Von Klaus Reon

Schüler und Studenten experimentieren mit mobilen Sensoren und drahtloser Netzwerktechnologie. Forscher wollen alltägliche Dinge mit "Intelligenz" ausstatten. Und die Kinder für Technik begeistern.

Wer erinnert sich noch an die fallende Daunenfeder im leer gepumpten Glasrohr? Da wollte einem der Herr Lehrer zeigen, dass Federn so schnell wie Steine fallen, wenn man sie nur lässt. Die internationale Schule in Maastricht, Holland, hat das Experiment umgekehrt. Die Schüler sollen einen Fallschirm konstruieren, der Teddy "Parabär" sanft und sicher zu Boden gleiten lässt.

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Das Besondere: Eine Computersonde fliegt mit. Sie funkt Bewegungsdaten an einen stationären Rechner, der flugs daraus ein dreidimensionales Bewegungsprofil errechnet. Das macht Spaß!

Länderwechsel: In der altehrwürdigen bischöflichen Liebfrauenschule in Eschweiler, 1879 als Mädchenschule gegründet, Kruzifix im Treppenhaus, liegen Jungen und Mädchen aus den Klassen 5, 6 und 7 auf dem Boden. Sie experimentieren. "Interesse kommt mit dem Tun", hat uns Direktor Manfred Meier gesagt, und freut sich, wie seine Gymnasiasten Lego spielen.

Motivation und Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik entstammen hier nicht dem Unterricht, sondern den Arbeitsgemeinschaften, den AGs. In der Robolab-AG wird ein kleiner Marsroboter zusammengebaut, ein Förderband muss farblich gekennzeichnete Container sortieren, ein Aufzug rechtzeitig stoppen oder eine Energieversorgung gesteuert werden. Einmal im Jahr geht es im Bus an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen, zum Lehrstuhl von Petri Mähönen.

Handwerk - nicht bloß Theorie

Der promovierte Finne hat einen Kurzfristplan: In fünf Jahren sollen ganz alltägliche Dinge "intelligent" werden, Kleidungsstücke, Kleingeräte, Werkzeuge. Das ist Handwerk, sagt er, keine bloße Theorie.

Und er hat einen Plan für die nächsten zwanzig Jahre: Er will Jungen und Mädchen für ein Technikstudium begeistern. Darum hat er sich mit dem nahen EMIC (European Microsoft Innovation Center) von Microsoft im Projekt Smeagol, Small Embedded Advanced and Generic Objects Laboratory, zusammengetan. Sie haben zwei Schulen Lego-Technik und neueste Trägheitssensoren gesponsert. Seine Studenten arbeiten eng mit den Schulen zusammen. "Die Schüler sind unsere Modellkunden", sagt Mähönen.

"Wie echte Auftraggeber wollen sie zwischendurch das Projekt ändern, haben Wünsche, brauchen einfache Erklärungen." Seine mobilen Sensoren hat er aber auch in einen Golfschläger, sogar in einen Ball eingebaut. Die Master-Studenten messen und optimieren den Bewegungsablauf.

Ein "smarter" Teddybär ist mit zwei Augen ausgestattet, eines für die Nähe, eines für fern. Es gilt, die Umgebung zu erfassen, die neue Aufgabe für den Computer. Besonders wichtig ist das beim fallschirmspringenden Bären in Holland, wobei die Studenten bei der Programmierung des ARM-Rechners (Advanced RISC Machines) "an Bord" kräftig schwitzten.

Neben ganz "jungen" Anwendungen in der Schule stellt sich die neue, tragbare Technik ebenso gut auf andere Umgebungen ein. So wird sie bereits für die Arbeit eingespannt - ja richtiggehend angezogen.

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