Fotos von Touristen, Kochrezepte und Tierärzte führten zu den Sprossen: Für die Fahndung nach der Quelle der Ehec-Epidemie haben die Experten kriminalistisches Gespür gebraucht. Nun wurden in Nordrhein-Westfalen auf Sprossen tatsächlich Keime vom gefährlichen Typ O104 nachgewiesen. Aber hätte man den Infektionsherd nicht schon viel früher finden können?
Vor fast einer Woche war ein Gartenbaubetrieb in Bienenbüttel in Niedersachsen ins Visier der Ermittler geraten, die nach dem Ursprung der Ehec-Epidemie in Deutschland suchten. Kamerateams belagerten den Hof im Kreis Uelzen, der auf den Vertrieb von Sprossen spezialisiert ist.
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Die Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate ist aufgehoben. Sprossen gelten weiterhin als gefährlich. (© dpa)
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Doch die vielen Proben, die dort von Produkten, Boden, Wasser und dem Personal genommen wurden, hatten sich zunächst sämtlich als Ehec-frei erwiesen. Trotzdem waren sich die Experten der Behörden von Bund und Land ganz sicher: Der Hof ist eine der wesentlichen Quellen der Infektionen. Und ihre Überzeugung beruht vor allem auf der neuen, sogenannten "rezeptbasierten Restaurant-Kohortenstudie" des Robert-Koch-Instituts.
Nun wurden in Nordrhein-Westfalen auch die ersten mit dem aggressiven Ehec-Keim belasteten Sprossen gefunden, wie das Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf meldet. Die Sprossen stammen dem Ministerium zufolge offenbar aus dem Betrieb in Bienenbüttel. Entdeckt wurden die Erreger in einer geöffneten Packung mit Sprossen in der Mülltonne eines Haushalts mit zwei Ehec-Patienten im Rhein-Sieg-Kreis. Somit konnte erstmals eine lückenlose Kette zwischen dem Erreger vom Typ O104, Sprossen aus dem Betrieb in Bienenbüttel und Ehec-Patienten hergestellt werden.
Warum aber hat es so lange gedauert, bis die Experten auf Sprossen als Überträger der Keime gekommen sind, und endlich Entwarnung für Gurken, Tomaten und Blattsalat gegeben werden konnte? Das hat mehrere Gründe.
[] Die ursprüngliche Quelle von Ehec-Bakterien ist grundsätzlich nicht leicht zu identifizieren. Das liegt schon an den komplexen Lieferwegen von den Erzeugern über Händler und Zwischenhändler. Zum anderen ist die sogenannte Infektionsquelle - etwa Rohmilch einer bestimmten Kuh - nicht mehr aktiv, wenn ein Ehec-Ausbruch als solcher erkannt ist.
[] Der Erreger des Bakterientyps, der für die gegenwärtige Epidemie verantwortlich ist, ist ein Typ, der bisher äußerst selten in Erscheinung getreten ist.
[] Das menschliche Gedächtnis ist nicht besonders verlässlich. Und die Inkubationszeit - also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung - und die Zeit, bis eine Ehec-Ansteckung überhaupt als solche erkannt wird, beträgt etliche Tage. Deshalb müssen sich Patienten an weit zurückliegende Mahlzeiten erinnern, wenn sie den Fachleuten bei der Suche nach der Infektionsquelle helfen wollen.
Das aber ist der klassische Weg, über den die Epidemiologen versuchen, herauszufinden, wovor sie die Bevölkerung eigentlich warnen sollen. Wenn etwa, wie in der Vergangenheit geschehen, etliche Teilnehmer einer Ferienfreizeit Rohmilch von einem Bauernhof getrunken haben, lässt sich dies über gezielte Fragen relativ schnell feststellen.
Als am 19. Mai klar war, dass Deutschland von einer Ehec-Epidemie betroffen ist, reiste deshalb ein erstes Team von RKI-Experten nach Hamburg, wo besonders viele Patienten erkrankt waren. Am 20. Mai wurde begonnen, die Ernährungs- und Lebensumstände von zwölf Patienten mit Hilfe eines mehr als 30 Seiten umfassenden Fragebogens intensiv zu ermitteln. Auch nach Sprossen wurde gefragt - doch nur drei der Betroffenen konnten sich daran erinnern, solche verzehrt zu haben. Auffällig war bei den Patienten lediglich, dass sie sich besonders bewusst ernährten.
In weiteren Studien verglichen die Fachleute das Ernährungsverhalten von Patienten und gesunden Kontrollpersonen in Hamburg. Es verdichtete sich der Verdacht, dass sich die Kranken über Gurken, Tomaten oder Blattsalat identifiziert hatten. So kam es zu der Warnung vor dem rohen Verzehr dieses Gemüses. Sprossen wurden nicht intensiver verfolgt - was im Nachhinein als Fehler betrachtet werden kann. Schließlich hatten Sprossen schon die große Ehec-Epidemie 1996 in Japan mit fast 10.000 Erkrankten ausgelöst. Zugleich machen sie nur einen kleinen Teil eines Salattellers aus - und werden deshalb gern übersehen. Aber hinterher weiß man natürlich immer alles besser.
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Mubarak-Prozess in Ägypten
Der Mensch ist die primäre Quelle des EHEC-Bakteriums O104:H4 nicht das Rind.
Das erste offizielle Auftreten der Spezies im Darm eines Menschen und schlimmen Folgen war vor 10 Jahren in Köln.
Allerdings wurde damals und zwischenzeitlich das Genom nicht genauer untersucht - erst vor kurzen:
http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2011/06/09/dlf_20110609_1636_29231137.mp3
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Da die Presse bisher Ehec und Ehec O104:H4 immer in einen Topf geworfen hat und garnicht wusste, von was sie redete ist diese riesige Verwirrung zu Stande gekommen.
Die normalen Ehec-Bakterien kommen bei Rindern vor. Es ist zwar nicht schön, wenn sie im Essen auftauchen, weil dort Reste aus Gülle einfach nicht hin gehören, aber sie haben keine sonderlich krankmachende Wirkung auf den Menschen außer normalem Durchfall, der schnell wieder beendet ist.
Die ganzen Meldungen bisher, was man auf 4-7 Gurken gefunden hat und Gemüse und im Mülleimer, bezog sich auf Bakterien dieser Art und waren daher eigentlich ziemlich harmlos und nebensächlich.
Nun hat man offensichtlich die sehr schlimme Art Ehec O104:H4 auf den Sprossen gefunden. Dies ist eine sehr krankmachende Bazille, und sie kommt NUR BEIM MENSCHEN vor. Sie wird durch mangelnde Hygiene übertragen (Händewaschen beim WC-Gang vergessen) und nur von Mensch zu Mensch über diese unhygienischen 'Verschmierungen'. Auf diese Weise kann Ehec O104:H4 auch in das Wasser für die Spossen gelangt sein.
Hunderte Stück dieser Art reichen schon aus um eine ziemliche Infektion (Blutiger Durchfall) im Menschen auszulösen. Ist man dann von der Veranlagung her auch noch empfindlich auf die Giftstoffe, die diese 'Viecher' erzeugen, kommt es zum Schockreaktionen und zum Blutzerfall und zum Ernstfall.
für EHEC Keime !
Wir haben zwar Alle Biologie in der Schule gehabt, wissen seit Dr. Virchow über Viren Bakterien und Co. Bescheid, aber bei vielen Menschen hockt das Irrationale dicht unter
der Bewusstseinsoberfläche.
Haben wir früher bei Indienfahrten nicht Kaliumpermanganat, Essigessenz und Backsoda usw., zur dringendnötigen Desinfektion gegen Keime, im Trampergepäck dabeigehabt ?
Alles schon längst vergessen ?
Essbares wurde minutenlang eingeweicht, abgespült und verzehrt.
Bis auf die Tricho"nomade"n haben wir s fast Alle überlebt.
Und es war superschön dazu.
EinArmutszeugnis nicht nur für das berliner Robert-Koch Institut:
In keiner ihrer wichtigen Erklärung wurden auf PRÄVENTIVMASSNAHMEN, positiv oder negativ, verwiesen, nur lauter " Mund -gehalten - und - nix Gemüse - geniessen " ........
wie lange sowas wohl gehen kann ?
Vor Allem, was, wenn die Gemüse radioaktiv sein sollten ?
Ein paar tausend Jahre ?
Ich habe mir die Finger wundgemailt :
Medien, Ministerien, Koch-Institut, null- Resonanz auf das Stichwort
"Präventionsmassnahmen".
Auch in Talkshows konnte es leider nicht aufblitzen.
Dabei hätte sich dergestalt sehr wohl leichtl und breitflächig, psychologische Beruhigung verbreiten lassen:
Es ist herausgekommen, dass Tomaten, Salat und Gurken nicht verseucht, sondern ungefährlich waren !
Zum Nährboden Sojasrossen:
Fast hundert Jahre vor Marco Polo, in seinen Nussschalenschiffchen, haben übergrossse, chinesische Dschunkenflotten DIPLOMATISCHE Expeditionen bis nach Ostafrika SKORBUTFREI, wenngleich auch geplagt von Seuchenfällen,
mit an Bord keimenden Sojasprossenfelder erfolgreich durchgeführt......................
Müssen wir nun erfindungsreicher beim Keimen werde ?
Salzige Seeluftbeföhnung, UV -XYZ- Bequantelung, Gen-wildmutatins-Bremsen, was-kann-ich-alles-assoziieren?
CDU/FDP/Verwaltungsbestien.......... Alles phantasiearme Machterhalter ?
"Heisst das jetzt, dass die EHEC Panik eingestellt werden kann? "
___________________
Im Moment ja.
Aber die Presse hat sich gerade noch rechtzeitig ein paar Sprossen geschnappt und wird sie bei Gelegenheit ins Sommerloch werfen.
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