Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen kann die Brücke über das Dresdner Elbtal errichtet werden. Damit droht der Landschaft der Verlust ihres Status' als Unesco-Weltkulturerbe.
Die umstrittene Waldschlösschenbrücke über das von der Unesco geschützte Dresdner Elbtal kann gebaut werden.
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Das Dresdner Elbtal (© Foto: ddp)
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Diese Entscheidung hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG) jetzt veröffentlicht.
Nun droht dem Desdner Elbtal, dass der Landschaft der Titel als Unesco-Weltkulturerbe aberkannt wird.
Mit Beschluss vom 9. März (Az.: 4 BS 216/06) fordern die Richter die Landeshauptstadt auf, die Bauaufträge zu erteilen und den Bürgerentscheid zum Bau der Elbquerung von Februar 2005 zu vollziehen, teilte das OVG mit.
Ein Antrag der Kommune gegen die vom Regierungspräsidium Dresden ausgesprochene Verpflichtung blieb erfolglos. Ein anders lautender Beschluss des Verwaltungsgerichts Dresden vom August 2006 wurde geändert.
Ein weiteres Zurückstellen des Bürgerentscheids sei - auch nicht wegen einer Bindungswirkung der Welterbekonvention - nicht mehr gerechtfertigt, begründeten die Richter. Das Gericht trage dem hohen Stellenwert der Entscheidung der Dresdner Bürger für den Brückenbau Rechnung, hieß es.
Deren demokratische Entscheidungsbefugnis sei von überragender Bedeutung für die Demokratie.
Die Dresdener Bürger hatten im Februar 2005 in einem Bürgerentscheid, den der ADAC, die CDU und die FDP initiiert hatten, mehrheitlich für den 1996 beschlossenen und seit 2004 umstrittenen Brückenbau votiert.
Die Brücke, die die Stadtteile Johannstadt und Radeberger Vorstadt verbinden soll, überquert das Dresdner Elbtal. Die Unesco hatte die Landschaft zwischen den Schlössern Pillnitz und Übigau 2004 zum Weltkulturerbe ernannt.
Zwei Jahre später setzte die Organisation das Dresdner Elbtal auf die Rote Liste besonders gefährdeter Weltkulturerbestätten. Die Unesco kritisierte insbesondere die durch die Brücke drohende Störung des einzigartigen Dreiklangs aus Fluss, Landschaft und Architektur.
Der Stadtrat beantragte die Aussetzung des Baubeginns, das Regierungspräsidium ordnete die Erteilung der Aufträge an.
Das Verwaltungsgericht Dresden hatte der Stadt den dagegen begehrten einstweiligen Rechtsschutz gewährt.
Zwar waren Alternativen zur Brücke diskutiert worden - etwa ein Elbtunnel. Die Pläne konnten sich jedoch nicht durchsetzen. Die Länge der Brücke wird mehr als 600 Meter betragen, die Breite fast 30 Meter. Sie soll den Fluss in einer Höhe von etwa 26 Metern überqueren.
Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts muss der Beschluss des Bürgerentscheids jetzt umgesetzt werden. Anfechten lässt sich die Entscheidung nicht mehr.
(sueddeutsche.de)
@Tramubus
Mit Verlaub Ihre Denke ist realitätsfremd.
Die kommunistischen Arbeiterschließfächer ( Wohnraum) in Johannstadt passen auch nicht zum Weltkulturerbe, aber wurden mit öffentlichen Mitteln nach 1990 saniert.
Und das Religionsgebäude an der Carolabrücke passt auch nicht zur historischen Altstadt von Elbflorenz.
Der hässliche grüne Glaskasten der sächsischen Zeitung ( allesamt Brückengegner)
tut weh beim Blick ins Elbtal.
Genauso das neue Kraftwerk in DD-Mitte.
Euch gehts doch in Wirklichkeit nicht um die Brücke sondern um Opposition gegen die Herrschenden Bürgerlichen.
Vorwärts immer , rückwärts nimmer , das meinte schon ein berühmter Saarländer vor 1989.
Und wenn sie ausgeweint haben dann gehen Sie wieder an Ihre Stanze (Orbeet)
Die da nach dem Bürgerentscheid die Unesco nach deren personeller Unterwanderung, klingt wie im Film, ist aber so, auf den Plan gerufen haben, muss man einfach kennen, und wissen mit wem man es zu tun hat. (zum Beispiel die Leipziger Grünenpolitikerin im Landttag und Bundestag)
Zur Kompetenz der Unesco ist zu sagen, dass sie nach eigenen Angaben nicht weiß, wo die Brücke überhaupt hin soll, wahrscheinlich auch nicht wo Dresden überhaupt liegt, welche Funktion die Brücke hat, und sich um Horrorbauten im Kernland des Erbegebietes, neben dem Zwingen (SAP Kubus am Postplatz zum Beispiel) nie gekümmert hat.
Daran wollen sie sich heute nicht mehr erinnern, die Abstimmenden haben sich aber erinnert und waren nicht aufzuhalten.
Die Brückengegner waren in ihrer Mehrzahl auch gegen die A17 Dresden-Prag, gegen die Phaeton/Bentley-Manufaktur am Großen Garten und insbesondere energisch gegen den Wiederaufbau der Frauenkirche. In sämtlichen Prognosen, zum Beispiel Entwicklung der Verkehrsbelastung an Zubringerwegen wie der Bergstraße an der TU, lagen sie ganz grandios daneben. Was für Horrszenarien wurden gemalt, Anstieg um 200%, heute ist da wesentlich weniger los als vorher, die Verkehrsingeneure haben Recht behalten und so wird es auch diesmal sein. Es gibt auch Ökolehrstühle mit einer Daseinsberechtigung, und deren Hinweise haben die Abwägenden und Abstimmenden sehr wohl verstanden. Natürlich ist es ein schwerwiegender Eingriff und an manchen Stellen nimmt der Verkehr zu. Hat niemand bestritten.
Und Deutschland zahlt für den ramponierten Ruf auch noch!
Der Bund übernimmt für den Starrsinn der Dresdner 75 % der Baukosten (ca.80 Mio )
(Quelle: DNN) der Waldschlösschenbrücke!
Wer lässt das zu? - Warum hört man von der Frau Bundeskanzlerin nichts. Hat sie Angst vor Milbradt.
Warum wehren sich die anderen Bundesländer nicht?
Macht das Sinn? München nimmt Millionen in die Hand, um seine Isarauen zu renaturieren und Dresden zerstört seine Elbwiesen?
Es gehört eben auch eine gewisse Weitsichtigkeit und Weltoffenheit der Bevölkerung dazu, um eine Stadt von Weltrang zu entwickeln. Hätten die Münchner nicht irgendwann weiter geschaut als über Ihren eigenen Tellerrand, würde heute nicht alle Welt nach München wollen!
Tja; Dresden: warum nimmst Du dir nicht ein Beispiel? Wie viele Firmen sind nach München gezogen weil sie wussten, dass sie bei dem großen Erholungswert der Stadt auch gute Mitarbeiter aus der ganzen Welt finden werden? Hat Dresden daran schon mal gedacht? Was hat Dresden dann noch, wenn die Elbwiesen verbaut sind? Wer sich für aktuelle kulturelle Entwicklungen interessiert, geht nach Leipzig! Dresden hat Jahrhunderte lang von der Weitsichtigkeit und Weltoffenheit seiner Könige profitiert, hat sich durch Kriegs- und Wirtschaftswachstumszeiten seinen Glanz erhalten können (es gibt schon Gründe warum die Brücke zwar 100 Jahre geplant, aber nie gebaut wurde!) und der kleinbürgerliche Egoismus seiner Randbevölkerung (die Innenstädter wollten die Brücke nie) zerstört das alles in wenigen Jahren! Das nennen manche dann Demokratie ich nenne es eher Ignoranz, vor allem gegenüber den zukünftigen Dresdnern.
Liebe Dresdner, ihr könnt ja schon mal Geld sammeln, damit ihr in 20 oder 30 Jahren, wenn durch die Klimakatastrophe der Autoverkehr längst eingeschränkt wurde, eure Elbwiesen renaturieren könnt. Vielleicht gibt euch München ja dann einige Tipps
Es ist schlicht unwar, das die Dresdner froh sind!
Sogar der Stadtrat hat die Aussetzung des Baubeginnes beantragt - Also ist nichts so klar wie es geschrieben wurde!
Ich habe mich mit vielen ehemaligen Befürwortern unterhalten, die schlicht und einfach überhaupt nicht genau wussten, um welchen weitreichende Entscheidung es sich handelt. Weitere vertreten die Meinung: "jetzt wo schon so viel Geld ausgegeben wurde..." oder "ich habe dieses Hin und Her satt..."
Diese sind sich der Tragweite Ihrer Entscheidung wohl nicht bewusst. Hinzu kommt der Trotz gegen die scheinbare "Bevormundung" und die Projizierung auf Parteipolitik, rechts gegen links, rot gegen schwarz, grün gegen grau,
Und bei weiterer Nachfrage erhoffen sich die Befürworter eine Entlastung des Verkehrs am Blauen Wunder. Jedoch hat die rel. weit entfernte Waldschlösschenbrücke keinen Einfluss auf die belastenden Verkehrsströme am BW. Dort löst sich kein Problem.
Dresden plant gleichzeitig die Reduzierung der Feinstaubbelastung in der Innenstadt und in der Neustadt - da ist es doch "logisch", dass der Verkehr mögl. nach Osten in die Wohngebiete Striesen, Blasewitz, Johannstadt und Radeberger Vorstadt verschoben wird und dann jäh am Großen Garten endet. Doch dafür gibt es sicher auch eine Lösung. "Die ewig gestrigen Verhinderer sind schon wieder dagegen.." könnten die neuen Befürworter dann sagen...
übrigens kann die Gläserne Fabrik (VW) aufatmen, sie hat ja dann eine eigene 4-spurige Autobahnanbindung, auf der die Luxusklasse schon mal ansatzweise ausgefahren werden kann, und die Güterstraßenbahn kann endlich verstauben! ;-)
Paging