Fossilienfund Tyranno-Krokodilus Rex

Drei Meter lang, davon gut 50 Zentimeter Schädel: Carnufex carolinensis war kein besonders zutraulicher Zeitgenosse.

(Foto: Jorge Gonzales)
  • US-Forscher haben in North Carolina Schädelteile eines riesigen Krokodil-Vorfahren entdeckt, der eines der mächtigsten Raubtiere gewesen sein könnte.
  • Die "Carnufex" getaufte Art war etwa drei Meter lang und lief aufrecht.
  • Das neu entdeckte Reptil hilft den Wissenschaftler bei der Auflösung eines Rätsels in der Entwicklung der Krokodile.
Von Marlene Weiß

Konkurrent der Dinosaurier

Ein Vorfahr der Krokodile, der vor mehr als 200 Millionen Jahren im heutigen North Carolina lebte, hat den frühen Dinosauriern offenbar kräftig Konkurrenz gemacht. Carnufex carolinensis, wie das neu entdeckte Reptil getauft wurde, war nach einer Rekonstruktion etwa drei Meter lang und lief aufrecht auf seinen kräftigen Hinterbeinen, ähnlich manchen frühen Dinosaurierarten oder dem später entstandenen - allerdings weit größeren - Tyrannosaurus rex. Seine beachtliche Größe deutet darauf hin, dass Carnufex zu seiner Zeit eines der mächtigsten Raubtiere gewesen sein könnte. Das hatte man den Vorgängern der Krokodile bislang nicht zugetraut.

Schädelfund in North Carolina

Zu Lebzeiten des neu entdeckten Krokodil-Vorläufers hatte das heutige North Carolina ein tropisches Klima und war dabei, sich vom riesigen Kontinent Pangaea abzuspalten. In der etwa 230 Millionen Jahre alten Pekin-Formation in North Carolina hat das Team um Lindsay Zanno vom North Carolina Museum of Natural Sciences in Raleigh nun fossile Teile eines Schädels gefunden, aus dem die Forscher die Art Carnufex carolinensis rekonstruierten.

Was den Carnufex mit dem Fuchs verbindet

Wie sie in Scientific Reports berichten, einem frei zugänglichen Ableger von Nature, schließt das Tier eine Lücke, die bislang im Verständnis der Entwicklung der Krokodile und ihrer ausgestorbenen Verwandten klaffte: Demnach standen große Exemplare wie Carnufex auf der Nordhalbkugel im Trias-Zeitalter weit oben in der Nahrungskette. Erst später, als vor etwa 200 Millionen Jahren viele Arten ausstarben und große Dinosaurier das Leben dominierten, besetzten sie andere Nischen, wurden kleiner und beweglicher - laut den Forschern ähnlich wie die heutigen Füchse.