Die Indianer brauchen den Lachs nicht nur als Nahrungsmittel. Er spielt in ihrer Kultur eine zentrale Rolle. Darren Blaney, Häuptling des Xwemalhkwu-Stammes auf Vancouver Island, beobachtete, wie die Lachspopulationen in den vergangenen vier Jahren zusammenbrachen. Im Spätsommer 2007 kamen gerade 2000 Keta-Lachse vom Ozean in das Flusssystem von Bute Inlet zurück, sagt er: "Früher waren es bis zu 75.000 Lachse."

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Die Situation hat sich so verschlimmert, dass die USA den Kanadiern 30Millionen Dollar zum Schutz der Lachsbestände zahlen. Die Regierung in Ottawa soll mit dem Geld Lizenzen von Fischern zurückkaufen, ein Prozess, der bereits im Gang ist.

Das US-Fischereiministerium hat die kommerzielle und Hobbyfischerei für den Königslachs, eine der fünf Lachsarten, in den Staaten Washington, Oregon und Kalifornien völlig stillgelegt. Es ist die erste Schließung dieser Art in 160 Jahren.

Die Umweltorganisation David Suzuki Foundation in Vancouver stellte einen Rückgang von 70 bis 93 Prozent in zehn ausgewählten Lachs-Populationen in British Columbia fest. Nicht alle Populationen seien gleichermaßen gefährdet, sagt Sprecher Jay Richland. Im Norden von British Columbia und in Alaska gehe es dem wilden Lachs noch gut, im Süden dagegen, in der Nähe des Fraser-Flusses, überhaupt nicht.

Es gibt eine Reihe von Gründen für den dramatischen Niedergang des Pazifik-Lachses. Das Abholzen von Wäldern, der Bergbau und die Ausdehnung von Siedlungen haben die Flüsse, in denen die Lachse laichen, und deren Umgebung verschmutzt und zerstört. Zudem haben sich die durchschnittlichen Wassertemperaturen wegen der globalen Erwärmung um rund ein bis zwei Grad erhöht. Lachse vertragen warmes Wasser schlecht, warmes Wasser enthält zudem weniger Nahrung.

Eine Bedrohung sind auch die rund 125 Aufzuchtanlagen von Atlantik-Lachsen vor der Küste von British Columbia. Aus ihnen gelangen Abfälle, Chemikalien und Parasiten in das Wasser, in dem wilde Pazifik-Lachse leben. Vor allem die sogenannten Seeläuse machen den jungen Lachsen den Garaus. Aus den Farmen entkommen auch Atlantik-Lachse, die einheimische Bestände bedrohen.

Der in Kanada bekannte Koch Robert Clark aus Vancouver erklärte, falls der wilde Pazifik-Lachs noch stärker unter Druck gerate, werde er ihn von den Menüs seiner Restaurants streichen.

Mit der kommerziellen Lachsfischerei im Pazifik, wie Kanada sie früher gekannt habe, sei es vorbei, sagt Robin Austin: "Wir müssen alle zusammenarbeiten, um den einheimischen Lachs zu retten."

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  1. Drastische Schutzmaßnahmen für den Lachs
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(SZ vom 15.07.2008/mcs)