Ernährung Kinder lassen 40 Prozent des Essens übrig

Einen großen Teil des Essens auf ihrem Teller lassen Kinder einfach liegen. Was Eltern etwas Trost spenden sollte: Es ist ganz normal, dass die Kleinen ihre Portion nicht schaffen.

Von Sebastian Herrmann

40 Prozent des Essens auf ihrem Teller lassen Kinder im Durchschnitt in etwa liegen. Mehr als ein Drittel der Lebensmittel wandern also in die Tonne - ein Umstand, den Eltern alle kennen. "Nimm dir nicht so viel", flehen sie dann ihr Kind an und leiern anschließend Sätze wie diesen herunter: "Schaffst du das überhaupt? Gleich, du darfst dir dann mehr nehmen, wenn du die erste Portion aufgegessen hast."

Es hilft nichts. Am Ende gleichen der Esstisch und der Boden darunter einem Lebensmittelschlachtfeld. Und wenn man die überall verteilten Speisen wieder zusammenklauben und neu auf dem Teller anrichten würde, dann würde sich das Essensrestepuzzle in der Tat oft zu 40 Prozent der Ursprungsportion zusammensetzen.

Da spenden die Zahlen, die der Ernährungsforscher Brian Wansink von der Cornell University zusammen mit Katherine Johnson im Fachmagazin International Journal of Obesity veröffentlicht hat nun wenigstens etwas Trost: Es scheint normal zu sein, dass Kinder ihren Teller nicht leer essen. Das schließen die Forscher aus der Analyse des Essverhaltens von 326 Grundschulkindern. Die Kleinen wüssten noch nicht, was ihnen schmeckt und wie viel sie essen können, sagt Wansink. Man solle Kinder daher auf keinen Fall zwingen, stets ihren Teller leer zu essen.