Wissenschaftler streiten seit langem darüber, warum die Dinosaurier verschwanden. Nun erhärtet eine Studie die Theorie: Ein Meteorit hat die Riesenechsen ausgelöscht. Zweifel bleiben.
Vor 65 Millionen Jahren verschwanden die Dinosaurier von der Erde, und mit ihnen fast drei Viertel aller übrigen Lebewesen. Wodurch das Massensterben ausgelöst wurde, darüber streiten Wissenschaftler seit langem heftig.
Düsteres Ende: Eine Dinosaurier-Skulptur in Taiwan scheint die Auslöschung der großen Echsen zu symbolisieren. (© Foto: Reuters)
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Nun hat eine Gruppe von 41 Forschern Daten zusammengetragen, um zu belegen, dass ein Meteoriteneinschlag in Mexiko die Dinosaurier vernichtete (Science, Bd. 327, S. 1214, 2010). Unter dem Begriff "Impact-Theorie" kursiert diese Erklärung seit 30 Jahren.
Damals entdeckten Wissenschaftler in Gesteinsproben aus der Zeit des Dinosaurier-Sterbens ungewöhnlich viel Iridium. Das Metall ist auf der Erde sehr selten, in Meteoriten kommt es allerdings häufig vor.
Anfang der 1990er Jahre fanden Wissenschaftler auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko einen Krater von 200 Kilometern Durchmesser, der zur Zeit des Massensterbens entstanden war. Als der Meteorit am Ende der Kreidezeit einschlug, setzte er etwa eine Milliarde Mal so viel Energie frei wie die Atombombe über Hiroshima, schreiben die Wissenschaftler.
Noch 4000 Kilometer vom Krater entfernt fanden sie im Atlantik Kalkstein-Reste, die neuen Analysen zufolge aus dem Chicxulub-Krater in Yucatán stammen. "In einem Umkreis von etwa 1500 Kilometern waren sicher die Hitze und der enorme Druck sofort tödlich", sagt der Erstautor der Science-Studie, Peter Schulte vom Geozentrum Nordbayern der Universität Erlangen.
Schlimmer seien aber die längerfristigen Konsequenzen gewesen. "Große Mengen Staub, Ruß und winzige Schwefelteilchen sind in die Atmosphäre gelangt", sagt Schulte. Dies habe zu einer weltweiten Verdunklung und Abkühlung geführt, weil die Sonnenstrahlen nicht mehr bis zur Erde gelangten.
Vulkanausbrüche statt Meteoriteneinschlag
In der Folge seien zum Beispiel die meisten Bäume verschwunden, ebenso das Plankton im Meer, zeigen Schulte und seine Kollegen in der aktuellen Studie. "Dadurch brachen ganze Nahrungsketten zusammen", sagt der Geologe.
Für ihn und seine Ko-Autoren steht damit fest, dass allein der Meteoriteneinschlag in Mexiko das Massensterben ausgelöst hat: "Es ist ein Multi-Indizien-Prozess, bei dem der zeitliche Zusammenhang eindeutig ist."
Dennoch wird vermutlich auch die aktuelle Studie die Kritiker der Impact-Theorie nicht zufriedenstellen. Seit Jahren bestreitet eine Gruppe um die Geologin Gerta Keller von der Princeton University die Meteoriten-Begründung. Sie argumentiert mit Daten, nach denen der Meteorit bereits 300.000 Jahre vor dem Ende der Kreidezeit auf die Erde gekracht war.
Mit dem Massensterben habe er also nichts zu tun. Stattdessen macht Keller Vulkanausbrüche in Indien für das Ende der Dinosaurier verantwortlich. Aus Messungen schließt Keller, dass ein Großteil der Ausbrüche, bei denen große Mengen giftiger Gase freigesetzt worden seien, genau zur Zeit des Massensterbens stattgefunden hätten.
Kellers Kollege Sankar Chatterjee vermutet, dass kurz vor dem Massensterben ein Meteorit von 40 Kilometern Durchmesser nahe dem heutigen Mumbai eingeschlagen sei. Die Wucht des Aufpralls habe dann zu den Vulkanausbrüchen geführt.
Dass die Erde in Indien am Ende der Kreidezeit Feuer und Lava spie, bezweifelt niemand. "Die Vulkane waren aber schon lange vor dem Aussterben der Dinosaurier aktiv, ohne dass es sich deutlich auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkte", argumentiert Schulte.
Zudem hätten die Vulkane in einem Jahr höchstens ein Tausendstel jener Schwefelmenge in die Atmosphäre entlassen, die nur Minuten nach dem Meteoriteneinschlag in Mexiko entwichen sei. Doch trotz aller Argumente muss auch Schulte einräumen: "Den exakten Beweis haben wir nicht, und möglicherweise wird es ihn nie geben."
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(SZ vom 05.03.2010/gal)
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Muss Ihnen auf der ganzen Linie Recht geben.
Da habe ich aber gerade Gegenteiliges erfahren. Ein Symposium fast aller führenden Wissenschaftlern habe vor Kurzem festgestellt bei Betrachtung aller vorliegenden Fakten, dass der Impakt dieses Meteoriten zweifelsfrei die Ursache für das Aussterben der Dinosaurier und anderer Tierarten sei.
Es ist natürlich klar, dass es als Folge davon noch längere Zeit danach jede Menge Vulkanausbrüche und Erdbeben gab.
Ein Meteorid mit einem Durchmesser von 100km würde 100% ALLER Lebewesen auf der Erde zerstören. Ein derartiger Einschlag konnte noch nie nachgewiesen werden, weil sich die gesamte Erdkruste verflüssigen würde. Einzige Theorie darüber ist der Einfang unseres Mondes (der natürlich nochmal erheblich größer ist). Der Einschlag eines solchen mit weitaus kleinerem Durchmesser hat nicht all zu lange her den Jupiter getroffen (der bekanntlich die 318fache Erdmasse besitzt) und ein Chaos (wohlbemerkt auf einem Gasplaneten) angerichtet. Eine Explosion der Größe unserer Erde (!) also lesen Sie erst mal nach, bevor Sie anderen einen "Unsinn" unterstellen oder irgendwelche Theorien aus amerikanischen Häusern weitertragen.
Und währe der Meteorid nur ein viertel so groß gewesen, es gäbe heute KEINE Nachfahren der Dinosaurier. Die Universitäten Padua, Trient und Oxford haben sich ausgibig damit befasst und diese Version ausgeschlossen. Weiterhin gibt es Erkenntnisse, dass diese Spezien über Jahrtausende ausgestorben sind und nicht von heute auf Morgen, das Belegen allein schon die Funde der letzten 10 Jahre.
Ich schließe mich dem an, ein Meteorideneinschlag sowie der Blödsinn mit den Vulkanen ist ausgeschlossen!
"Es gibt Hunderte Möglichkeiten über das langjährige AUssterben der Dinos zu diskutieren, aber Nein, es muss natürlich immer der Weltuntergang sein!"
Wir reden hier über eine Erklärung für ein Phänomen, das 65 Millionen Jahre zurückliegt. Da wir über die Ereignisse, in deren Folge 50% der Tierarten ausstarben, niemals eine befriedigende Gewissheit erlangen werden, halte ich es lieber mit Ockhams Rasiermesser:
1. Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.
2. Eine Theorie ist im Aufbau der inneren Zusammenhänge möglichst einfach zu gestalten.
Die Impact-Theorie erfüllt in meinen Augen diese Kriterien besser, als ihre Alternativen. Sie kommt mit weniger Grundannahmen aus, als die anderen.
Entschuldigung, aber was Sie da schreiben, grenzt wirklich an sinnfreies Geschwafel, frei nach dem Motto Argumentum ad ignorantiam.
Es sind auf der Erde dank Satellitenmessung Hunderte zum Teil stark verwitterte Krater aller Größenordnungen und aus allen geologischen Epochen, vom Paläoizoikum bis in die Neuzeit, bekannt, ohne dass sich die Erdkruste dadurch verflüssigt hätte (außer an der Einschlagstelle natürlich). Welche geophysikalischen Prozesse hätten dies bewerkstelligen können?
Auch dass das Plankton an der Kreide-Tertiär-Grenze erheblich dezimiert wurde, ist eine feststehende Tatsache seit gut zwanzig Jahren. Diese Aussterbewelle im Ozean hat jedoch nichts mit Temperaturschwankungen zu tun, sondern mit einer Verlagerung desa ph-Werts in saure Bereiche, wodurch besonders die Kalkschalengehäuse der Foraminiferen betroffen waren.
Und ob es Ihnen nun passt oder nicht: In den 4,5 Milliarden Erdgeschichte gab es immer wieder Katastrophen, die Ähnlichkeit mit einem Weltuntergang aufwiesen, so das Massensterben im Perm, von dem sogar 95% aller Landlebewesen betroffen waren. Damals sank der Sauerstoffgehalt der Luft von circa 35% im Karbon in relativ kurzer Zeit auf 12 bis 16%. Dass dies extreme Auswirkungen auf die globale Ökologie hatte, dürfte wohl klar auf der Hand liegen.
Ergo: Ein bisschen mehr Hintergrundinformation und weniger Lautstärke in Bezug auf Ihre vermeintlichen Argumente wäre vielleicht nicht schlecht.
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