Mit Hilfe von embryonalen Stammzellen ist es US-Forschern gelungen, bei Mäusen die Symptome von Parkinson zu lindern. Die Wissenschaftler sehen darin das bisher stärkste Indiz dafür, dass die Technik eines Tages auch Menschen helfen kann.
Erst humpelten die Mäuse beim Treppensteigen. Und wenn ein Pflaster auf ihrer Stirn klebte, bekamen sie es nur mit Mühe wieder ab. Drei Wochen später aber ging es den Tieren plötzlich besser. Die Nager, die eben noch an Parkinson litten, waren kaum mehr von gesunden Artgenossen zu unterscheiden.
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Heilerfolge bei parkinsonkranken Mäusen hat es mit embryonalen Stammzellen bereits mehrere gegeben. (© Foto: Reuters)
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Der Grund für die Besserung: In der Zwischenzeit hatten Forscher aus Japan und den USA den Mäusen Nervenzellen ins Gehirn gespritzt, welche den für die Arbeit des Gehirns wichtigen Botenstoff Dopamin produzieren (Nature Medicine, online).
Solche Nervenzellen gehen bei Parkinson zugrunde. Die Wissenschaftler konnten sie aber aus embryonalen Stammzellen züchten, welche sie wiederum durch Klonen aus den Schwanzzellen der Tiere gewonnen hatten.
Dies sei das bisher stärkste Indiz dafür, dass die Technik eines Tages auch Menschen helfen kann, freut sich das Team um Lorenz Studer vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York. Die Ergebnisse seien so vielversprechend, so die Forscher, dass sie nun Versuche an Affen planten.
Heilerfolge bei parkinsonkranken Mäusen hat es mit embryonalen Stammzellen bereits mehrere gegeben. Allerdings wurden bisher nie geklonte Zellen verwendet. Der Vorteil solcher Zellen aber besteht darin, dass sie letztlich vom jeweiligen Maus-Patienten selbst stammen. Sie werden deshalb nicht von seinem Immunsystem abgestoßen, wie sich auch in der aktuellen Studie zeigte. Mit adulten Stammzellen hatten Wissenschaftler dagegen bisher keinen Erfolg.
"Die Krankheitssymptome der Tiere haben sich in der neuen Studie überzeugend gebessert", sagt der Neurologe Alexander Storch von der TU Dresden, der im Jahr 2006 Ratten von Parkinson befreien konnte, indem er ihnen Zellen aus abgetriebenen Föten spritzte.
Auf den Menschen lasse sich die neue Technik aus New York aber nicht so leicht übertragen, denn es gebe einen Wermutstropfen: "Bei einer von sechs behandelten Mäusen hat sich ein Tumor entwickelt", so Storch. "Solange wir Parkinson auch mit Medikamenten effektiv und sicher behandeln können, ist ein solches Krebsrisiko viel zu groß."
(SZ vom 26.3.2008/mcs)
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Das beliebteste Versuchstier hat ein Gewicht von 20-30 g, sein Herz hat die Länge von 0,8 cm, der Magen ein Fassungsvermögen von 1,5 ml. Die Rede ist vom Pharmavorkoster des Menschen: Der Maus.
Obwohl diese Daten eindeutig beweisen, daß eine Maus niemals Modellcharakter für den 70.000 Gramm schweren Menschen haben kann, wird mit ihr millionenfach experimentiert - weil sie so billig ist und so handlich. Neben Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten werden Mäuse als »klassische Laboratoriumstiere« beschrieben, »da ihre Zucht, Haltung und Pflege weniger aufwendig ist als die der größeren Tiere«. Ausschließlich wirtschaftliche Aspekte bestimmen demnach diese Auswahl, die mit wissenschaftlicher begründeter Selektion nicht das Geringste zu tun hat. (»Größere Tiere« sind übrigens auch kein Abbild des Menschen und deswegen genauso wenig geeignet.)