Hitze und Überdüngung Nährstoffeintrag durch Überdüngung

Der WWF wirft den Ostseeanrainer-Staaten angesichts der Algenexplosion Halbherzigkeit im Umweltschutz vor. Zum einen beschlössen die Staaten ehrgeizige Ziele zum Stopp des Nährstoffeintrags, heizten die Überdüngung aber weiter an. So sei in Schweden die Düngemittelsteuer abgeschafft worden. In Mecklenburg-Vorpommern wurde das Landeswassergesetz geändert. Statt bis auf sieben Meter Abstand dürfe jetzt bis auf einen Meter an Gräben und Bäche heran gedüngt und gespritzt werden, sagte Lamp. Über diese Gewässer gelangten die Stoffe ins Meer, von denen sich die Cyanobakterien ernähren.

Eine Satellitenaufnahme vom 11. Juli zeigt den blau-grünen Algenteppich auf der Ostsee.

(Foto: ESA/ddp)

Zum Schutz der belasteten Ostsee fordert die Organisation strengere Maßstäbe für die Landwirtschaftseinträge, einen ostseeweiten Bann von Phosphaten in Waschmitteln und die konsequente Abwassereinigung von Kreuzfahrt- und Fährschiffen in der Ostsee. Die Abwässer müssten zudem während der Liegezeit in den Häfen entsorgt werden.

Für Badegäste in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern besteht nach Angaben der Behörden bislang kein Grund zur Besorgnis. "Auch die Badestrände im östlichen Teil vor Rügen, Usedom, Stralsund und Greifswald sind aktuellen Messungen zufolge frei von Blaualgen", sagte die Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern, Anja Neutzling.

Auf der Haffseite der Insel Usedom waren am Wochenende an vier Badestellen Warnschilder aufgestellt worden.

Alexander Bachor vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow forderte Ostsee-Urlauber auf, sich in den kommenden Tagen bei der Gemeindeverwaltung ihres Ferienortes nach der Qualität des Meerwassers zu erkundigen. "Die Gemeinden müssten Informationen der Gesundheitsämter über die Badewasserqualität haben." Ob und wann die Blaualgen an den Stränden angespült werden, sei derzeit schwer zu sagen. "Das hängt vor allem vom Wind ab", erklärte Bachor.