Eruption auf der Sonne Heftiger Sonnensturm rast auf die Erde zu

Strom- und Handynetze könnten ausfallen und auch der Flugverkehr lahmgelegt werden: Ein Sonnensturm trifft heute auf die Erde. Den ganzen Tag über könnte es zu Beeinträchtigungen kommen.

Ein starker Sonnensturm wird heute auf die Erde treffen. Der Sturm, der mit einer Geschwindigkeit von mehreren Millionen Stundenkilometern auf uns zukommt, könnte bei seinem Auftreffen Strom- und Handynetze beinträchtigen. Auch der Flugverkehr könnte durch die Protonenteilchen ab 10.30 Uhr erheblich gestört werden. Auswirkungen sind in Skandinavien, Kanada und Nordeuropa zu erwarten.

"Er rast mit hoher Geschwindigkeit Richtung Erde", sagte ein Sprecher des Esa Satellitenkontrollzentrums Esoc in Darmstadt auf Nachfrage, nachdem die Weltraumagenturen Nasa und Esa sowie die US-Wetterbehörde NOAA um 17.53 Uhr am Donnerstag die Eruption registriert hatten.

Die Eruptionsregion auf der Sonne liege leicht südlich, teilte der Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen mit. Der sogenannte koronale Massenauswurf (CME) sei mit knapp 1500 Kilometern pro Sekunde losgerast, in Erdnähe werde er voraussichtlich rund 800 Kilometer pro Sekunde schnell sein.

Somit werde er am Samstag gegen 10.30 Uhr europäischer Sommerzeit eintreffen. Die Hauptphase werde aber erst nach 18.00 Uhr erwartet, bei klarem Wetter könnten dann Polarlichter in Nordeuropa zu beobachten sein. Schwere Sonnenstürme können Satelliten, elektrische Anlagen, Navigationssysteme wie GPS und Funkverbindungen stören.

2003 führte ein solcher Sturm unter anderem zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, einem Ausfall des europäischen Flugradars, zur Verschiebung von über 60 Flügen in den USA und zum Verlust des Forschungssatelliten "Midori 2".

Die NOAA erwartete für diesen Sonntag eine geomagnetische Intensität des Sturms von Rang G2 auf der Skala von G1 (am schwächsten) bis G5 (am stärksten). Bei der Explosion seien auch große Mengen UV-Strahlung Richtung Erde gesandt worden, hieß es bei "Spaceweather.com". Messstationen in Norwegen, Irland und Italien hätten dies bereits registriert.

Die Sonnenaktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu: Sonnenstürme werden häufiger und stärker. Grund für die Aktivitätsschwankungen ist der Rhythmus des Gastransports in den Außenschichten der Sonne.