EU-Wettbewerb Milliarden für die Forschung

In einem der größten Wettbewerbe um europäische Forschungsmittel haben das Human Brain Project an der École polytechnique fédérale (EPFL) in Lausanne sowie ein Graphen-Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg gewonnen. Die Forscher dort werden voraussichtlich über zehn Jahre jeweils bis zu einer Milliarde Euro Forschungsgeld bekommen.

Von Christian Weber

Einer der größten Wettbewerbe um europäische Forschungsmittel ist entschieden: Das Human Brain Project an der École polytechnique fédérale (EPFL) in Lausanne sowie ein Graphen-Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg werden voraussichtlich über einen Zeitraum von zehn Jahren jeweils bis zu einer Milliarde Euro Forschungsgeld bekommen.

Dies habe die Europäische Kommission beschlossen, berichtet das Fachmagazin Nature (online). Offiziell soll die Entscheidung erst am kommenden Montag bekannt gegeben werden.

Beim Human Brain Project versuchen Forscher um den Neurowissenschaftler Henry Markram, mithilfe eines Supercomputers das menschliche Gehirn im Detail zu simulieren - beginnend mit der einzelnen Nervenzelle. So wollen die Forscher die Funktionsweise des Organs besser verstehen, aber auch neue Ansätze gegen neurologische Erkrankungen entwickeln.

In Göteborg erkundet ein Forscherteam um den Physiker Jari Kinaret das Potenzial des neuen Materials Graphen. Dies wurde durch die Manipulation von Kohlenstoff auf atomarer und molekularer Ebene geschaffen, ist ultradünn, flexibel und leitfähig. Von ihm erhofft man sich viele neue Anwendungen in Industrie und Forschung, sodass es ähnlich bedeutsam werden könnte wie das Silizium im 20. Jahrhundert.

Der sogenannte Projektwettbewerb für neue und künftige Technologien (FET) war 2010 von der Kommission gestartet worden. Er sollte mit ungewöhnlich hohen Summen Forschung fördern, die große Auswirkungen auf die gesellschaftlichen und industriellen Herausforderungen Europas haben könnte. Neben den beiden Siegern im FET-Wettbewerb waren zuletzt noch vier weitere Projekte aus der Medizintechnik, Erdsimulationsforschung und Robotik im Rennen.