Schneller, intensiver und besser koordiniert hätte die Suche nach dem Auslöser der Ehec-Epidemie ablaufen müssen, sagen Kritiker. Das Robert-Koch-Institut und andere Behörden wehren sich gegen die Vorwürfe - mit einigen guten Argumenten.
Schneller hätte man arbeiten müssen, intensiver nachforschen, überhaupt die Suche bundesweit koordinieren - viel Kritik richtet sich derzeit auf diejenigen, die den Ehec-Ausbruch bekämpfen und die Infektionsquelle aufspüren sollen.
Bienenbüttel: Keine Ehec-Erreger in Sprossen
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Schließlich hat die Epidemie mit den ersten Durchfallpatienten bereits Anfang Mai begonnen und nun, fünf Wochen später, sind 22 Menschen gestorben. 2325 Patienten sind dem Robert-Koch-Institut als Ehec-Fälle gemeldet worden, mehr als 640 dieser Patienten leiden unter dem lebensgefährlichen hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), das zu Nierenversagen und Tod führen kann.
Haben die Gesundheitsbehörden, die gerade am Anfang einer solchen Epidemie schnell reagieren müssten, geschlafen? Fehlt in Deutschland eine Organisation, bei der alle Informationen zusammenlaufen, die Maßnahmen bestimmt und der Kampf gegen die Keime kontrolliert wird?
Beim Robert-Koch-Institut (RKI) müssen alle Ehec-Fälle gemeldet werden. Die Mitarbeiter haben das Know-how, um Infektionsquellen zu suchen, damit vernünftige Warnungen vor bestimmten Lebensmitteln möglich sind. Doch das hat offenbar nicht so funktioniert, wie es die Verbraucher erwarten würden.
Um zu verstehen, wie es zu der gegenwärtigen Situation gekommen ist, muss man sowohl die Entwicklung der Epidemie als auch die Verantwortung der einzelnen Behörden und Ämter in Deutschland berücksichtigen.
Anfang Mai ahnte noch niemand, dass die ersten Fälle von Durchfall den Beginn einer Ehec-Epidemie ankündigten. Schließlich waren nicht, wie sonst bei den alljährlichen Ehec-Ausbrüchen, vor allem Kinder betroffen, sondern erwachsene Frauen. Die behandelnden Ärzte mussten somit erst einmal auf die Idee kommen, ihre Patienten auf Ehec testen zu lassen. Fallen die Tests positiv aus, werden die Fälle den Gesundheitsämtern gemeldet, die dann Kontrollen vornehmen. Als Nächstes werden die zuständigen Landesstellen in Kenntnis gesetzt, die die Erkrankung schließlich an das Robert-Koch-Institut melden.
So können Tage vergehen, bevor man dort das Ausmaß einer Erkrankungswelle feststellt. Somit ist es keine Überraschung, dass erst nach mehr als zwei Wochen endlich klar war: Es handelt sich um einen ungewöhnlichen Ehec-Ausbruch. Am 19. Mai schließlich zählten die Behörden in Hamburg bereits zehn Fälle. Jetzt entschloss man sich, das Robert-Koch-Institut um Hilfe zu bitten.
Ohne diese Aufforderung hätte das Bundesinstitut gar nicht tätig werden können.
Bereits am nächsten Tag war ein Team von RKI-Experten in der Hansestadt, um Patienten zu befragen. Mit Hilfe von insgesamt 25 Betroffenen versuchten sie in stundenlangen Gesprächen herauszufinden, was sie in den Tagen vor der Infektion gegessen, wo sie sich aufgehalten, welche Restaurants oder Kantinen sie besucht, in welchen Geschäften sie ihre Lebensmittel gekauft hatten. Darüber hinaus wurden 96 gesunde Hamburger mit einem ähnlichen Lebenshintergrund als Vergleichsgruppe befragt. Weitere Fachleute des Instituts untersuchen die Ausbrüche in Lübeck und Bremen, in Frankfurt, in Schwerin.
In Hamburg kamen die RKI-Leute schließlich zu dem Schluss, dass die üblichen Verdächtigen - Rohmilch, Rohkäse oder unzureichend erhitztes Fleisch - bei der aktuellen Ehec-Welle offenbar unschuldig sind. Auch nach Sprossen wurde gefragt. Doch was die Betroffenen besonders häufig verzehrt hatten, war: Salat, Tomaten und Gurken, wie das RKI am 25. Mai berichtete.
Am selben Tag warnte Ilse Aigner, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin, vor dem Verzehr dieser Lebensmittel in Norddeutschland.
Eine zweite, größere Studie der RKI-Experten in Hamburg untermauerte den ersten Verdacht. Darüber hinaus stellten sie gemeinsam mit den hessischen Gesundheitsbehörden fest: In Frankfurt hatten Mitarbeiter einer Firma siebenmal häufiger blutigen Durchfall bekommen, wenn sie von der Salattheke der Kantine gegessen hatten. Erneut deuteten die Ergebnisse auf Salat, Gurken, Tomaten.
Nachdem am 25. Mai mehrere mögliche Infektionsquellen identifiziert worden waren, konnten die zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden in den Ländern und Städten gezielt entsprechende Lebensmittelproben überall dort nehmen, wo die Patienten verunreinigte Rohkost verzehrt haben könnten, oder wo sie solche Nahrung für die eigene Küche eingekauft hatten. Auch die Kühlschränke der Patienten wurden untersucht. Darüber hinaus hatten die Kontrolleure mancherorts bereits Tage vor der Veröffentlichung der Hamburger RKI-Studie begonnen, Proben zu nehmen.
Schnell wurden die Lebensmittelkontrolleure in Hamburg fündig. Drei spanische Gurken auf dem Hamburger Großmarkt und eine vierte Gurke unbekannter Herkunft aus einer Hamburger Gaststätte waren kontaminiert. Doch es handelte sich um die falschen Ehec-Bakterien.
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Vieleicht ist es gar nicht das Gemüse oder die Sprossen.... sondern ...
das SALATDRESSING ? Huch
Es ist total überzogen was in den Medien, insbesondere auch in dieser Zeitung hinsichtlich der EHEC-Erkrankungen abläuft. Es ist, und wird wohl auch in Zukunft nicht möglich sein, sämtliche Geschehnisse im System haarklein zu steuern oder zu verhindern. Wenn nun die genaue Ursache der Krankheitswelle nicht gefunden wird, so ist das womöglich kein strukturelles Defizit noch ein Versagen der Regierung, sondern die Konsequenz eines pluralistischen wirtschaftlichen Systems, dass bezüglich der retrospektiven Aufklärung gegenüber einem planwirtschaftlichen Wirtschaftssystems möglicherweise Schwierigkeiten birgt.
Dass der verzweifelte Versuch der Medien, mit der Angst der Menschen Gewinne zu machen sowie Einfluss auf die politische Landschaft und Kultur zu nehmen peinlich, unmoralisch ist und nachhaltig die Entwicklung eines Bewusstseins für Gefahren und mögliche Lösungen einerseits, sowie ein gesundes Verständnis für externe Risiken andererseits negativ beeinflusst, ist das bedeutendste Fazit, dass ich für mich aus dem Lesen dieses Artikels gezogen habe.
Und wenn mein Vorredner hier allen Ernstes meint, mit einem anderen Wahlergebnis würde sich die sozioökonomische Situation vollkommen wandeln, hat er trotz seiner vermeintlichen Eloquenz einfach den Eindruck hinterlassen, dass er eine unrealistische und äußerst naive Ansicht der Wirklichkeit hat.
Das Auftauchen der EHEC-Erkrankungen ist schrecklich und bedeutet für viele Menschen ein tragisches Schicksal. Das versucht wird, daraus monetäre oder politische Gewinne zu machen, kann es wirklich nicht sein.
mit dem wir bei der inzwischen bestens etablierten und politisch bestens vernetzten Großagrarwirtschaft zu tun haben.
Einem Wirtschaftsklüngel, dessen engste Vernetzungen mit der Pharmaindustrie (Antibiotika, Turbomasthormone und gentechnisch manipulierte Futtermittelzusatzstoffe), der ständisch-korporativ verfassten Tiermedizinmafia und den einschlägigen Seilschaften in den jeweiligen Landesparlamenten und -verwaltungsorganen zur immer extremistischeren Steigerung der Massenproduktion von Fleischmüll- und Pflanzenabfallprodukten benutzt wird.
Dass diese kleine Zahl der Veranstalter dieser fast schon monopolisierten Agrargroßkonzernwirtschaft jene hybriden Superrenditen herbeiwirtschaftet, die der finanztechnische Berater der Bundeskanzlerin Josef A. immer wieder mit gebetsmühlenartiger Agitation und Propaganda als Zielvorgabe in den öffentlichen Diskurs einbringt, dies zu Lasten der Gesundheit und der bäuerlichen Landwirtschaft tut, ist inzwischen unübersehbar. Dass dies mit den Propaganda-Instrumentarien der stalinistischen Staatsplanwirtschaft unterstützt wird, die heute wieder von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und anderen einschlägigen Kreisen genutzt werden, sollte uns nachdenklich machen.
Dass mit dieser Agrarkonzerngroßwirtschaft auch noch que Eintrag von Bioziden die großflächige Grundwasservergiftung betrieben wird, stellt den zweiten Großangriff gegen die körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung dar.
Es steht heute praktisch die Frage im Raum, ob wir diesen von den "neuen staatsfeinden"(1) gestützten privaten Staatsmonopolismus (Atomenergie-Pharmakonzerne-Krankenfabriken-niedergelassene Ärzteschaft-Waffen- und Luftfahrtskonzerne) dulden wollen, wenn wir dafür die sozio-ökonomischen Existenzgrundlagen unserer Kinder zerstören.
Beantworten wir also diese Frage bei den kommenden Wahlen klar und deutlich.
(1) ISBN-10: 3596146291
Ich vermisse generell die Warnung, dass Ehec auch durch Schmierinfektion übertragen wird!
Kompetente Wissenschaftler raten, sich z. B. nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, gründlich die Hände zu waschen.
Die Medien dreschen aber lieber auf Spanien, Gurken, Bio, Sprossen, ja sogar auf Biogas ein...
genauso wie an den Finanzmärkten der Keim einer Krise lange unentdeckt bleibt (und von deren Profiteuren gedeckt es auch bleiben
soll) wird es auch hier an der Kontrolle fehlen.
Als erstes sollte bei aufkeimendem Verdacht immer eine öffentliche interaktive Internetseite seitens der Bundesregierung geschaltet werden, um Informationen zu sammeln und zu verteilen....
Paging