Angeblich werden die Deutschen ja immer weniger. Nun setzt das Bundesamt für Statistik noch eins drauf: Wir sind schon jetzt lange nicht so viele, wie wir glauben.
Die aktuelle Angabe der Bevölkerungszahl Deutschlands ist vermutlich zu hoch angesetzt. Demnach liegt die Zahl nicht bei 82,2 Millionen Einwohnern, wie die Fortschreibung der Volkszählung von 1987 im früheren Bundesgebiet und der letzten Volkszählung der DDR für den 31. Dezember 2007 ergeben hatte.
82,2 Millionen Deutsche? Nein, sagt das Bundesamt für Statistik. (© Foto: dpa)
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Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, leben in Deutschland derzeit vermutlich etwa 1,3 Millionen Menschen weniger. Das Amt widersprach damit den Angaben von Eckart Hohmann, dem Präsidenten des hessischen Statistischen Landesamts. Hohmann hatte von bis zu fünf Prozent "Karteileichen in den Melderegistern" gesprochen. Das wären rund vier Millionen Menschen.
Hohmann hatte seine Schätzung unter anderem damit begründet, dass beispielsweise manche Ausländer aus Deutschland wegziehen, ohne sich bei einer Meldebehörde abzumelden und so im Register bleiben.
Das Bundesamt argumentierte, beim Vergleich der Zahlen der Melderegister mit einer Stichprobenbefragung von Haushalten habe sich gezeigt, dass die Zahl der zu viel Erfassten teilweise aufgehoben werde durch die Zahl der gar nicht Erfassten.
Genaue amtliche Bevölkerungszahlen werden erst wieder nach dem Zensus 2011 vorliegen. Diese EU-weite Erhebung ermittelt, wie viele Menschen in einem Land leben, wie sie wohnen und arbeiten. Dieser Zensus soll in Deutschland mit einem neuen Verfahren vorgenommen werden, das auf eine traditionelle Befragung aller Einwohner verzichtet. Die neue Methode, die auf Registern basiert und mit Stichproben gestützt ist, haben die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder von 2001 bis 2003 ausführlich erprobt.
Deutsche heiraten immer später
Kein Zusammenhang lässt sich mit der Beobachtung des Bundesamtes herstellen, dass Männer und Frauen immer später heiraten - wenn überhaupt.
Das durchschnittliche Heiratsalter von Männern liegt inzwischen bei 32,6 Jahren - 1991 hatten sie noch im Alter von 28,5 geheiratet. Bei den Frauen erhöhte sich das durchschnittliche Heiratsalter im selben Zeitraum von 26,1 auf 29,6 Jahre.
Die Zahl der Trauungen in Deutschland geht seit Anfang der 90er Jahre zurück. 2006 zählten die Statistiker 374.000 neue Ehen. Vier Jahre zuvor waren es noch 400.000. Bei rund einem Viertel der 2006 frisch vermählten Paare hatte einer der Partner zuvor schon das Scheitern einer Ehe erlebt und war geschieden worden.
Insgesamt kamen 2006 auf 374.000 neue Ehen 191.000 Scheidungen. Bei jeder zweiten Scheidung waren Kinder betroffen. Seit 1990 wurden nach Zählung der Statistiker insgesamt 2,4 Millionen Minderjährige durch Trennung ihrer Eltern zu "Scheidungswaisen".
Gleichwohl spiele die Ehe für die Familienbildung und die Erfüllung des Kinderwunsches nach wie vor eine zentrale Rolle in der Gesellschaft, heißt es in der Sonderauswertung der Statistiker mit dem Thema "Familienland Deutschland".
Sieben von zehn Kindern wurden 2006 innerhalb einer Ehe geboren. Bei den anderen 30 Prozent waren die Eltern nicht miteinander verheiratet. 1990 hatte der Anteil der nichtehelich geborenen Kinder erst 15 Prozent betragen.
(dpa/mcs)
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Die Statistik in Deutschland ist doch ein Witz. Ein Mikrozensus kann nur richtig funktionieren, wenn man die Gesamtmenge an Personen schon vorher ungefähr richtig weiß. Dass kann man aber nur mit einer Vollerhebung/Volkszählung erreichen. Aber weil man in Deutschland darauf auf Datenschutzgründen verzichtet, sind die Statistiken vollkommen unglaubwürdig...Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern...wen solche Daten nicht interessieren, dem kanns egal sein.
Sehr interessant wenn sich die Statistik schon um bis zu 5% irren kann und nicht weiss, wieviele Menschen in Deutschland leben, dass dann diejenigen die die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben wollen, im Einbürgerungstest genau diese Frage gestellt bekommen.