Japanische Forscher haben in Kenia das Fossil eines bislang unbekannten Primaten entdeckt. Der Knochen wirft ein neues Licht in bislang dunkle Ecken der Evolution unserer Vorfahren.
Der etwa zehn Millionen Jahre alte Knochen eines Affen wirft offenbar ein neues Licht auf die Evolution der Primaten.
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Der etwa zehn Millionen alte Affenkiefer. (© Foto: PNAS/Academy of Science)
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Das Tier, von dem japanische Wissenschaftler in Kenia ein Teil eines Unterkiefers mit elf Zähnen entdeckten, ist vermutlich einer der nächsten Verwandten des letzten gemeinsamen Vorfahren von Menschen, Schimpansen und Gorillas (Proceedings of the National Academy of Sciences, Early Edition, DOI: 10.1073/pnas.0706190104).
Der Fund des Nakalipithecus nakayamai bezeichneten Affen spricht gegen die Theorie, dass die Primaten in Afrika vor etlichen Millionen Jahren ausgestorben waren.
Da es kaum Affen-Fossilien in Afrika aus der Zeit zwischen sieben und zwölf Millionen Jahren gibt, nehmen einige Forscher an, dass die heutigen Affen von Tieren abstammen, die nach Europa und Asien ausgewandert waren und deren Nachfahren sich später wieder nach Afrika ausgebreitet hatten (Out-of-Europe-Theorie). Etwa vor fünf bis sieben Millionen Jahren hätten sich dann die Abstammungslinien von Affen und Menschen in Afrika getrennt.
Das Forscher-Team um Yutaka Kunimatsu von der Universität Kyoto hatte den Unterkiefer bereits 2005 in der Nakali-Region entdeckt - nur etwa 30 Kilometer entfernt vom Fundort einer anderen großen Affenart, dem 9,6 Millionen Jahre alten Samburupithecus kiptalami. Darüber hinaus hatte eine japanisch-äthiopische Forschergruppe dieses Jahr eine offenbar mit dem Gorilla verwandte Affenart, den Chororapithecus abyssinicus beschrieben, deren ebenfalls etwa zehn Millionen Jahre alten Fossilien in Äthiopien entdeckt worden waren.
Der Fund des Nakalipithecus-Fossils aus dem späten Miozän deutet darauf, dass "die großen Hominoiden (menschenartige Primaten) mit hoher Wahrscheinlichkeit das mittlere und späte Miozän (vor etwa 14 bis 5 Millionen Jahren, d. R.) über in Afrika lebten und von ihnen der letzte gemeinsame Vorfahre der afrikanischen Affen und des Menschen abstammt".
- Genanalyse Mehr Mensch als Fledermaus 02.11.2007
- Altruismus im Tierreich Ganz besonders nette Affen 26.06.2007
(sueddeutsche.de/cat)
Linke-Parteitag in Göttingen
Evolution ist keine absolute Wahrheit, sondern eine ständige Anpassung an neue Erkenntnisse. Im Gegensatz zum Glauben passt sich die Wissenschaft dem neu erworbenen Wissen an. Es ist die Suche nach der Wahrheit (Was meines Erachtens auch der Glauben sein sollte) und nicht das strenge Festhalten an willkürlich vorgegebene Doktrinen wie zum Beispiel bei der christlichen Lehre. Fundamentalismus hat in der Wissenschaft keinen Platz, sonst würden wir immer noch glauben, dass die Erde eine Scheibe ist...
Auch wenn es verschiedene Bewegungen gibt, die versuchen die Schöpfungsgeschichte der Bibel(Auch so ein Thema) als Wissenschaftliche Theorie auf einer Ebene mit der Evolution zu stellen, so ist das eine Argumentation ohne Basis, weil ein Gott, sollte er wirklich existieren im christlichen Sinn, nicht beweisbar ist. Wissenschaft basiert aber nun mal auf Wissen und nicht auf Glauben('glauben' bedeutet 'nicht wissen')
Ein gutes Beispiel, für wissenschaftliche Abenteuerer in jüngster Zeit, ist die Endeckung des Floresmenschen (Hobbit von Flores) Angeblich eine zwergwüchsige Inselform des Homo Erectus. Ein seriöser Mediziner hatte festgestellt, dass es sich um die überreste eines verkrüppelten moderen Menschen handelt, der an einer selten Krankheit litt. Den Anthropologen war bei ihrer Einordung des Floresmenschens völlig entgangen das die aktuellen Bewohner ebenfalls wie viele Asiaten nicht sehr gross sind.
Mit solchen Beispielen könnten man dicke Bücher füllen. Der Neandertaler galt ebenfalls bis vor 20 Jahren als direkter Vorfahre des Mensch. Heute würde das niemand mehr behaupten, der sich mit der Materie ernsthaft auseinandersetzt...Gruß Gardenbear
Das ist ja mal wieder zum Haare raufen.
Lieber Herr "Gardenbear", nennen Sie doch bitte nur ein konkretes Beispiel neuer Erkenntnis, die nach wenigen Jahre widerlegt werden mußte. Und bitte argumentieren Sie nicht mit Pseudowissenschaften wie "Intelligent Design". Es ist ein fundamentaler Fehler, religiöse Weltanschauungen mit Naturwissenschaften zu vermischen. Es ist ganz offensichtlich, dass Sie selbst von dem Einen reden und vom Anderen keine Ahnung haben. Die Evolutionsbiologie stößt zwangsweise auch auf die Frage über die Herkunft des Menschen, was diese Frage wohl kaum einfach "nur" philosophisch oder religiös beantworten läßt. Alles andere wäre ignorant. Mit Geld hat diese Forschung auch herzlich wenig zu tun. Ein solch kindisches Argument offenbart nicht nur wie ahnungslos Sie über die Vorgänge der Biowissenschaften sind, sondern ist auch eine bösartige Unterstellung der Käuflichkeit integrer Wissenschaftler.
Selbstverständlich kann man die Frage nach der Herkunft des Menschen auch philosophisch oder religiös angehen. Jedoch werden Antworten der Theologie oder Philosophie niemals zufriedenstellende Argumente in evolutionsbiologischen Diskussionen bieten können. Daher versuchen Sie es erst gar nicht (denn das ist zum Haare raufen). Die Biologie beschäftigt sich mit greifbaren und reproduzierbaren Hinweisen und Gesetzen der Natur. Interpretationen aus alten und berühmten Büchern sowie die Ideen einzelner Menschen stellen keine ausreichenden Hinweise da, um gut belegte Naturerkenntnisse zu schwächen oder auch zu verifizieren. Daher: "Schuster bleib bei deinen Leisten". Tatsächlich bringt die Evolutionsbiologie Erkenntnisse hervor, die den "Homo sapiens" mal wieder eine weiter Stufe von seinem Podest herunter steigen läßt. Und die Zweifel an diesen Erkenntnissen rühren von einer gekränkten Eitelkeit einiger Vertreter dieses hochentwickelten Säugers.
Ach ja: es gibt auch sehr interessante Projekte über die enge Verwandtschaft von Hunde- und Katzenrassen!
60 000 Jahre ist immer noch zehnmal so lang als in Genesis, ich würde das nicht als besonders dicht bezeichnen. Außerdem gibt es gut fundierte Annahmen, daß es vor 40-60 000 Jahren bereits Menschen in Australien gab.
Daß es soviel Debatte bei den Anthropologen gibt, liegt vor allem daran, daß wir eine ganz eng gestaffelte Serie von Arten haben (jene "aus dem Hut gezogenen"), die alle relativ nah mit dem Menschen verwandt sind. Der eine ist ein bißchen näher, der andere ein bißchen weniger mit dem Menschen verwandt, und es gibt eine gesunde Debatte über die genaue Abfolge. Genetik ist da übrigens auch nur ein Steinchen im Mosaik, molekular-Daten haben sich nicht immer als verläßlich erwiesen und sie haben den Nachteil, keinerlei Information über Fossilien zu liefern.
Seit einigen Jahren kann man geradezu eine Explosion an wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen Entdeckungen zu dem Thema finden. Dabei ist die eigentliche Frage doch sowohl philisophisch als auch relgiös.... Woher kommen wir?
Eine Teilantwort auf diese Frage verspricht Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Abenteuern viel Geld.
So werden heute vor allen in Afrika immer neue affenähnliche Vorfahren des Menschen aus dem Hut gezogen, deren Verwandtschaft mit uns nach einige Jahre wiederlegt oder stark in Zweifel gestellt werden.
Zusätzliche Dynamik hat dieses Forschungsgebiet von der Genetik bekommen, die viele der Theorien in Frage stellt, oder gar ausschließt.
Einige wichtige Aussagen eines Genomproyekt das alle Menschenrassen untersucht hatte sind folgende:
Alle Menschenrassen sind viel enger verwandt als gedacht. Daraus schließen die Genetiker das der Homosapiens frühestens vor 60 000 Jahren Afrika verlassen hat. Hätte sich der Homosapiens wirklich noch später auf den Weg gemacht, wären die meisten wissenschaftlichen Theorien zur evolution des Menschen widerlegt und die Erkenntnisse der Genetik würden noch dichter an die "Genesis" heranrücken.
Gruß Gardenbear