Von Stefan Wehler

Was ist UMTS?Die neue Qualität im MobilfunkDer Ausbau für das neue NetzSteigt die Strahlenbelastung durch UMTS?

Was ist UMTS?

Antennenmast (© )

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UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications Standard. Diese neue Art des Übertragungstechnik gilt als dritte Generation des Mobilfunk. Der neue Mobilfunkstandard ermöglicht ein anderes Verfahren der Datenverbindung zwischen Sendestationen und Handys.

Anders als beim momentanen Mobilfunkstandard GSM (Global System für Mobile Telecommunications) benutzt die UMTS-Technik für jeden Sender und Empfänger im Netz Code-Signale, die nur von diesen entschlüsselt werden können. Dadurch lassen sich auf einer Mobilfunkfrequenz schnellere und zahlreichere Verbindungen herstellen als bisher, was bei der Auslastung der Frequenzen wesentlich mehr Effizienz verspricht. Zugleich soll UMTS der erste Mobilfunkstandard werden, der auf der ganzen Welt identisch ist. Dadurch würden sich keine Schwierigkeiten, bei der Übertragung in die Mobilfunknetze andere Länder mehr ergeben.

Die neue Qualität im Mobilfunk

Bislang bot bereits die WAP-Technologie die Möglichkeit, mit dem Handy Daten aus dem Internet abzurufen. Mit UMTS dürften diese Übertragungen allerdings erheblich verbessert werden. Bei einem schwach ausgelasteten Netz können Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu zwei Megabit in der Sekunde erreicht werden. Mit dem derzeitigen Mobilfunkstandard GSM liegt diese Rate bei etwa 9,6 Kilobit in der Sekunde.

Durch die höheren Übertragungsgeschwindigkeiten bietet UMTS neben der mobilen Internetnutzung auch die Plattform für Bildübertragungen beim Telefonieren. Dies wird durch die Ausweitung der Datenübertragung im Netz möglich, die im Mobilfunk der dritten Generation etwa denselben Stellenwert wie die Sprachübertragung einnehmen wird.

Die Entwicklungsabteilungen der Mobilfunkkonzerne müssen bis zum geplanten Start des Netzes ein Problem der neuen Übertragungstechnik überwinden: da die Frequenzbänder nicht mehr wie bisher in zeitlich versetzte Einheiten aufgesplittet werden, sondern über den Code des Empfängers und Senders parallel zu anderen Übertragungen stattfinden, werden die Störquellen vorraussichtlich zunehmen. Je mehr UMTS-Handys gleichzeitig eine Übertragung in einem Frequenzbereich senden, desto lauter werden die Störgeräusche. Die Experten sprechen von einem "Cell-Breathing". Beim bisherigen Übertragungsverfahren GSM trat dieses Problem nicht auf, da die Verbindungen auf dem Frequenzband zeitlich versetzt aufgebaut wurden.

Der Ausbau für das neue Netz

Gerade einmal vier Wochen nach der Versteigerung der UMTS-Frequenzpakete testet die Telekomtochter T-Mobil bei Düsseldorf bereits den Betrieb eines UMTS-Netzes in einem Feldversuch. Insgesamt sechs Mobilfunkanbieter haben eine der Lizenzen ersteigert und werden ihr Mobilfunknetz für die neue Technologie ausbauen oder umrüsten. Dazu gehören die Anbieter T-Mobil (D1), Mannesmannn (D2), ePlus/Hutchinson (ePlus), Viag Interkom, Mobilcom und der neue Anbieter Group 3G, zu deren Gesellschaftern unter anderem der spanische Telefonica-Konzern gehört.

Bernd Rainer Müller, Experte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für elektromagnetische Strahlung, erwartet, dass für den Netzausbau alle sechs Lizenznehmer bis zu 10.000 neue Sendestationen errichten müssen. Das Problem am Netzausbau sei jedoch nicht die Zahl der neuen Stationen, sondern die Tatsache, dass mit UMTS ein völlig neuer Frequenzbereich verwendet werden.

Bei den Mobilfunkbetreibern geht man davon aus, dass das UMTS-Netz nicht vor 2003 in den kommerziellen Betrieb gehen wird. Wie der Pressesprecher des Mobilfunkbetreibers Mannesmann, Christian Schwolow, erklärte, sei die vom BUND genannte Zahl aber nur eine Vermutung. Beim Konzern selbst rechnet man derzeit mit der Errichtung "einiger 1.000 Anlagen". Insgesamt wird der Aufbau des neuen Kernnetzes, so schätzte Schwolow, nach dem milliardenschweren Kauf der Lizenz noch einmal Kosten im zweistelligen Milliardenbereich verursachen.

Da UMTS zunächst nicht flächendeckend eingeführt werden kann, werden die Anbieter auch nach Start des UMTS-Netzes weiter auf das existierende GSM-Netz zurückgreifen müssen. Angeschlossen werden Anfang 2003 vor allem Ballungsräume.

Steigt die Strahlenbelastung durch die neuen Antennen?

Durch die Erschließung der neuen Frequenzen für UMTS wird die Gesamtbelastung im hohen Frequenzbereich, den die Mobilfunknetze benutzen, um über 20 Prozent steigen, mutmaßt Bernd Rainer Müller. Von dieser Zahl ging er aus, obwohl die einzelnen Sendeanlagen nur eine Leistung von 5,6 Watt hätten.

Wie Christian Schwolow von Mannesmann einräumte, werde man auch Anlagen auf privaten Hausdächern installieren müssen, um die Versorgung herzustellen. "Vor allem in Innenstädten ist das unvermeidlich", erklärte er. Laut Schwolow lägen aber ausreichend unabhängige Untersuchungen über das alte GSM-Netz vor, die belegten, dass die Strahlung der Mobilfunkantennen nicht gesundheitsgefährdend sei.

Er warnte vor Schwarz-Weiß-Malerei, schließlich sei die GSM-Technik ja auch nicht vom Himmel gefallen. "Jeder Fernseher hat auch ein gepulstes Signal, aber auf den würde keiner verzichten", betonte der Pressesprecher. Die Dinge seien massiv emotionalisiert worden. Zudem seien die UMTS-Handys aller Voraussicht nach noch strahlungsärmer als ihre Vorgänger. Insgesamt sei, so Schwolow, der Gesundheitsvorsorge so genüge getragen.

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