Etliche Opfer des plötzlichen Herztods könnten gerettet werden, wenn die Wiederbelebung besser funktionieren würde. Jetzt gibt es dazu neue, einfachere Regeln.
Einmal muss jeder Autofahrer lernen, wie er Leben retten könnte. Wer den Führerschein will, der muss einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Kernstück ist die Wiederbelebung von Menschen, die bewusstlos sind und nicht mehr normal atmen.
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Kernstück jeden Erste-Hilfe-Kurses ist die Wiederbelebung von Menschen. Jetzt gibt es neue Regeln, denen zufolge die Herzdruckmassage das Wichtigste ist, was Laien für leblose Patienten tun können. Die Atemspende steht dahinter zurück. (© ddp)
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Jahrzehntelang spielten sich dabei erbarmungswürdige Szenen ab: Minutenlang wurde nach dem Puls gefahndet, am Handgelenk, zwischen Kinn und Schlüsselbein; besonders Mutige drückten in der Leiste herum. Bis die Lebensretter den richtigen Punkt für die Herzdruckmassage gefunden hatten, wäre jede Hilfe zu spät gewesen. Daher stirbt der Großteil der Menschen mit Herzinfarkt - trotz Erste-Hilfe-Training.
Rettungsmediziner versuchen seit Jahren, mit einfachen Botschaften den Anteil der Geretteten bei Herz-Kreislauf-Stillstand zu erhöhen. Von den europaweit 500.000 Opfern des plötzlichen Herztods könnten 100.000 gerettet werden, würde die Wiederbelebung besser funktionieren, rechnet der "Deutsche Rat für Wiederbelebung" (GRC) vor.
Seit gestern gelten deshalb leichter umzusetzende Regeln für die Wiederbelebung. Die bedeutendste Neuerung: Die Herzdruckmassage ist das Wichtigste, was Laien für leblose Patienten tun können, die Atemspende steht dahinter zurück.
Wer eine leblose Person findet, der soll laut um Hilfe rufen, damit er nicht allein bleibt. Anschließend muss der Kopf des Patienten in den Nacken gelegt werden, um zu sehen, ob der Mensch noch normal atmet: Bei dieser Haltung kann die Zunge den Luftweg nicht verlegen. Erkennt der Laie keine normale Atmung, sollte er über Notruf 112 professionelle Hilfe rufen.
Anschließend gilt es, in der Mitte des Brustkorbs mindestens fünf Zentimeter tief das Herz zu komprimieren, 100-mal pro Minute. Nach 30 Kompressionen soll der Patient zweimal Mund-zu-Nase oder Mund-zu-Mund beatmet werden. Die aufwendige und fehleranfällige Pulskontrolle entfällt.
"Einfache Regeln sind das Ziel der neuen Leitlinien", sagt GRC-Vorsitzender Burkhard Dirks vom Uniklinikum Ulm. "Das war schon 2005 so, als wir mit vielen überkommenen Ansichten gebrochen haben. Die Neuerungen sind noch nicht überall angekommen. Deshalb betonen wir das Einfache jetzt noch stärker, zudem gibt es Ergebnisse, nach denen die Herzdruckmassage im Vordergrund stehen muss."
Wird die Druckmassage fünf bis zehn Sekunden unterbrochen, dauert es Minuten, bis der Kreislauf durch Wiederbelebung wieder in Gang kommt. Jede Unterbrechung senkt die Chancen des Patienten. "Natürlich sollte auch jeder wissen, wie man eine leblose Person beatmet. Nach vier bis fünf Minuten ist der in der Lunge vorhandene Sauerstoff verbraucht", sagt Notfallmediziner Dirks. "Wenn man das nicht gelernt hat oder nicht schafft, muss wenigstens Herzdruckmassage gemacht werden."
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
hab ich alles leider längst vergessen.
Etwas Hilfe für Helfer wäre nicht so schlecht.
Wenn man schon so vehement die Erste Hilfe bei den Lesern anregt oder einfordert, könnte dies die SZ mit ihrer Redaktion sooo leicht unterstützen.
Wenn nicht im Artikel, so doch wenigstens am Ende wäre ein Link auf eine Info mit grafischer Darstellung des Ablaufes für Herzmassage und textlicher Erklärung (in einem Format das für den Geldbeutel ausgedruckt werden könnte) von grosser Bedeutung gewesen.
Nach diesem Artikel bleibt für mich nur schaler Geschmack!!! Ich werde jetzt im Internet nach solchen Hilfen suchen.
für die HLW, die hier beschrieben wurden, gelten aber schon längst.
Außerdem wird hier zu wenig differenziert, denn bei Kindern soll nach den ersten 5 Rescue-Atemzügen nach wie vor der Puls gemessen werden, was allerdings nicht länger als 10sek dauern sollte.
Bei der Wichtigkeit diese Themas, wäre es schön gewesen, hätte man hier eine Grafi eingebracht, die die HLW nochmal genau grafisch darstellt.
.. die meisten fordern vehement, dass ihnen im fall des falles höchstqualifiziete (erste) hilfe geleistet wird, aber selber hilfe leisten wollen (und können) - das tun "nicht ganz so viele"
o-ton eines 60-jährigen, ganz stolz: meinen letzen erste hilfe kurs hab ich beim führerschein mit 18 gemacht
imho.. für besitzer eines führerscheins sollte eine wiederauffrischung alle 5 jahre verpflichtend sien..