Ein Atomkraftwerk hat den Stechlinsee mehr als 20 Jahre lang aufgeheizt - nun stellt das Gewässer ein Modell dar für die Folgen globaler Erwärmung.
Es ist eine Postkartenlandschaft. Der Stechlinsee im Norden Brandenburgs liegt tief im Wald. Die 16 Kilometer lange Uferlinie ist von alten Bäumen gesäumt.
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Das Wasser des in der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren entstandenen Sees ist so klar und sauber, dass man auch an tieferen Stellen noch den Grund sehen kann. Kranich, Fischotter, Sumpfschildkröte, See- und Fischadler leben hier. Am Ufer blühen Sonnentau und Enzian. Wäre nicht das Kernkraftwerk Rheinsberg gewesen, der See wäre eine intakte Idylle.
Etwa 300.000 Kubikmeter Wasser pumpte das Kraftwerk von 1966 bis 1988 Tag für Tag aus dem und wieder in den See. Wenn das Wasser die Kühltürme verließ, war es zehn Grad wärmer als zuvor. Das Oberflächenwasser des Sees wurde dadurch im Schnitt um ein Grad wärmer. Die Auswirkungen auf das Ökosystem des Sees und seine physikalische Struktur konnten Forscher über Jahrzehnte messen und auswerten. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, wie sich eine Erwärmung von Gewässern durch den Klimawandel auswirken könnte.
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Stechlin und deren Vorgänger in der damaligen DDR begannen bereits vor der Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes mit Untersuchungen. Mit einer Tiefe von 70 Metern gehört der 4,25 Quadratkilometer große See zu den tiefsten und zugleich saubersten Gewässern Deutschlands. Im Uferbereich gibt es bis heute keine Landwirtschaft, die mit organischem Dünger oder Chemikalien für eine Verschmutzung sorgen könnte. Keine Ortschaft leitet Abwässer ein - blieb also das Kraftwerk.
Dessen Einleitungen führten zunächst zu einer erhöhten Produktivität von Algen und Kleinorganismen. "Sie wuchsen vermehrt und schneller", sagt der Biochemiker Peter Casper vom Leibniz-Institut. Nach Beendigung der Einleitung reduzierte sich der Algenwuchs erst wieder mit deutlicher Verzögerung. Die Veränderungen des Wasser-, Wärme- und Stoffhaushaltes und der biologischen Struktur des Sees halten aber bis heute an.
Einst außergewöhnlich sauber
"Der See ist trotz des starken Algenwachstums nie umgekippt oder in die Gefahr einer Übersättigung geraten", sagt Casper. Das liege aber daran, dass der See zuvor so außergewöhnlich sauber war. Ein bereits leicht verschmutztes Gewässer hätte diese Veränderung wohl nicht verkraftet. Übertragen auf mögliche Temperaturanstiege anderer stehender Gewässer durch eine globale Erwärmung würde dies bedeuten, dass viele Seen in wenigen Jahrzehnten umkippen könnten.
"Unsere Ergebnisse sind bei dem weltweit zu erkennenden Trend eines Global Warming von besonderer Aktualität", sagt der Biologe und Institutschef Rainer Koschel - zumal es keine andere Untersuchung weltweit gibt, die eine Entwicklung über einen derart langen Zeitraum auswerten kann.
Die deutlichste Folge der Erwärmung des Sees nennen die Forscher "Entkopplung von Nahrungsmechanismen". Nicht alle Organismen im See reagieren im selben Tempo auf die Veränderungen. Während sich Algen und Mikroorganismen besonders schnell vermehren, kann die Population größerer Tiere wie Fische, die sich von diesen ernähren, nicht Schritt halten. "Das führt dazu, dass die Algen, wenn die Fische sie als Futter brauchen, schon verblüht oder ganz abgestorben sind", sagt Casper. Dies könne ganze Tierbestände bedrohen, die ihrerseits anderen als Nahrung dienen.
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Streit um Parteispitze bei der Linken
...man ja nur noch lachen... Da hat dunnhaupt sicher ne Tankfüllung von der öllobby gesponsort bekommen, damit es so ein Zeug schreibt :D
Herr/Frau dunnhaupt,
bitte lesen sie den Artikel noch einmal, denn anscheindend haben sie nicht verstanden, um was es geht.
Von wegen globale Erwärmung ! Hat mit global nichts zu tun. Das Atomkraftwerk heizte den See auf, und jetzt will man es als "Naturereignis" verharmlosen.