Eine neue Spezies kann auch dann entstehen, wenn sie nicht geographisch von ihrer Ursprungsart getrennt lebt. Lange Zeit rätselten Biologen über dieses Phänomen, nun haben sie eine Lösung gefunden.

Eine neue Art kann sich auch dann entwickeln, wenn ihr Lebensraum geographisch nicht von dem der Ursprungsart getrennt ist. Wie dies genau geschieht, war jedoch lange unklar. Ursprünglich hatten Biologen geglaubt, dass sich neue Arten bilden, wenn geographische Barrieren wie Wasser oder Gebirge Populationen voneinander trennen.

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Gut angepasst: Weibchen beeinflussen durch ihre Partnerwahl die Evolution. (© Foto: AP)

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Dass die treibende Kraft bei der Entstehung neuer Arten innerhalb eines Lebensraums auch die Partnerwahl der Weibchen sein kann, zeigten Ökologen um Sander van Doorn (Science, online) nun mithilfe eines Computermodells.

Demnach suchen sich Weibchen bevorzugt Partner, deren äußere Erscheinung vermuten lässt, dass sie besonders gut an ihre Umwelt angepasst sind. Zum Beispiel kann innerhalb eines Lebensraums mit unterschiedlichem Pflanzenbewuchs im Norden ein helles Federkleid eine gute Tarnung darstellen, während im Süden dunkle Farben besser schützen.

Dann bevorzugen die Weibchen im Norden die am hellsten gefärbten Männchen, im Süden die dunkelsten. Mit der Zeit verankern sich die Farbunterschiede immer stärker im Erbgut, bis irgendwann helle und dunkle Vögel keine fruchtbaren Nachkommen mehr miteinander zeugen können. Dies gilt als ein Kriterium für die Bildung einer neuen Art.

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(SZ vom 27.11.2009/kabl/gal)