Ein australischer Wissenschaftler hat eine äußerst ungewöhnliche Methode entdeckt, um Metalle aus der Erde zu lösen.
Alkohol am Arbeitsplatz ist gemeinhin verboten. Für Rohstoff-Sucher jedoch könnten einige Flaschen Wein künftig zur Grundausstattung gehören. Denn mit einem Schoppen ließen sich Metall-Reservoire aus Silber, Zink, Kupfer und Nickel im Boden aufspüren, berichtet der Chemiker Ryan Noble vom australischen Forschungsinstitut CSIRO.
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Wein könnte hilfreich sein bei der Suche nach Metall-Lagerstätten. (© Foto: dpa)
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Wein eigne sich besser als die üblichen Substanzen, die bislang für die Erkundung von Lagerstätten eingesetzt werden.
Ursprünglich war das Ganze als Scherz gemeint. Ryan Noble führte seine wissenschaftlichen Experimente in seiner Freizeit fort. Anstatt der üblichen Mittel verwendete er dabei Rotwein: Er schüttete den guten Tropfen in einen Glaskolben, in dem metallhaltige Erde lag.
Zu seiner Überraschung gab es chemische Reaktionen, die sich noch als äußerst nützlich erweisen könnten. In erstaunlich großer Menge löste der Wein die Metalle aus der Erde. Der Effekt sei simpel zu erklären, sagt Noble: Die im Wein enthaltenen Säuren lösten die Verbindungen.
Wein könnte folglich hilfreich sein bei der Suche nach Metall-Lagerstätten, erkannte Ryan Noble. Auch manche Säfte seien dafür geeignet, sie enthielten ebenfalls genügend Säure.
Flüssigkeiten lassen sich im Gegensatz zu fester Erde und Gestein leicht auf ihren Metallgehalt untersuchen - etwa mit Hilfe der Spektroskopie: Dabei wird gemessen, welche Wellenlängen des Lichts von der Lösung absorbiert werden.
Zwar verwenden Lagerstättenkundler bereits Lösungsmittel, um Erde und Gestein auf ihren Metallgehalt zu untersuchen. Doch die gängigen Substanzen lösten das Metall nicht so leicht aus der Erde wie Wein, berichtet Noble.
Sie seien zudem deutlich teurer als der Traubentrunk. Ein Vorteil der Wein-Methode sei also, dass damit jedermann ohne kostspielige Ausrüstung auf Rohstoffsuche gehen könne.
Doch nicht nur mit einer Flasche vergorenem Most ausgerüstete Schatzsucher könnten profitieren. Auch Rohstoff-Unternehmen sollten Wein im großen Stil zur Erkundung einsetzen, meint Noble. "Aber man wird es mir wohl erst glauben, wenn ich es vorgemacht habe", sagt der Chemiker. Für einen Großversuch bedürfe es allerdings noch einiger Vorbereitungen.
Welcher Wein ist zu empfehlen für die Lagerstätten-Erkundung? "Rotwein", sagt Noble. Aufgrund seines höheren Gehalts an Gerbsäure eigne er sich noch besser als Weißwein. Die Rebsorte oder Marke spiele aber keine Rolle. "Ich empfehle einen billigen Roten", sagt Noble. Guter Wein sollte möglichst nicht verwendet werden. "Den sollte man lieber trinken."
(SZ vom 2.11.2007)
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