Die Internationale Walfangkommission IWC möchte den Walfang in beschränktem Umfang wieder zulassen. Doch Deutschland will den entsprechenden Kompromiss nicht mittragen.
Der Bundestag lehnt die drohende Lockerung des weltweiten Walfangverbots kategorisch ab. In einem fraktionsübergreifenden Antrag, der am Donnerstagabend einstimmig angenommen wurde, wenden sich die Parlamentarier gegen das Vorhaben, Japan, Island und Norwegen wieder Fangquoten einzuräumen.
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Island, Japan und Norwegen wollen auf das Töten von Walen nicht verzichten. Die Internationale Walfangkommission IWC möchte ihnen deshalb einen Kompromiss anbieten. Deutschland ist dagegen. (© AP)
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Über ein entsprechendes Kompromisspapier, das vom Bundesagrarministerium mit ausgearbeitet worden war, will die Internationale Walfangkommission IWC in der übernächsten Woche in Agadir, Marokko, abstimmen.
Ziel des Papiers ist es, einen Kompromiss zwischen den Mitgliedsländern herzustellen. Derzeit stehen sich Walfangländer und Staaten, die Wale schützen wollen, unversöhnlich gegenüber und blockieren die Arbeit des Gremiums.
Sollte sich unter den 88 IWC-Mitgliedstaaten eine Mehrheit finden, könnten Japan, Island und Norwegen trotz des seit 1986 geltenden Verbots wieder ganz legal kommerziellen Walfang betreiben - aber unter der Kontrolle des Gremiums.
Derzeit müssen sich die drei Länder dafür auf umstrittene Ausnahmegenehmigungen berufen - und das tun sie, um weiterhin die teils vom Aussterben bedrohten Tiere zu töten. Sollte der Vorschlag angenommen werden, so dürften jährlich bis zu 1400 Wale unter anderem in Schutzgebieten abgeschossen werden.
Und Island und Norwegen könnten sogar mehr Tiere töten, als sie es in den vergangenen Jahren im Schnitt getan haben. Der Bundestag spricht sich nun gegen eine Einführung von Fangquoten aus sowie gegen die Möglichkeit, auch stark bedrohte Arten - wie etwa Finnwale - zu jagen. Auch die Jagd in Schutzgebieten soll verboten sein.
Zudem müsse ein Beschluss der IWC-Jahrestagung ein Ausstiegsszenario enthalten, das nach einer Übergangszeit mit einem Walfang nicht bedrohter Arten in beschränktem Umfang zum kompletten Aus für den kommerziellen Walfang führt.
Die Walfangländer werden sich vermutlich nicht auf diese Forderungen einlassen. Es liegt also bei den EU-Ländern - die sich jedoch nicht einig sind. Norwegens Nachbarn Dänemark und Schweden wollen den IWC-Kompromissvorschlag akzeptieren. Und wenn die EU in Agadir nicht geschlossen auftritt, dann müssen sich die Mitglieder nach Europarecht möglicherweise der Stimme enthalten und der Kompromiss würde beschlossen. Die Jagd auf die Meeressäuger ginge weiter.
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(dpa/mcs/grc)
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Durch Jahrzehnte lang andauernden Walfang wurden viele Wal- und Delfinarten an den Rand der Ausrottung gebracht. Auch heute sind diese faszinierenden Meeressäuger immer noch der Bejagung und zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Meeresverschmutzung, durch Boote und Unterwasserbohrungen verursachter Lärm, Verlust ihres Lebensraumes, Beifang in Fischnetzen und die globale Erwärmung, die unsere Meere verändert, sind einige der vom Menschen verursachten Bedrohungen.
ist inzwischen Walfleisch nur noch bei Konservativen, die unbedingt die eigene Unkultur erhalten wollen, beliebt.
Es wird kein einziger Wal gefangen - die Wale werden gejagt und abgeschlachtet.