Soljacics Erfindung basiert auf bekannten physikalischen Phänomenen. Eigentlich ist es verwunderlich, dass nicht schon früher ein Forscher auf die Idee gekommen ist, wie Strom drahtlos übertragen werden kann. "Weil es bisher einfach keine Verwendung für drahtlosen Strom gab, hat sich leider auch niemand damit beschäftigt", sagt Soljacic, und es klingt beinahe so, als würde sich der Physiker dafür entschuldigen wollen.
Bild vergrößern
Die neue Technik aus den USA orientiert sich am Werk eines Pioniers der Elektrotechnik. 1904 konstruierte Nikola Tesla auf Long Island vor New York einen Turm, mit dem er Strom quer über den Planeten übertragen wollte. (© Foto: oh)
Anzeige
"Schließlich tragen die Menschen erst seit kurzem Handys, Computer, MP3-Player und Digitalkameras mit sich herum." Als Grundlage für seine Technologie, die er "Witricity" nennt (von "Wireless Electricity", also "drahtlose Elektrizität"), wählte der Professor die sogenannte Induktion. Dabei handelt sich um Magnetfelder, die schon heute über kurze Entfernungen elektrische Zahnbürsten drahtlos aufladen, Elektromotoren oder Magnetschwebebahnen antreiben und Kochtöpfe auf modernen Herdplatten heizen.
"Mir ist bewusst, dass sich viele Menschen über Elektrosmog Gedanken machen", sagt der Forscher. Doch elektromagnetische Strahlen, die etwa Mobiltelefone aussenden und wegen möglicher Auswirkungen auf die Gesundheit umstritten sind, entstehen bei "Witricity" nicht. "Magnetfelder als Grundlage der Technologie sind allgemein akzeptiert, seit vielen Jahren erprobt, und sie gelten für die Gesundheit als unbedenklich", sagt Soljacic.
Der Großteil des menschlichen Körpers würde gar nicht auf Magnetfelder reagieren, die restlichen Teile würden von der Technologie nicht beeinflusst werden, da sie auf einer anderen Frequenz schwingen, erklärt der Forscher, den offensichtlich nichts aus der Ruhe bringen kann, so sachlich, so nüchtern präsentiert er seine Erfindung.
Wie ein Sänger, der ein Glas zerspringen lässt
Im Inneren der schwarzen Vierecke, erklärt er weiter, befindet sich Kupferdraht, der zu einer Spule gewickelt ist. Eines der beiden Vierecke, die Quelle, steckt in der Steckdose, das andere ist an den Verbraucher - ein beliebiges Elektrogerät - angeschlossen. Dabei entsteht in der Quelle ein Magnetfeld, das mit einer Frequenz von zehn Megahertz schwingt, also exakt zehn Millionen Mal pro Sekunde zwischen Plus und Minus hin- und herwechselt. Die zweite Spule, der Empfänger, ist exakt an die erste angepasst, sodass sie genau auf derselben Frequenz zum Schwingen angeregt werden kann.
"Das können Sie sich wie bei einem Raum vorstellen, an dessen Wänden viele Weingläser stehen", sagt der Physiker. "Alle Gläser sind unterschiedlich hoch mit Wein gefüllt und haben daher verschiedene Resonanzfrequenzen." Wenn ein Opernsänger in dem Raum einen lauten Ton singe, der exakt so hoch ist wie die Resonanzfrequenz eines bestimmten Glases, so werde genau dieses zum Mitschwingen angeregt und könne sogar zerspringen - die anderen Gläser blieben davon aber unberührt.
Wenn Soljacic also die erste Spule einschaltet, springt das Magnetfeld auf die Empfänger-Spule über, die auf dieselbe Frequenz eingestellt ist. Dort erzeugt das magnetische Wechselfeld den Grundprinzipien der Physik zufolge ein elektrisches Feld, also Strom.
Für dieses Konzept hat Soljacic im September das begehrte MacArthur-Stipendium erhalten, das in Wissenschaftskreisen als das "Stipendium für Genies" gilt, und zwei große Risikokapitalgeber haben vier Millionen Dollar in sein Unternehmen investiert.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 3 nächste Seite
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
Schon verfügbar in Deutschland auf http://www.getpowerpad.com/store
Es handelt sich offenbar um schwach gekoppelte Resonanzkreise, von denen mindestens der Sekundärkreis stark bedämpft wird (die meiste Energie, die auf der Sekundärseite ankommt, soll ja an ein Gerät abgegeben werden). Daraus resultiert eine sehr kleine Kreisgüte. Die Trennschärfe zwischen "Nachbarkanälen" ist also nicht gegeben.
Die lose Kopplung bewirkt, daß die Rückwirkung des Sekundärkreises auf den Primärkreis sehr gering ausfällt, das bedeutet aber auch, daß der Sekundärkreis dem Primärkreis nur wenig Energie entzieht. Folglich ist der Wirkungsgrad miserabel.
Wie schon in vielen Beiträgen vor deisem festgestellt, handelt es sich um einen der ältesten Hüte, über den hier saumäßig recherchiert und dementsprechend auch berichtet wurde.
Die beschriebene Anordnung wird in der Kurzwellensendetechnik als Antenne, genauer gesagt als sog. Magnetantenne verwendet. Selbstverständlich strahlt sie, wenn sie gut funktioniert sogar um die ganze Erde. Eine ihrer Eigenschaften ist die, daß im Nahbereich ein sehr starkes magnetisches Feld (wie übrigens bei manch anderem Antennentyp auch) vorherrscht. Über einen abgetimmten Resonanzkreis läßt sich damit Energie auskoppeln, wie mehrfach schon beschrieben auch nichts neues. Die Vorstellung, daß nicht resonante elektrische Leiter davon nichts abbekommen, ist wohl Wunschdenken. Jedenfalls ist bei Kurzwellenamateuren, die mit solchen Antennen experimentieren, bekannt, daß man sich (bei Sendeleistungen, wie hier beschrieben [100 ... 250 W]) im Nahbereich keinesfalls aufhalten sollte. In einem mir bekannten Fall hat´s mal einer versucht, er wollte es eben wissen. Nach seinen eigenen Aussagen wurde ihm nach kurzer Zeit kotzübel.
Es ist mir völlig unverständlich, wie so ein Journalist, der für Wissen schreibt, 1. offensichtich mit solch profundem Unwissen ausgetattet ist und 2. wenn dem schon so ist, er nicht wenigstens seine Ergüsse von einem Fachmann vor Veröffentlichung gegenprüfen läßt. Eine seriöse Redaktion müßte das eigentlich verlangen.
Ich könnte darüber hinwegsehen, wenn da nicht noch etwas wäre: Fast jedesmal, wenn ich in einer Zeitung etwas lese, was mir zufällig aus eigener Erfahrung oder aus guten Quellen anderweitig schon bekannt ist, muß ich feststellen, daß der Zeitungsbericht total daneben ist. Was das für die Glaubwürdigkeit von Zeitungsinhalten nicht überprüfbarer Art bedeutet, kann sich jeder an 5 Fingern selbst abzählen.
Meiner Meinung nach ist das eine Löffelverbiegenummer. Es wäre leicht, durch Trixerei den Effekt mit der Steckdose herzustellen. Der ganze Artikel (und auch ähnliche Artikel aus anderen Quellen) schreiben mehr oder weniger alle das gleiche und außerdem in einer unwissenschaftlichen reißerischen Sprache. In "seriösen" Zeitschriften etc. habe ich das Thema nicht gefunden. Ich halte die Aktion für einen Scherz . 60 Watt durch die Luft zu jagen, reichen immerhin aus um eine kleine Bohrmaschine zu betreiben, ohne dass man da Nebenwirkungen spürt, halte ich für unmöglich. Ich merke bereits leichte Kopfschmerzen, wenn ich mein WLAN einschalte (deswegen lasse ich es aus). Erinnern Sie sich an diese Schlagzeilen?:
Unverhoffter Forschungserfolg
Dem koreanischen Forscher Hwang ist es als Erstem gelungen, menschliche Stammzellen durch Parthenogenese zu erzeugen.
War auch eine nette Geschichte!
"Kaum jemand weiß, dass etwa bei Laptop-Ladegeräten bis zu 80 Prozent der Energie in Form von Wärme verloren gehen", sagt der Professor.
Das ist definitiv Blödsinn und solche Aussagen geben auch dem Rest der Behauptungen dieses Professors einen ziemlich unseriösen Beigeschmack.
Moderne Schaltnetzteile haben mindestens 80-90% Wirkungsgrad d.h. es gehen nur 10-20% verloren, selbst schlimmster chinesischer Elektroschrott dürfte noch über 70% Wirkungsgrad liegen. Was technisch möglich ist, sieht man an den im Prinzip genauso nur umgekehrt funktionierenden Solarwechselrichtern, bei denen Wirkungsgrade über 98% heute Standard sind, und die demnächst mit Siliziumkarbid-Leistungstransistoren 99+% erreichen werden.
Auf die energieverschwendende Luftnummer dieses Professors kann ich verzichten, und ich bin auch nicht intellektuell damit überfordert, meinen Akkurasierer und meine Handys alle paar Tage mal von Hand an ein Ladegerät anzuschließen. Bei der Generation Doof mag das ja anders sein...
Paging