Epigenetik Die Chemie der Monogamie

Monogam durch epigenetische Veränderungen: Präriewühlmäuse mit Nachwuchs.

(Foto: Zuoxin Wang / Nature Neuroscience)

Der erste Sex prägt sich Präriewühlmäusen tief ein - bis hinein in ihre Gene. Die epigenetischen Veränderungen schmieden die Partner für immer aneinander.

Der erste Sex verändert alles für eine Präriewühlmaus: ihr Erbgut, ihr Gehirn, ihr Verhalten. Haben sie sich erst einmal gepaart, bleiben sich Männchen und Weibchen fortan treu.

Zustande kommt diese Bindung durch sogenannte epigenetische Änderungen an den Chromosomen. Dabei ändert sich die räumliche Struktur der DNA an einigen Stellen, die Abfolge ihrer Bausteine bleibt jedoch gleich. Die Paarung löst eine Kaskade an Vorgängen aus, an deren Ende einige Gene aktiviert sind, die zuvor "stumm" waren.

Diese Gene steuern über Botenstoffe wie Oxytocin und Vasopressin das Sexual- und Sozialverhalten der Tiere. Forscher um Mohamed Kabbaj von der Florida State University in Tallahassee haben diese Zusammenhänge herausgefunden, indem sie jungfräulichen Präriewühlmäusen eine Substanz ins Hirn spritzten, um damit indirekt die betreffenden Gene zu aktivieren (Nature Neuroscience, online).

Auf diese Weise ahmten die Forscher eine Paarung sozusagen chemisch nach. Als Folge der Injektion ebenso wie einer Paarung erhöhte sich der Stoffwechsel von Oxytocin und Vasopressin in einer Gehirnregion der Tiere, die an Glücksgefühlen beteiligt ist. So konnten die Forscher ihren Angaben zufolge erstmals belegen, dass epigenetische Änderungen im Erbgut für die Monogamie der Präriewühlmäuse verantwortlich sind.