Der "Drache" lebte in der Oberkreide, in der Zeit von vor 125 bis 65 Millionen Jahren, als der europäische Kontinent weitgehend überflutet war. Der Archipel beherbergte Dinosaurier, die im Vergleich zu ihren Verwandten auf den großen Festlandmassen eher klein und ungewöhnlich waren - was der von Biologen häufig beobachteten Tendenz zu kleineren Arten auf Inseln entspricht.

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Anhand der relativ vielen Knochen, die vom Balaur entdeckt wurden, gewinnen die Forscher eine gute Vorstellung davon, wie die Tiere ausgesehen haben dürften. (© Mick Ellison; Zoltan Csiki; Matyas Vremir; Stephan Brusatte; Mark Norell; AMNH)

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Funde von Raubsauriern gibt es hier allerdings bislang kaum. Umso wichtiger ist das gut erhaltene Skelett des Balaur. Es scheint zu bestätigen, dass nicht nur die Vertreter der sonst häufig riesigen pflanzenfressenden Sauropoden auf den Inseln Ur-Europas als Zwerge existierten - auch die Raubsaurier entwickelten keine großen Formen, dafür aber solche mit außergewöhnlichen Merkmalen.

Zugleich weist der Fund darauf hin, dass über Rumänien, das damals als Insel aus dem Ozean ragte, offenbar eine Verbindung zwischen Europa und dem heutigen asiatischen Festland und Nordamerika existierte.

"Der Balaur ist verwandt mit Dinosauriern wie dem Velociraptor - das weist darauf hin, dass die Tierwelt des europäischen Archipels damals eine Verbindung hatte mit anderen Teilen von Europa, Asien und Nordamerika, wo diese Gruppe von Dinosauriern in den entsprechend alten Gesteinsschichten ebenfalls gefunden wurde", erklärt Mark Norell. "Der Fund bestätigt außerdem, wie stark der Insel-Effekt dazu beiträgt, wirklich ungewöhnliche Tiere zu produzieren."

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(sueddeutsche.de/mati)