Erstmals seit 1995 Großbritannien will neues Atomkraftwerk bauen

Der französische Stromkonzern EDF, Betreiber des Atomreaktors in Cattenom in Ostfrankreich, möchte in England neue Kernkraftwerke errichten. 

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Energie für fünf Millionen Haushalte - durch den Bau eines neuen Kernkraftwerks. Die britische Regierung hat die Pläne des französischen Stromkonzerns EDF genehmigt, der in Westengland zwei Reaktoren errichten will. Es wäre das erste neue Atomkraftwerk in Großbritannien seit 18 Jahren. Und weitere sind bereits in Planung.

Erstmals seit 1995 soll in Großbritannien ein neues Atomkraftwerk entstehen. Wie das Ministerium für Energie und Klimawandel mitteilte, wurde die Baugenehmigung für das Akw des französischen Stromkonzerns EDF in Hinkley Point in Westengland am Dienstag erteilt.

Demnach ist der Bau von zwei Reaktoren in der Region Somerset vorgesehen. Diese könnten den Strombedarf von fünf Millionen Haushalten decken, hieß es weiter. Das Kraftwerk soll in etwa zehn Jahren ans Netz gehen.

Für die Umsetzung des Projekts ist allerdings noch eine Einigung über ein sogenanntes Differenz-Geschäft erforderlich, das die Rentabilität der erzeugten Energie garantieren soll. EDF hofft, die entsprechenden Verhandlungen mit der britischen Regierung bis zum Monatsende abschließen zu können.

Vor einem Jahr hatten sich die deutschen Konzerne RWE und EON von Plänen, in Großbritannien neue Atomkraftwerke zu bauen, zurückgezogen. EDF will dagegen neben dem Projekt in Sommerset zwei weitere Reaktoren in Suffolk ans Netz bringen. Ferner gibt es Bauüberlegungen beim japanischen Hitachi-Konzern und der britischen Suez-Tochter NuGen im nordwestenglischen West Cumbria.

Derzeit sind in Großbritannien 16 Reaktoren an neun Standorten am Netz. Zuletzt hatte in Großbritannien 1995 das Atomkraftwerk Sizewell B die Energieerzeugung aufgenommen.