Auf dem EU-Gipfel mahnte Angela Merkel technische Verbesserungen an Energiesparlampen an - die Hersteller arbeiten längst daran.
Die Dame des Hauses war wenig begeistert. Von einer Messe hatte ihr Gatte eine neuartige Glühbirne mitgebracht, ein Produkt seiner Firma, und stolz im Wohnbereich eingeschraubt.
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Eine einzelne Glühbirne bringt allenfalls ein Fenster zum Leuchten. In der Summe erhellen sie jedoch ganze Metropolen, wie hier Hongkong. Energiesparlampen wären ein bedeutender Beitrag gegen den globalen Klimawandel. (© Foto: Reuters)
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Zu kalt sei das Licht, fand die Frau des Managers - nur in der Dunstabzugshaube über dem Herd war sie akzeptabel. Schmunzelnd erzählt Franz-Josef Bierbrauer diese Geschichte der ersten Energiesparlampe, die 1985 in seinem Haushalt brannte.
Heute ist Bierbrauer bei Osram für den Geschäftsbereich Allgemeine Beleuchtung verantwortlich, und die damaligen Einwände seiner Frau, die viele Kunden noch heute teilen, erschweren ihm das Geschäft.
Sogar die Bundeskanzlerin und Physikerin Angela Merkel erklärte soeben während des EU-Gipfels in Brüssel, die Energiesparlampen in ihrer Wohnung gäben "noch nicht so ein helles Licht", und manchmal, wenn sie etwas auf dem Boden suche, könne sie es nicht finden. Technische Verbesserungen an den Leuchtmitteln mahnte Merkel auf dem europäischen Klimagipfel an. Dabei sind diese längst in vollem Gang.
Seit einiger Zeit propagiert die Politik Energiesparlampen als Waffe im Kampf gegen den Klimawandel. Die Leuchten brauchen 80 Prozent weniger Energie, um das gleiche Licht zu geben wie herkömmliche Birnen. Bis 2009 soll die EU-Kommission einen Plan zur Förderung der Technik vorlegen, verlangten die Regierungschefs in Brüssel.
Australien will konventionelle Glühbirnen gar von 2010 an verbieten. "Seitdem bestellt der Handel verstärkt Energiesparlampen", sagt Christoph Seidel, Sprecher des Herstellers Megaman. "Der Zuwachs macht 30 Prozent aus."
Jahrelange Garantie
Derzeit stecken in weniger als einem Zehntel der Brennstellen, wie Hersteller es nennen, Energiesparlampen. Viele Kunden stehen ratlos vor den Regalen, verwirrt von ungewohnten Wattzahlen und Bauformen sowie Begriffen wie Longlife, Kaltstart, und "cool" oder "warm white".
Kein Wunder, dass sich die Vorbehalte gegen Energiesparlampen halten: Ihr Licht sei kalt, diffus und nicht dimmbar, häufiges Schalten verkürze ihrer Lebensdauer, beim Einschalten vergehe Zeit, bis sie angehen, und zwei Minuten, bis sie hell sind. Zudem schreckt der Anschaffungspreis: Markenware kostet zehn bis 20 Euro. Die Argumente der Hersteller, die Investition rechne sich nach einem Jahr, und die Produkte hielten viele Jahre, verfängt selten.
Viele der technischen Mängel plagten tatsächlich die frühen Modelle der Lampen - noch heute sind sie bei billigen Fabrikaten oft ein Problem. Etliche Fehler hat die Lampenindustrie jedoch bereits behoben; Osram zum Beispiel gibt mehrere Jahre Garantie auf seine Lampen. Andere Makel werden so weit abgestellt, wie es Technik und Physik zulassen.
Unsichtbare Infrarotstrahlung
Die wissenschaftlichen Grundprinzipien sind bei Glühbirnen und Energiesparlampen verschieden. Bei konventionellen Birnen fließt Strom durch den Wendeldraht und erhitzt ihn zum Glühen. Um die 2500 Grad Celsius wird der Metallfaden aus Wolfram heiß, aber das führt nach den Gesetzen der Physik dazu, dass der Hauptteil der abgestrahlten Leistung unsichtbare Infrarot-, also Wärmestrahlung ist.
So setzt die Lampe nur fünf Prozent der Energie in Licht um, sie erreicht einen sogenannten Lichtstrom von 13 bis 15 Lumen pro Watt elektrischer Leistung. Deshalb erscheint Glühbirnen-Licht auch eher am rötlichen Ende des sichtbaren Spektrums, was Menschen als warm empfinden.
Energiesparlampen, die je nach Bauform und Leistung zwischen 50 und 65 Lumen pro Watt abgeben, funktionieren anders. In ihrem Inneren scheidet ein Wendel bei einer Temperatur von bis zu 1500Grad Celsius Elektronen aus. Sie sausen durch das Innere der Röhre und treffen dort auf Quecksilberatome. Das erzeugt zunächst ein unsichtbares ultraviolettes Licht, erst die Innenbeschichtung der Röhre verwandelt es in sichtbares Licht.
Je nach chemischer Zusammensetzung des Leuchtstoffs auf dem Glas strahlen die Lampen in einer Farbmischung, die viele Menschen als kalt (ungewohnt viel Blau) oder wie Tageslicht empfinden (viel Grün). Erst ein Übergewicht an Rot gleicht das Farbempfinden dem in Mitteleuropa gewohnten wärmeren Ton an. Auf vielen Energiesparlampen steht darum ,,warm-white'' oder die Ziffernfolge "827", was nahezu dem Farbspektrum der Glühbirne entspricht.
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Wenn der Wirkungsgrad verdoppelt werden kann, sobald die Steuerelektronik fest installiert ist - warum stellt man dann keine entsprechenden Adapter her, die diese Elektronik enthaten, und schraubt sie in die normalen Fassungen? Wäre das zu einfach?
Ich halte es für sinnvoll, wenn sich die Medien mit diesem Thema auseinandersetzen. Natürlich gibt es viel mehr zu tun und zu berichten, aber das ist kein Grund, dieses Thema auszulassen. Wichtig ist es allemal.
Die Einschaltzeit ist für mich bisher der einzige Hinderungsgrund Energiesparlampen überall und nur noch einzusetzetn. In Räumen in denen ich das Licht mitunter auch nur einschalte um einmal durchzugehen sind diese LAmpen bisher kein Ersatz für herkömmliche Glühlampen.
Auch im stimme AlexMu zu, möchte aber hinzufügen: Bei 10% des Haushaltsstroms für Beleuchtung hast Du es aber schön hell zuhause. Statistischer Durchschnitt sind nur etwa 1 bis 2 Prozent.
@ jacopp: Tatsächlich ist ein Energiesparlampe nur eine elektronisch geregelte, aufgerollte Neon-Röhre, nichts weiter.
Wenn man bedenkt, dass die ganze Elektronik im Sockel der Lampe einfach mit weggeworfen wird, wenn sie mal kaputt sein sollte, wird klar, dass die Industrie auch hier schon wieder sorglos gewirkt hat (ökobilanz). Besser wäre es, die Regelelektronik in die Leuchten einzubauen.
Hinzu kommt: Kaputte Energiesparlampen sind wie Neonröhren Sondermüll und gehören nicht in den Restmüll, weil sie Quecksilber enthalten. Ein neues Umweltproblem tut sich auf, wenn irgendwann Millionen von ausgedienten Energiesparlampen "entsorgt" werden!
Aber das alles wissen unsere Politiker nicht, sie informieren sich auch nicht, bevor sie solchen Unsinn in die Welt setzen, wie vor Kurzem geschehen.
@ jacopp: Hier stimme ich ebenfalls voll zu: Die LED's stehen vor der Tür und sind wirklich eine echte Verbesserung. Die Energiesparlampen dagegen sind und waren ein Schuss in den Ofen und vermutlich bisher ein Verlustgeschäft für die Hersteller. Deswegen schnell noch mal richtig absahnen und die Lobby-Maschine anwerfen, bevor die LED's kommen.
Wie weit Energiesparlampen heutzutage sind, habe ich und meine Verwandten auch erst vor einem Jahr gemerkt, als wir eine sehr helle Beleuchtung für das Badezimmer meiner Großeltern suchten. Da blieben nur Energiesparlampen übrig, oder man wird durch die Halogen-Lampen oder Glühlampen durch den Stromverbrauch arm.
Aber jetzt wollen alle umstellen, doch da zeigt sich das größte Problem dieser Lampen: Es gibt im preiswerten Lampenbereich (z.B. in Baumärkten) keine Lampen, die die großen Energiesparleuchten aufnehmen können. Gibt nur für das Badezimmer ein paar Lampen.
Also die Technologie ist gut, doch keine preiswerten vernüftigen Lampen fürs Wohnzimmer oder Esstisch vorhanden.
Dem Kommentar von AlexMu stimme ich größtenteils zu und möchte hinzufügen:
Wo bleibt die Betrachtung der ökobilanz für die Herstellung und Entsorgung der Energiesparlampen im Vergleich zur konventionellen Glühbirne?
Wie sieht es mit der Unbedenklichkeit aus, wenn diese Leuchten zerstört werden?
Ich vermute, hier soll der Verbraucher mal eben schnell zur Kasse gebeten werden. Bevor die nächste Generation von Leuchtmitteln (LED), die dann tatsächlich eine energietechnische Revolution darstellt, auf den Markt kommt, sollen noch die Investitionen für die Entwicklung der Energiesparlampen zwangsweise eingetrieben werden.
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