Auf die Forderung nach einer deutschen Mondmission folgt ein Aufschrei: Die Kosten seien viel zu hoch. Die Kritik mag reflexhaft sein - trotzdem ist sie im Ergebnis richtig.
Nun also auch Deutschland. Nachdem sogar Weltraumneulinge wie Indien der Anziehung des Mondes erlegen sind und Sonden zum Erdtrabanten geschickt haben, fordern Deutschlands Raumfahrer mit Unterstützung des Wirtschafts-Staatssekretärs Peter Hintze eine eigene Mondmission. 40 Jahre nach Apollo11 hat der Himmelskörper offenbar nichts von seiner Attraktion verloren.
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Deutschlands Raumfahrer möchten den Mond nicht mehr nur aus der Ferne betrachten - wie hier hinter dem Turm der Dresdner Frauenkirche. (© Foto: dpa)
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Erwartungsgemäß kommt sofort der Aufschrei, dass mit den geschätzten Kosten einer solchen unbemannten Mission von 1,5 Milliarden Euro weitaus Besseres anzufangen sei, vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Not. In seiner Reflexhaftigkeit ist dieser Protest falsch, im Ergebnis richtig.
Könnte man auf dem Mond einzigartige Erkenntnisse gewinnen, zum Beispiel über die dortigen Rohstoffe, wären die auf fünf Jahre veranschlagten Kosten durchaus zu rechtfertigen. Aber es ist zu bezweifeln, dass eine deutsche Sonde epochale Entdeckungen vom Mond nach Hause bringt, wo fünf andere Nationen bereits dort waren.
Als zweiter Beweggrund ließe sich anführen, dass eine nationale Mondmission gute Stimmung im Land und Begeisterung für Technik erzeugen könnte. Doch ganz ehrlich: Braucht es in Deutschland diese Form von Motivation, mit der zurzeit China und Indien ihre Bevölkerung animieren? Wohl kaum, denn es bestehen keine Zweifel daran, dass es deutsche Technologie zum Mond schaffen könnte.
Weitaus attraktiver wäre es, 1,5 Milliarden Euro für ein wahrlich spektakuläres Projekt bereitzustellen, das den Ingenieur-Nachwuchs begeistert. Hier sind zwei Vorschläge: Das reichweitenstärkste Elektroauto der Welt. Oder Solarzellen, die so einfach herzustellen sind wie eine Plastiktüte.
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(SZ vom 13.08.2009/gal)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Unter der Überschrift "Mechlchens Mondfahrt" dachte ich nun es geht um Schummis Pläne, für 200T mal in den Weltraumgeschossen zu werden. Daraus ist womöglich nichts geworden, wenn auch nicht ausgründen der Finanzierbarkeit durch Schummi.
Aber alle anderen, die zum Mond wollen, sei doch Schummi als Vorbild anempfohlen. Wem es daran an Geld hapert, kann es ja am Samstag als Mitfahrer bei Mariä Himmelfahrt versuchen.
wo fünf andere Nationen bereits dort waren
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Wer soll das gewesen sein? Die USA sind dort mehrfach gelandet, auch mit einer Sonde. Die übrigen Missionen endeten mit dem Absturz der Sonden auf dem Mond (und deren Zerstörung). Ob man das mit "bereits dort" bezeichnen sollte?
Ansonsten sind es nicht fünf "Nationen":
USA
Japan
Eine Sonde der ESA
China
Indien
...könnten wirklich sinnvoller eingesetzt werden als für ein deutsches Mondprogramm. Zum Beispiel ganz allgemein in die Bildung (angesichts der haarsträubenden Fehler auch in den SZ-Foren wäre ein Rechtschreibprogramm angebracht). Oder eben, wie Author (sic!!) Illinger völlig zu Recht schreibt, in Innovationen, die geeignet sind, unseren technischen Vorsprung bei der Entwicklung alternativer Energien auszubauen. Das wäre doch eine lohnende Aufgabe für die selbsternannte Klimakanzlerin: Ihre Kabinettskollegen für solche Innovationen zu begeistern statt für solch abstruse Mondlandungspläne.
... den Dunkelstern deutsches Bildungswesen, das Schwarze Loch Korruption, die potentielle gesellschaftliche Super-Nova mutwillig durch die unselige Allianz von geldgeilen Managerbankerverbrechern und Politdarstellern ausgehöhlter Demokratie ... Es gäbe viel zu tun, Herr Hintze, aber daß Sie das nicht interessiert, wissen wir nicht erst seit gestern.
Hier irrt der Author gewaltig, wenn er in seinem Kommentar eine Mission zum Mond als eine geringe technische Herausforderung darstellt.
Nach wievor ist es nicht einfach die Herausforderungen zu meistern, welche eine Mondmission darstellt. Ohne in die technischen Details gehen zu wollen, so ist die thermische Belastung ein Problem, die effiziente Energienutzung usw.
Viele Entwicklungen von denen wir heutzutage profitieren fanden ihre erste Anwendung in der Raumfahrttechnologie. Leider dauert es immer einige Zeit bis die Entwicklungen in andere Bereiche eingeführt werden.
Gerade die Ziele die der Author als lohnenswert anführt, könnten mit Hilfe der Raumfahrttechnologie erreicht werden, da die Fragestellungen ähnlich sind.
@freebird1996: ESA und DLR sind zwei völlig unabhänige Institutionen. (Teilweise sogar Kontrahenten)
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