ich an Gott glaube!)
Die Zeit die mir nun bleibt (und eine einigermaßen gute Gesundheit vorausgesetzt) will ich so angenehm wie möglich verbringen. D.h. nach MEINER Facon leben und dazu zählt bei mir u.a. auch gutes Essen (Dummheit frißt) und auch trinken gehört dazu (Inteligenz säuft).
Ich möchte nur keinen Krieg mehr erleben. Davor habe ich mehr Angst als vor dem Sterben.
Ansonsten schließe ich mich "HAWKWIND" an. Finde richtig und auch gut, was er da sagt. (Aber nur in diesem Fall! Ansonsten angelt er so manchen roten Balken!)
Was meine Jahre angeht bin ich geizig mit meinen 45 Lenzen ;-)
Meinen Beitrag wollte ich nicht als Klage verstanden wissen, sondern einfach als den Versuch sich in das Leben eines extrem langlebigen Menschen hineinzuversetzen, was wohl nur ahnungs/ansatzweise gelingen mag.
Ich kann mir aber ernsthaft einfach nicht vorstellen, daß ein überlanges Leben noch als Leben bezeichnet werden kann, nichts lebendiges (ausser ein paar Pflanzen- und Schildkrötenarten) ist für ein extrem langes Leben geschaffen.
Meine Idealvorstellung wäre so um die 80 Jährchen, bis zuletzt knackig, vital, jugendlich gut aussehend, verliebt und dann wenns am schönsten ist im Bett einschlafen....so wär mir das recht - auf die körperliche Existenz bezogen.
Danach Transformation zu einem glücklichen Lichtwesen voller Heiterkeit und dem Äquivalent eines Schmunzelns ob der irdischen Beklopptheit die sich exponentiell auf der Erde breitmacht.....
Wobei ich aber ausdrücklich nicht Sie meine Herr Wirtz, bitte nicht falsch verstehen.
Beste Grüsse
Hallo Hawkwind,
bei so viel Klagen, hört es sich nicht so an als wären Sie sehr lebendig oder erfüllt,
sind dann vielleicht 78 Jahre schon zu viel ?
Könnten Sie dann ein paar davon verkaufen?
Vielleicht hat jemand Anderer mehr Freude daran.
Trotzdem Alles Gute noch !
Wieso diese Frage, ob wir ewig leben können? Wir leben doch ewig. Immer wieder einmal muss man dabei den Körper wechseln, das stimmt schon. Geboren werden und wieder ein Baby sein ist echt lästig. Aber ansonsten passt das schon so, wie es ist.
Alle Achtung - Sie scheinen den Trick herausgefunden zu haben: er besteht n i c h t darin, einfach nicht zu sterben, wie Herr Carta aus Sizilien sagt, sondern darin, einfach zu sterben. Heißt es nicht in der Bibel "Wer sein Leben gewinnen will, der wird es verlieren"? Und "wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, dann bringt es keine Frucht"?
Der Trick besteht offenbar darin, sich nicht mit seinem Körper zu identifizieren, sondern mit der selbstinteragierenden Intelligenz, die dahintersteckt und die jenseits der Raumzeit ist, Transzendenz. Mehr darüber findet man übrigens in den Upanishaden, die Schopenhauer so liebte, z.B.:
Chhandogya-Upanishad (ab Kapitel 8)
Das Selbst, das alle übel überwunden hat, das frei ist von Alter, Tod, Kummer, Hunger, Durst, wahrhaft in seinem Verlangen, wahrhaft in seinem Entschließen, das soll man suchen, das soll man zu erkennen trachten. Alle Welten und alle Wünsche erlangt der, der das Selbst findet und erkennt. So sprach Prajaapati.
Die Götter und die Dämonen beide erfuhren das. Sie sprachen: Wohlan, wir wollen das Selbst suchen. Wer das Selbst sucht, erlangt alle Welten und alle Wünsche. Da machten sich von den Göttern Indra und Virotschana von den Dämonen auf. Ohne sich miteinander verständigt zu haben, kamen sie mit Brennholz in der Hand zu Prajaapati.
(Natürlich sind die Dämonen jene, die sich mit ihrem Körper indentifizieren.)
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